Hormone mitdenken: Wie bioidentische Hormone dein Schutzschild für gesunde Langlebigkeit werden
Folge #37 · mit Dr. Marike Albrecht
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Das Wichtigste in Kürze
- Hormone steuern fast alles – von Laune und Schlaf über Blutdruck bis zur Gesundheit von Gefässen und Knochen, und das in jeder Lebensphase.
- Nach den Wechseljahren bleibt eine Frau bis ans Lebensende auf einem chronisch niedrigen Östrogenlevel – je früher die Menopause, desto höher das Osteoporoserisiko.
- Bioidentische Hormone sind strukturell identisch mit körpereigenen Hormonen und deshalb nebenwirkungsarm – anders als die synthetisch veränderten Hormone früherer Therapien.
- Das Brustkrebsrisiko wurde an synthetischen Hormonen untersucht, nicht an bioidentischen – bei richtiger Anwendung und Dosierung ist diese Sorge laut Expertin gering.
- Die aktuelle Leitlinie empfiehlt Hormone nicht zur reinen Prävention, aber Beschwerden und Osteoporoserisiko sind individuell abzuwägen.
- Man kann Hormontherapie niedrig dosiert ausprobieren – schon vier Wochen bis drei Monate zeigen, ob es guttut.
Das ganze Gespräch zum Nachlesen
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Transkript anzeigen
Nicola00:00
Herzlich willkommen zurück zum Podcast zu Langlebigkeit, unserem gemeinsamen Weg, die besten, die schönsten und die längsten 100 plus Jahre zu erleben. Und ich habe ja versprochen, dass ich mich so ein bisschen mehr Thema Gendergesundheit kümmern werde. Also einen etwas differenzierten Blick darauf. Männlein, Weiblein, natürlich nur da, wo es Sinn macht. Und tja.
Bei dem Thema Hormone, da macht es auf jeden Fall Sinn. Vor allem bin ich wirklich persönlich sehr, sehr, sehr, sehr gespannt. Ich habe nämlich erst 55 Jahre alt werden müssen, mich überhaupt, um das Thema Hormone überhaupt zu kümmern. Ich habe erst mit 45 eigentlich festgestellt, wo meine Eierstöcke sind, nämlich als ich die OP hatte zu meiner Endometriose.
Aber ansonsten habe ich mich wirklich diesem Thema einfach nicht angenommen. Ich habe die Antibabypille genommen, habe ich super vertragen, hat mir das Leben erleichtert. Ich habe in der Menopause keine Beschwerden gehabt. Aber jetzt zum Thema, wie können Frauen das Schutzschild, das die Hormone ihnen bieten, für sich nutzen, was die Langlebigkeit betrifft? Nämlich nicht nur älter zu werden, sondern besser und gesünder älter. Das ist jetzt mein Thema und dazu habe ich mir natürlich eine Expertin eingeladen. Hört mal rein.
Nicola01:28
Frau Dr. Marike Albrecht. Eine Ärztin, die sich auf Hormon- und Nährstoffmedizin spezialisiert hat. Das heißt, es geht um die Menopause, es geht aber auch die Hormontherapie und da um einen bioidentischen Fokus. Und sie ist seit Kurzem, so viel darf verraten werden, auch Autorin eines Buchs genau zu diesem Thema Hormone, das auch frisch rauskommt.
Wen es interessiert, direkt unten in den Show Notes natürlich verlinkt. Herzlich willkommen und direkt verbunden mit der Frage, was können denn Frauen gewinnen, wenn sie sich Hormone kümmern oder vielleicht besser gesagt um die Balance ihrer Hormone?
Dr. Marike Albrecht02:15
Ja, das ist eine ganz wichtige Frage, die manchmal im Alltag zu wenig beantwortet wird. Unsere Hormone spielen irgendwie im Alltag nicht so eine große Rolle, spielen auch im Medizinstudium übrigens eine ganz, ganz nebensächliche Rolle. Das ist das Spannende. Und wenn man sich, ja
Nicola02:27
immer noch
Dr. Marike Albrecht02:31
leider, genau, und wenn man sich aber dann ganz viel mit dem Thema beschäftigt, so wie ich, viel auf Fortbildung geht, Bücher liest und dann in diese Welt eintaucht, dann merkt man plötzlich, okay, Hormone ist eigentlich was ganz Übergeordnetes. Hormone steuern. Das sind erst mal Botenstoffe, die unseren Zellen Bescheid sagen, was sie jetzt zu tun und zu lassen haben. Und sie steuern alles. Also ob es uns gut geht, ob wir uns wohlfühlen, ob wir eine gute Laune haben, ob wir glücklich sind und auch unsere Körperfunktion, ob unser Blutdruck funktioniert, ob die Gefäße gesund bleiben, der Knochen gesund bleibt. Also eigentlich kann man erst mal sagen, Hormone Balance, ein gutes Hormonsystem ist für uns alle wichtig und zwar in jeder Lebensphase.
Nicola03:11
Mhm.
Dr. Marike Albrecht03:14
Egal, ob wir gerade geboren werden. Die Schwangerschaft besteht aus oder entsteht aus einem ganz wichtigen Hormonsystem. Und dann im Verlauf auch. Ich habe sozusagen den Fokus gar nicht auf immer nur auf den Wechseljahren. Da kennt man die Hormone so am besten her. Aber
Nicola03:29
Ja.
Dr. Marike Albrecht03:32
alle Frauen können davon profitieren. Übrigens auch Männer. Aber wenn wir bei den
Nicola03:35
Okay.
Dr. Marike Albrecht03:36
Frauen bleiben.
In jungen Jahren, wenn man Zyklusbeschwerden hat, wenn man psychische Probleme hat, dann muss man immer schauen, okay, sind demm die Hormone auch in Ordnung? Und dann nicht nur nach der Schilddrüse. Die Schilddrüse
Nicola03:46
E.
Dr. Marike Albrecht03:49
ist auch noch so bekannt, dass man da mal gucken kann. Viele Frauen nehmen ja auch Schilddrüsenhormone.
Nicola03:51
In ...
Dr. Marike Albrecht03:54
Aber dass man auch noch nach den Eierstockhormonen gucken kann, dem Progesteron, dem Östrogen, dem Testosteron und auch nach den Nebennierenrindenhormonen. Das ist sozusagen was genau.
Nicola04:06
Da sind wir dann mittendrin, nicht nur im Eierstock, sondern natürlich im Thema. Genau, die meisten von uns, wir haben ja auch ein paar männliche Zuhörer, deswegen schon mal gut dein Hinweis aus, geht ja natürlich auch um männliche Hormone generell bei diesem Thema. Heute bei uns geht es mehr um die weiblichen, aber was wir von den Hormonen wissen, sie sind für den Unterschied der Geschlechter mit verantwortlich.
Du hast schon gerade ausgeführt, es geht um unser Wohlbefinden in unterschiedlichen Lebensphasen. Das fängt bei den Frauen mit der Regel an und hört erst mal mit der Menopause auf. Mehr dazu gleich, weil es geht mir heute natürlich auch bei unserem Gespräch um das Thema, inwieweit verlieren wir den Präventionsschutz, den wir bislang hatten, wir Frauen, und inwieweit können wir es dann noch mal auffangen.
Und diesen Langlebigkeitsfaktor, also besonders lange, aber besonders gut vor allem lange zu leben, damit aufzufangen. Dass sie wichtig sind, hast du uns gerade schon im Rundumschlag erklärt oder mitgenommen. Naturidentisch, da bleiben auch oder bioidentisch. Was bedeutet das im Zusammenhang mit einer Hormonersatztherapie? Die Frage stellt sich den meisten Frauen irgendwann in irgendeinem Alter.
Dr. Marike Albrecht05:33
Genau. Also Hormonersatztherapie gibt es schon ganz lange und auch die naturidentischen oder bioidentischen Hormone gibt es schon ganz lange. Das sind die Moleküle, die sich gar nicht unterscheiden von unseren körpereigenen Hormonen. Also wenn ich einen Progesteron gebe, dann ist das von der Struktur genau gleich wie ein körpereigenes Hormon, ein körpereigenes Progesteron. Und deshalb ist es dem Körper bekannt und vertraut. Und deshalb ist es relativ nebenwirkungsarm.
Und wenn man es gut einsetzt, einfach führt zu mehr Wohlbefinden. Früher hat man die Hormonersatztherapie aber auch gerne mit nicht bioidentischen Hormonen gemacht. Und zwar hat man synthetisch
Nicola06:14
Mhm. Okay.
Dr. Marike Albrecht06:16
veränderte Moleküle benutzt. Da kann man
Nicola06:18
Mhm.
Dr. Marike Albrecht06:18
sich bisschen orientieren an der Anti-Baby-Pille. Da sind auch so synthetisch veränderte Hormone drin. Und das
Nicola06:23
Okay, okay.
Dr. Marike Albrecht06:25
sind so ähnliche Substanzen, die man auch für die Hormonersatztherapie benutzt hat.
Die machen aber einen Haufen Nebenwirkungen, weil die sind körperfremd. Die Zelle erkennt nicht, das ist mein Hormon, sondern das sieht ja ein bisschen anders aus, das verhält sich ein bisschen anders, das ist länger im Körper oder kürzer. Also es hat eine andere Wirkung und deshalb auch andere Nebenwirkungen als jetzt unsere körpereigenen Hormone. Und wenn ich über
Nicola06:46
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht06:47
so eine bioidentische Hormonentherapie rede, dann geht es immer darum, was Natürliches wieder in ein gutes Level, in ein Wohlfühllevel zu bringen.
Nicola06:58
Und inwieweit, wir steigen da gleich mal näher ein, inwieweit ist inzwischen aber dieser Aspekt, weil alle reden ja inzwischen von Longevity, wir wollen älter werden, wir wollen gut älter werden, inwieweit wirst du auch mit dieser Frage konfrontiert, zu sagen, ist für mich eine Hormonersatztherapie eben auch relevant, um eben diesen besonderen Schutz den ich als Frau bislang hatte, Herz-Kreislauf-Krankheiten usw. wie auch Osteoporose, da bewusst auch noch mal Hormone zu nehmen.
Dr. Marike Albrecht07:31
Erfreulicherweise immer mehr. Das Thema kriegt meinem Gefühl nach mehr Aufmerksamkeit. Und es kommen auch immer mehr Frauen, auch jenseits der Wechseljahre, zu mir und sagen, ja, ich habe jetzt hier ein Buch gelesen, ich habe einen Podcast gehört, ich habe gehört, die helfen mir. Und ich weiß, in meiner Familie gibt es Osteoporose oder Schlaganfälle oder Demenz und kann ich nicht was tun, damit das bei mir nicht passiert. Und natürlich gibt es keine Garantie. Wir haben keinen Heiligen Gral.
Aber diese Hormone spielen einfach bis ans Lebensende eine so wichtige Rolle. Du hast es gerade schon gesagt. Knochenstoffwechsel. Knochenstoffwechsel hat ganz viel mit unserer Gefäßengesundheit zu tun. Das hängt ganz eng miteinander eigentlich zusammen. Und wenn wir die gesund halten wollen, dann ist natürlich am wichtigsten, dass wir uns bewegen und Kraftsport machen und uns kalziumreich ernähren und so. Also diese ganzen Sachen, die berate ich auch. Aber
Nicola08:22
Vielen
Dr. Marike Albrecht08:23
der entscheidende Faktor, den wir nutzen können als Werkzeug auch für diese gesunden Jahre im Alter sind
Nicola08:29
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht08:30
dann eben auch wieder die Hormone. Und zwar gerade jetzt beim Knochen zum Beispiel sind es einfach die Östrogene, die den Knochen am meisten schützen. Und wenn eine Frau durch die Wechseljahre durchgegangen ist, dann bleibt sie bis an ihr Lebensende
Nicola08:41
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht08:43
auf einem ganz niedrigen Östrogenlevel, einem chronischen Hormonmangel könnte man sagen. Und je länger
Nicola08:45
Mh. Mh. Mh. Mh. Mh. Mh. Mh. Mh. Mh.
Dr. Marike Albrecht08:50
der anhält, also je früher zum Beispiel eine Frau in die Wechseljahre kommt, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann eine Osteoporose entwickelt, weil einfach diese
Nicola08:58
Vielen
Dr. Marike Albrecht08:59
Östrogene fehlen, die den Knochen aufbauen. Und wenn wir jetzt also die Möglichkeit haben, mit den biodenischen Hormonen von außen diesen Prozess aufzuhalten, also
Nicola09:08
Ja.
Dr. Marike Albrecht09:08
mit einer niedrig dosierten Östrogentherapie, können wir den Knochen schwund stoppen, aber mindestens mal aufhalten.
Nicola09:17
Das ist ja erstaunlich, weil, also wenn ich jetzt mal von mir ausgehe, ich bin mit meiner Menopause durch und ich muss aber sagen, ich habe mich mein ganzes Leben lang nicht um meine Hormone gekümmert. Weil die haben ja nicht wehgetan, sag ich mal. Ich habe über zehn Jahre die Anti-Baby-Pille genommen, voller Überzeugung, ging auch wunderbar. Und erst jetzt, 55 plus, mache ich mir tatsächlich Gedanken, sollte ich nicht doch Hormone nehmen. In meinem Umfeld sind natürlich viele Frauen, die das nehmen, weil sie Beschwerden haben, da kommen wir gleich noch drauf und da wirklich eine Erleichterung erfahren. Ich hatte nun anscheinend keine Beschwerden oder habe sie zumindest nicht dem zugeordnet. Und jetzt habe ich letztes Jahr bei einem Experten eben zugehört, der sagt, also bis 59 auf jeden Fall, das hätte sich geändert, auf jeden Fall Hormone nehmen, unabhängig von Beschwerden. Jetzt bin ich aber immer noch nicht so weit, dass ich welche nehme. Was sagst du dazu?
Dr. Marike Albrecht10:20
Ja, genau. Also ich bin nicht so kategorisch, weil müssen tut niemand irgendwas. Aber wir sollten das Gespräch darüber öffnen und die Chancen und den Nutzen und die Risiken abwägen und jeder Frau
Nicola10:32
Mh. Mh. Mh.
Dr. Marike Albrecht10:34
das zumindest mal anbieten, dass es da noch Optionen gibt. Und was die Frau dann macht, das darf jeder selber entscheiden. Niemand muss Hormone nehmen, um Gottes Willen. Aber wir haben einfach diesen tollen Effekt. Wir werden immer älter. Das ist schon mal schön.
Wir werden aber nicht gesünder älter. Also gerade wir Frauen, da gibt es ja ganz gute Statistiken zu. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen zu und so weiter. Also wir sind die, diese gesunden alten Lebensjahre
Nicola11:00
In
Dr. Marike Albrecht11:01
sozusagen, die sind eigentlich ziemlich abgezählt. Und wenn wir die verbessern können durch eine Hormontherapie, dann
Nicola11:06
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht11:09
finde ich, gehört das zumindest aufgeklärt. Dann gehören die Frauen darüber aufgeklärt und dann kann man selber entscheiden, ja oder nein.
Und
Nicola11:17
Mhm.
Dr. Marike Albrecht11:18
vielleicht noch ganz gut zu wissen, hat jemand Beschwerden oder nicht? Ich würde fast sagen, wenn man richtig die richtigen Fragen stellt, finde
Nicola11:29
Mhm.
Dr. Marike Albrecht11:30
ich bei fast jeder Frau Beschwerden durch diese Hormonumstellung in den Wechseljahren oder danach.
Nicola11:36
Mh.
Dr. Marike Albrecht11:37
Wir stellen nur manchmal die falschen Fragen. Wir fragen oft nach Hitzewallung, nach Schlafstörungen, vielleicht noch nach Gelenkschmerzen.
Aber dass wir Hunderte von Beschwerden mittlerweile diesen Hormonen zuordnen können oder den Hormonen sinkenden Hormonspiegeln, das wird dann immer gar nicht so gesagt. Und deshalb habe ich auch in meinem Buch, ich habe zwei Kapitel über die Wechseljahre. Das eine heißt Wechseljahre mit Beschwerden und das andere heißt ohne in Anführungszeichen. Und dann kann man sozusagen mal stöbern.
Nicola12:02
Ja.
Dr. Marike Albrecht12:06
Oh, habe ich nicht vielleicht das ein oder andere merkwürdige Symptom, vielleicht auch so was wie ich vertrag Alkohol nicht mehr so gut.
Nicola12:13
Das
Dr. Marike Albrecht12:14
Da denkt doch kein Mensch darin, dass das mit einem Hormon zu tun haben könnte. Erzählen mir aber ganz viele Frauen. Das wäre jetzt nur mal so ein Beispiel. Davon gibt es einen Haufen.
Nicola12:24
Das ist witzig, weil das ist natürlich mit zunehmendem Alter, hat das ja auch noch andere Gründe, deswegen holst du mich ganz gut damit ab. Bevor wir nochmal zu den jüngeren kommen, bleiben wir mal bei meiner Generation, die sozusagen die Menopause durch hat. Nochmal zurück zu dem Thema empfiehlt es sich, wie ist momentan die Leitlinie, sag ich mal, die ärztliche, offizielle Leitlinie dazu? Weil der Hintergrund dieser Grenze von 59 war natürlich ein ernster, nämlich die Angst vor der Nebenwirkung mit einer höheren Brustkrebsgefahr oder Wahrscheinlichkeit. Das ist ja das, was viele Frauen dann rumtreibt und wo es so schwierig ist, endgültige Antworten zu bekommen.
Dr. Marike Albrecht13:13
Genau.
ob es sich trotzdem
Nicola13:16
Die sind...
Dr. Marike Albrecht13:17
empfiehlt und was die Leitlinie sagt. Die Leitlinie aktuell sagt zur reinen Prävention keine Hormone. Aber man muss eben unterscheiden, wann ist nur reine Prävention und wann behandele ich auch Beschwerden. Das
Nicola13:32
Vielen Dank
Dr. Marike Albrecht13:35
ist ja nicht schwarz-weiß. Also ist jetzt wirklich nur die Hitzewallung eine behandlungsbedürftige Beschwerde.
Oder ist das sehr große Osteoporoserisiko, weil ich schon eine verminderte Knochendichte zum Beispiel habe, ist meiner Meinung nach ein ganz wichtiger Grund, eigentlich jetzt diesen Knochen zu schützen und wenn wir dafür die Hormone nehmen, hervorragend. Also
Nicola13:53
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht13:57
die Leitlinie sagt zwar nur zur reinen Prävention, aktuell noch nicht empfohlen, aber dann kommen die ganzen Abers. Wir wissen, der Knochen ist nicht geschützt. Die Herzkreislauferkrankungen sind nicht... Und so weiter. Deshalb muss man da bisschen differenzieren. Es ist was Individuelles. Man muss das im Einzelfall mit zwischen Arzt und Patient besprechen. Ist das was für mich, profitiere ich davon? Und man kann Hormontherapie tatsächlich auch mal ausprobieren. Hormontherapie heißt nicht, ich muss das jetzt nehmen und dann
Nicola14:27
Ja.
Dr. Marike Albrecht14:30
fünf Jahre bis ans Lebensende, sondern ich kann das
Nicola14:33
Ja.
Dr. Marike Albrecht14:33
auch mal...
vier Wochen nehmen oder drei Monate und einfach gucken, ob es mir was Gutes tut. Das soll jetzt kein Aufruf sein, an jeder soll das probieren, aber ich möchte ein bisschen die Sorge auch nehmen und ich verpflichte mich da jetzt zu irgendwas. Und das
Nicola14:42
Nein, Ja. Ja, ja, ja.
Dr. Marike Albrecht14:47
zweite mit dem Brustkrebsrisiko ist halt, das ist halt untersucht worden an synthetischen, veränderten Hormonen, nicht an den bioidentischen. Also die diese Fremdstoffe, die können in unserem Körper potentiell
Nicola15:01
Vielen
Dr. Marike Albrecht15:02
das Brustkrebssrisiko leicht erhöhen. Zum Glück nur sehr leicht, weil auch die Antibabypille sind synthetische veränderte Hormone. Aber die bioidentischen Hormone sind dahingehend gar nicht bis zum Ende untersucht. Und ich vermute, es wird so eine Studie nie geben. Bei den bioidentischen Hormone, da hat die Pharmaindustrie kein Interesse dran. Das sind keine patentierbaren Stoffe, das sind natürliche Stoffe.
Da wird es keine doppelblind randomisierte, große, angelegte Studie zu geben. Das ist sehr schade. Ich wünsche mir das. Aber wir
Nicola15:35
Klar, ja,
Dr. Marike Albrecht15:36
können Physiologie und Biochemie anwenden und wir können uns relativ sicher sein, dass die eigentlich mit Krebserstellung nichts zu tun haben. Wenn überhaupt, meine Theorie, schützen sie uns eher vor Krebs. Weil der Brustkrebs, wann kommt der? Na ja, mit 40 plus. Wenn die Hormone schon langsam in den Keller gehen und
Nicola15:55
Mhm.
Dr. Marike Albrecht15:55
und der natürliche Schutz durch diese Hormone vielleicht schon flöten geht. Das spielen ganz viele Faktoren eine Rolle, aber Hormone
Nicola15:59
Ja, ja.
Dr. Marike Albrecht16:02
machen keinen Krebs, sondern wenn überhaupt diese synthetischen Stoffe, können eine bestehende Krebsselle potenziell zum Wachsen zumindest noch anregen. Also die haben den dann nicht ausgelöst, den Krebs, Krebs entsteht jeden Tag bei uns im Körper. So davor hatte man immer Angst und bei den bioidentischen Hormonen richtig angewendet, richtig dosiert Kontrolliert habe ich diese Sorge eigentlich nicht.
Nicola16:29
Bekomme ich denn nur noch mal vorab, bekomme ich denn überhaupt bioidentische Hormone ohne ein Rezept oder ist das ein frei verfügbares, ich nenne es jetzt mal Medikament?
Dr. Marike Albrecht16:42
Genau, die allermeisten bioidentischen Hormone in Deutschland sind verschreibungspflichtig und brauchen ein Rezept. Dazu gehört zum
Nicola16:46
Mhm.
Dr. Marike Albrecht16:48
Beispiel das Progesteron, das Östradiole, das Testosteron. Es gibt aber ein paar Hormone, die sind auch bioidentisch. Die haben so einen komischen Zwischenstatus zwischen
Nicola16:58
Ja.
Dr. Marike Albrecht16:58
Medikament und Nahrungsergänzungsmittel. Dazu gehört zum Beispiel das Melatonin in Deutschland. Das kennt man, das kann man mittlerweile kaufen, auch ein biödenntisches Hormon. Dazu gehört das Pregnenolon und das DHEA in Deutschland auch eher klassifiziert, also man braucht ein Rezept. Man kann es
Nicola17:17
Ja.
Dr. Marike Albrecht17:17
aber in Österreich und in USA frei kaufen. Also die Hormone genießen einen bisschen merkwürdigen Status in der Apotheke.
Nicola17:20
Ja,
Dr. Marike Albrecht17:27
Genau, es ist so bisschen so ein Zwischending. Aber für die, ich sag mal, in Deutschland für die gängigsten Hormone braucht man ein Rezept, ja.
Nicola17:35
Braucht man ein Rezept. Also das ist schon mal gesichert jetzt nur für Menschen wie mich, die sagen naja gut ich bin weiterhin bei der Schulmedizin, aber möchte den ganzheitlichen Blick auf meinen Körper auch bei Ärzten gerne so ein bisschen oder lege da Wert drauf. Was mir gefallen hat ist deine kurze Anmerkung, dass man nicht gleich die volle Hormonschippe braucht, sondern dass man sich auch Schritt für Schritt da mal ausprobieren und rantasten kann.
Das heißt, so wie du sagst, man sagt, heißt das dann mit niedrigeren Dosen, die dann auch, wenn sie abgesetzt werden, nicht direkt wieder das komplette Gegenteil bewirken, lässt sich in mich selbst reinhorchen, um zu sagen, geht es mir eigentlich besser damit? Ist das das ein Ziel, wie ich es beurteilen könnte?
Dr. Marike Albrecht18:26
So kann man es angehen. So ist tatsächlich meine Idee immer. Es kommt ja immer darauf an, wie lange sind jetzt zum Beispiel bei einer postmenopausalen Frau nach den Wechseljahren, wie lange sind die Hormone vielleicht schon weg. Der Körper reagiert ja auf so einen Hormonmangel, indem er Rezeptoren runterreguliert und so weiter. Er hat so paar Adaptationsmechanismen. Und wenn ich jetzt ganz viele Hormone da jetzt plötzlich drauf, also hohe Dosis raufschmeiße,
Nicola18:53
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht18:55
dann macht der Körper auch ganz verrückte Sachen, die wir gar nicht wollen. Das sind ja praktisch auch Nebenwirkungen, weil eine Frau fängt dann plötzlich wieder an zu bluten, Beispiel, obwohl sie seit fünf oder zehn Jahren nicht mehr geblutet hat. Das wäre ja was, das wollen wir gar nicht. Das ist auch
Nicola19:06
Mhm.
Dr. Marike Albrecht19:08
eine Reaktion, die ich jetzt nicht als physiologisch ansehen würde, sondern es gehört, die Blutung gehört jetzt nicht mehr zum Leben dazu. Und das heißt, wenn wir jetzt über Hormone und Dosierung und so reden, reden wir über so einen Sweet Spot.
Der Hormonmangel, der chronische, der ist oft sehr, sehr zu niedrig. Das liegt auch nicht nur an dem physiologischen, dass die Eierstöcke aufhören zu arbeiten, sondern das liegt
Nicola19:31
Ja.
Dr. Marike Albrecht19:31
auch daran, dass wir sehr viel Stress haben, dass wir sehr viele Hormonen in unserer Umwelt ausgesetzt sind, wie wir uns ernähren, wie wir uns bewegen. Und das hat, genau, das hat
Nicola19:34
Das komplette Bündel sozusagen.
Dr. Marike Albrecht19:41
ganz viele Gründe, dass eben sozusagen unsere Hormone oder dass wir mit diesen sehr niedrigen Hormonleveln trotzdem nicht so gesund alt werden. Und das heißt, ich will dann oft gar nicht die Hormone jetzt wieder auf den Status einer 20-Jährigen anheben. Das wäre ja überhaupt nicht so Alters entsprechend, sondern ich will den auf einen Sweet Spot, so auf ein Niveau anheben, vielleicht so mit Mitte 40. Jetzt mal so plakativ,
Nicola20:04
Ja,
Dr. Marike Albrecht20:07
wo man sich noch richtig gut gefühlt hat, bevor sozusagen dann die Hormone so runtergeknickt sind, dass man,
Nicola20:14
Ja.
Dr. Marike Albrecht20:15
dass man da irgendwie Beschwerden bekommen hat.
Nicola20:17
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht20:18
Und da der Spot, der ist ja für jede Frau ein bisschen anders. Die meisten Frauen bringen mir nicht ein Blutbild mit von Mitte 40 und sagen ja hier so war es, können wir da wieder hin, sondern das ist dann sozusagen
Nicola20:21
zu bewegen.
Dr. Marike Albrecht20:28
das Feingefühl. Wir starten einfach mal niedrig.
Nicola20:32
Ja.
Dr. Marike Albrecht20:32
Wir gucken genau, was fehlt eigentlich? Nicht jede Frau braucht alles. Und dann
Nicola20:35
Ja.
Dr. Marike Albrecht20:37
tastet man sich daran. Das wäre so ein Vorgehen, so gehe ich auch in meiner Praxis vorher.
Nicola20:42
Auch ein wichtiger Punkt, den du erwähnt hast, nämlich je früher man mal so prinzipielle Vorsorge-Themen wie ein Blutbild hat oder vielleicht auch mal ein Hormonbild, wenn ich es jetzt mal so nennen darf, dann hat man eine Referenzgröße. Wenn man das mal gemacht hat in früheren Jahren und kann sagen, na ja, jetzt bin ich 55, was hat sich denn eigentlich verändert? Also das vielleicht auch den Jüngeren, die mithören, zu sagen.
ist gar nicht so blöd, wenn man es nicht schon macht. Ich finde, Blutbild ist sowieso so eine Basisausstattung, da hat ich zum Glück immer Frauenärzte die gesagt, also machen wir das Blutbild mit. Da hat man schon mal was, aber ...
Wie erkenne ich, ob ein Arzt, ich möchte jetzt nicht, dass du über besondere Ärzteschaft redest, sonder darüber, wie erkenne ich, dass jemand mich in diesen Themen ernst nimmt. Ich hatte schon in einem anderen Podcast das Thema dieses Gedöns, so wurde es ja oftmals abqualifiziert. Es gibt noch Ärzte, Ärztinnen, die das weiterhin machen. Wie erkenne ich, ob ich mit einem Arzt, einer Ärztin auf Augenhöhe über meine Frauenthemen, sag ich mal, in dem Fall bezüglich der Hormone wahrgenommen werde und auf Augenhöhe bin.
Dr. Marike Albrecht22:01
Genau, da möchte ich erst mal ganz kurz mit einem, ich sag mal, Mythos aufklären. Und zwar
Nicola22:05
Mhm.
Dr. Marike Albrecht22:07
viele Frauen denken, wenn ich zum Frauenarzt gehe, zu einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin, dass das eine Expertin für Hormone ist. Das ist prinzipiell erst mal falsch. Also ein Gynäkologe kann ganz wunderbar alle möglichen
Nicola22:22
In
Dr. Marike Albrecht22:23
Frauenleiden behandeln. Und der kann meistens sehr gut Ultraschall machen, operieren.
Krebserkrankung und so weiter. Also das ist ja ein riesiges Feld und da sind die sehr spezialisiert drauf und gut ausgebildet. Aber die Hormone, die sind nicht prinzipiell das Steckenpferd eines Gynäkologen. Genau, wenn der sich extern weitergebildet hat, das nennt sich dann Gynäkologische
Nicola22:45
gestimmt.
Dr. Marike Albrecht22:51
Endokrinologie. Endokrinologie ist immer die Wissenschaft von den Hormonen.
Nicola22:53
Mhm. Ja.
Dr. Marike Albrecht22:55
Das wäre zum Beispiel, wenn das auf dem Praxisschild steht oder auf der Webseite oder so, dann weiß man schon, okay.
Nicola22:58
Ja, ja, ja, ja.
Dr. Marike Albrecht23:01
Da gibt es sozusagen was. Oder es gibt noch Hormonsprechstunde. Oder man sieht, der ist Mitglied in der Deutschen Menopausegesellschaft. Also es gibt so paar Gesellschaften, die sich so spezialisiert haben, extra so Wechseljahre, Hormone. So, also man kann an ein paar Sachen erkennen, ja, der kennt sich damit aus. Und das Schöne ist, das muss nicht unbedingt der Gynäkologe sein. Ich bin auch keine Gynäkologin. Es gibt auch Hausärzte, die sich weitergebildet haben.
Nicola23:22
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht23:28
Experten.
Es gibt auch Heilpraktiker, die können das dann nicht verordnen, aber die können einem zumindest manchmal richtig gut aufklären und
Nicola23:32
Ja, okay. Ja, ja.
Dr. Marike Albrecht23:36
die ganze Welt der Hormone erstmal offenlegen. Vielleicht auch die Diagnostik mit einem machen und dann braucht man nur noch einen
Nicola23:40
Ja.
Dr. Marike Albrecht23:42
verordneten Arzt zum Beispiel.
Nicola23:45
Das ist wirklich gut zu wissen, weil das sind ja wirklich Themen, die betreffen 50 Prozent der Bevölkerung und die werden eigentlich gar nicht adäquat abgeholt. Da gibt es einzelne Ärztinnen wie dich, die sich darauf spezialisiert haben und die kann man glaube ich noch naja an zwei Händen wahrscheinlich abzählen. Gut, dass du das Buch geschrieben hast.
Ich kann nur sagen, ich bin froh mit meinem Frauenarzt, weil der hat mich dieses Thema immer wieder überlegen lassen, aber dann gesagt, schauen Sie mal hier auf die Website und die Website, sodass er mir signalisiert hat, ich bin nicht der Experte dafür. Aber ich möchte gerne, dass Sie das Thema für sich mal durchdenken. Ich habe es dann immer weggelegt, weil ich gesagt habe, ich habe ...
Dr. Marike Albrecht24:26
für dich okay.
Nicola24:26
Ich bin eigentlich schon durch. Ich habe ja nicht mal gemerkt, dass ich da gerade durchrausche, weil mein Leben in der Zeit in so einem Ausnahmezustand war, dass ich gar nicht wusste, wo ich es wie zuordnen soll. Aber im Nachhinein, oder deswegen bin ich weiterhin treu meinem Frauenarzt, weist er mich auf Themen hin, sagt aber immer klar, wann er Ahnung hat und wann er keine Ahnung hat. Ich glaube aber, das ist nie so selbstverständlich.
Dr. Marike Albrecht24:55
Ich weiß es gar nicht, aber das ist auch ein Zeichen von einem super Therapeuten, wir haben alle ganz großes Basiswissen, sag ich mal, durch sieben Jahre Studium. Und da lernen wir so eine ganze Latte an ganz verschiedenen Sachen und dann spezialisieren wir uns in dem weiteren Weg. Der eine wird eben Gynäkologe, der nächste Hausarzt, der nächste Orthopäde. Und natürlich ist man dann in seinem Feld irgendwann der Experte.
Und dass man dann nicht alle Fragen sonst beantworten kann. Also wenn jemand bei mir, ich sehe irgendwie, da in den Leberwerten
Nicola25:26
Eigentlich normal, Ja.
Dr. Marike Albrecht25:28
sieht was nicht so toll aus, dann bin ich da aber auch kein Experte. Dann sage ich immer, ich sehe, dass da was ist, aber ich weiß überhaupt nicht, was ich als nächstes mache. Ich weiß aber zu wem ich sie schicke. Und das ist sozusagen
Nicola25:31
Ja, ja,
Dr. Marike Albrecht25:40
ja immer ein guter Hinweis oder dann hat man ein gutes Verhältnis zum Arzt, wenn man weiß, okay, der guckt und der guckt mit und versucht zu sehen, ob noch irgendwas anderes rechts und links vom Weg sozusagen auffällig ist.
Nicola25:49
ist. ja, sehr gut. ja, ja. Und jetzt haben,
Dr. Marike Albrecht25:52
Aber der schickt mich dann eben weiter oder kann mich verweisen an jemanden, der dann weiß, was zu tun ist. Und so ist das mit den Hormonen auch.
Nicola26:00
So ist es mit den Hormonen auch, jetzt haben wir darüber gesprochen, okay, ist, dieser präventive Schutz, den sie geben, gerade auf Frauen, den kann man verlängern.
Also diesen Longevity-Faktor, das kommt aber trotzdem auf die persönliche individuelle Situation an. Aber um dieses Thema kann man sich auf jeden Fall kümmern und sollte sich auch kümmern. Und das bioidentisch eben anders ist als das, was die letzten Jahrzehnte eigentlich diese Diskussion auch so getriggert hat auf das Brustkrebsrisiko. So, Frauen wie ich vor in und gerade um die Menopause Wechseljahre spüren ihre Hormone in den meisten Fällen. Ja, kümmern sich dann auch darum. Jetzt haben wir noch die jüngeren Frauen, die, sag ich mal, jetzt nicht unbedingt diejenigen, die noch früher in die Menopause kommen, sondern nehmen wir mal so einen Standardzyklus. Regel vor dem ersten Kind, nach dem ersten Kind und dann nach dem Kindernkriegen. Wie wichtig, auf was sollte da zum Thema Hormone geachtet werden?
Dr. Marike Albrecht27:12
Hormone können alles sozusagen oder anders. Bei einer Frau kann der Zyklus immer ein ganz guter Indikator sein, ob bei mir zumindest mit diesen Eierstockhormonen alles in Ordnung ist. So ein Traumzyklus ohne Pille natürlich, eine Pille unterdrückt den Zyklus, das gilt jetzt nicht, aber ohne Pille, ist ein Traumzyklus irgendwie zwischen 25 und 35 Tagen lang relativ regelmäßig. Also wenn mein Zyklus immer 35 Tage ist, dann sollte er auch immer 35 sein, dann ist ein 25-Tage-Zyklus zwischendurch vielleicht schon was Auffälliges sozusagen. Dann sollte
Nicola27:45
Mhm. Okay.
Dr. Marike Albrecht27:47
die Blutung mit einer starken roten Blutung sozusagen starten,
Nicola27:52
Ja.
Dr. Marike Albrecht27:53
paar Tage anhalten, wieder abebben. Keine Schmierblutung zwischendurch, keine starken Schmerzen, keine starken PMS-Beschwerden, also sowas wie eine depressive Verstimmung oder Weinerlichkeit und Traurigkeit vor der, vor der
Nicola28:07
Ja, danke.
Dr. Marike Albrecht28:09
Periode, das sind alles so Anzeichen, wir, wir, wir reden da ein bisschen wenig drüber. Aber eigentlich sind das schon Zeichen, da stimmt irgendwas in dem Zyklus nicht, da stimmt dann vielleicht auch was im Hormongleichgewicht nicht. Oder wenn eine Frau schwanger werden möchte und das klappt nicht, dann muss man auch wieder gucken. Vielleicht sogar auch bei beiden, beim Mann und bei der Frau. Wenn der Schlaf nicht gut ist, also wenn man so merkt, Ich bin jetzt vielleicht nicht super gestresst, aber trotzdem kann
Nicola28:38
Ja.
Dr. Marike Albrecht28:38
ich nicht ein oder durchschlafen. Das wäre so ein Thema, man an die Hormone denken muss. Psychische Beschwerden jeder Art. wenn ich neu aufgetreten, also wenn ich plötzlich irgendwie Ängste entwickle oder Panikattacken oder Depressionen, dann auch mal an die Hormone denken. Das sind alles so Sachen, das spielt alles so eng miteinander eine Rolle.
Nicola28:45
Und wir sollten uns über den Faktor freuen, dass das nicht mehr diese Gedönsthemen sind, sondern dass Frau da inzwischen ernst genommen wird. Und wenn nicht, sollte man einfach einen anderen Ansprechpartner suchen.
Wo diese Themen auftauchen. Bei jungen Frauen genau, da geht es um Lebensenergie, Veränderungen wahrzunehmen am eigenen Körper. Das ist vielleicht nicht nur das, was ich tracken kann, sondern vielleicht auch mal reinhorchen und sagen, wie geht es mir denn, wie würde ich denn im Vergleich zu letzter Woche meinen heutigen Tag empfinden, wie er so gelaufen ist. Vielleicht auch eher so diese Themen.
Was würdest du noch mal konkret von etwas Sichtbarem, was auch viel mit Hormonen in Verbindung gebracht wird, der Hormonbauch der sogenannte?
Dr. Marike Albrecht29:50
Ja, der Hormonbauch, das ist ja kein medizinischer Begriff, aber kommt mir trotzdem immer wieder unter,
Nicola29:57
Genau.
Dr. Marike Albrecht29:58
ist eher sozusagen auch ein Thema für die Frauen, ich sag mal 35 plus, 40 plus, wenn so
Nicola30:03
Okay.
Dr. Marike Albrecht30:04
die Prämenopause oder Perimenopause anfängt. Das ist so die ersten Hormonschwankungen, die sich einstellen.
Nicola30:11
Ja.
Dr. Marike Albrecht30:12
Die Eissprünge finden nicht mehr regelmäßig statt, das Progesteron sinkt schon. Also, da gibt es ganz viele Prozesse, die schon so im Hintergrund ablaufen, obwohl man noch zehn Jahre weiter oder 15 Jahre weiter ganz normal Blutung hat, schwanger werden kann und so weiter. Und durch
Nicola30:24
Ja, okay.
Dr. Marike Albrecht30:27
diese Schwankungen, durch diese ganzen Umstellungen, die schon passieren, gibt es auch Effekte, die dafür sorgen, dass wir mehr Bauchfett ansetzen. Und zwar ganz explizit das Bauchfett ist nämlich das Fett um die Organe herum. Das ist auch,
Nicola30:40
Also das Innere.
Dr. Marike Albrecht30:41
ja, das viszerale Fett, das ist das, was wir auch was jetzt Longevity angeht, als das kritischste Fett betrachten, weil es hormonaktiv ist. Es schüttet Entzündungsstoffe aus, es produziert Hormone, also es produziert Östrogene vor allen Dingen. Das
Nicola30:55
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht30:58
merken vor allen Dingen die Männer, die plötzlich so einen Bierbauch haben. Die kriegen manchmal auch so ein Brustwachstum. Das liegt daran,
Nicola31:03
Ja.
Dr. Marike Albrecht31:03
dass die plötzlich Östrogene bilden zu viel.
Nicola31:05
Ja, jetzt sind wir doch noch mal bei den Männern. Sehr gut, damit
Dr. Marike Albrecht31:08
Ja.
Nicola31:08
die nicht komplett unterkommen. Ja, genau.
Dr. Marike Albrecht31:12
Und das ist sozusagen der Unterschied, dass sich dann dieses viszerale Fett vor allen Dingen anbaut und nicht mehr irgendwie ein Fettgewebe an den Oberschenkeln. Das ist so bisschen der Unterschied. Deshalb merken dann viele Frauen so wie so ein Rettungsring die Hüften. Das ist nicht nur ein kosmetisches Problem, das ist tatsächlich gesundheitlich auch nicht ganz ideal. Und da ist es eben wichtig,
Nicola31:33
Okay. Okay.
Dr. Marike Albrecht31:34
da spielen auch wieder alle Faktoren eine Rolle. Bewegung, Ernährung angepasst an den Grundumsatz.
Aber eben auch manchmal oder sehr häufig kann man auch mit Hormonen gegensteuern, weil einfach die Balance nicht stimmt. Und deshalb können wir wieder, wenn wir die Balance herstellen, können wir häufig sozusagen dagegen steuern, dass dieses ungesunde Fettgewebe sich anhäuft.
Nicola31:59
Okay, weil wir jetzt schon so oft hatten, einmal Basisreferenz zu haben zum Thema Hormonwerte und dann immer wieder mal drauf zu gucken, was bedeutet das konkret. Also weil eine, glaub, eine Hormonuntersuchung und Werte ist nicht ganz günstig und wird nicht immer von den Krankenkassen bezahlt, oder?
Dr. Marike Albrecht32:24
Genau, das ist eigentlich eine Schande, weil wir haben ja jetzt schon ganz viel rausgearbeitet, wofür wir die eigentlich alle brauchen und dass die sogar
Nicola32:30
Genau.
Dr. Marike Albrecht32:31
in der Prävention so eine richtige Rolle spielen. Das stimmt. Es gibt nur so ein paar Indikationen, bei denen Hormone oder die Bestimmung von Hormonwerten von der Kasse bezahlt werden. Häufig dann
Nicola32:41
Mhm. Ja.
Dr. Marike Albrecht32:43
auch nur sehr abgespeckt. In den Wechseljahren bestimmt man häufig nur zwei Werte, das FSH und das Estradiol. Da fehlt dann aber zum Beispiel das Progesteron, das Testosteron, die Schildrüse.
Nicola32:51
Okay.
Dr. Marike Albrecht32:52
Also so ein gesamtes Hormonbildprofil, das kann der Kassenarzt selten über die Kasse abrechnen. Das ist dann eine Selbstzahlerleistung.
Nicola33:01
Ja.
Dr. Marike Albrecht33:03
Es geht ja immer die Verhältnismäßigkeit. Also man braucht halt nicht ständig ein Hormonbild. Das ist vielleicht eine positive Nachricht. Das ist nicht was,
Nicola33:05
Mhm. Ja. Mhm.
Dr. Marike Albrecht33:11
was ich ständig machen muss. Wenn ich das einmal im Jahr mache, reicht das völlig. Je nachdem, wenn ich jetzt gerade unter einer Therapie bin zum Beispiel.
Unser Auto geht auch in die Inspektion einmal im Jahr. Das kostet schnell mal 500, 600 Euro. Da ist
Nicola33:26
Ja.
Dr. Marike Albrecht33:27
das Hormonblutbild doch meist noch viel, günstiger.
Nicola33:30
Okay, okay. Ich hab jetzt ehrlich gesagt auch noch nie ein Hormonbild machen lassen. Es gab noch nie einen Grund. Hätte ich vielleicht mal während der Menopause, wo ich dachte, ich sie noch, ist noch, auf welcher Seite bin ich noch oder schon gelandet? Und dann hab ich's wieder vergessen. Das heißt, in dem Fall hätte ich jetzt auch kein Referenzwerk. Wann würdest du denn empfehlen? Würde sich so das erste Mal etwas anbieten? Dann hätte ich ein Referenzwerk in welchem Alter in welcher Phase des Frauseins.
Dr. Marike Albrecht34:04
Ich finde, das ist eine theoretische Überlegung. Ich finde es besser, man macht das, wenn Beschwerden da sind. Also ich finde, das ist eine sehr theoretische,
Nicola34:11
Sehr gut.
Dr. Marike Albrecht34:13
ich halte nichts von diesem ganzen Optimierungswahn, der so ein bisschen auch ist, ist doch toll, dass du keine Beschwerden hattest und dass du eigentlich
Nicola34:16
Danke.
Dr. Marike Albrecht34:20
ohne große Hormonprobleme durch dein Leben gegangen bist. Ich finde, fände das irgendwie schwierig, dann haben wir was gemessen. Da ist dann in der Messung was auffälliges, passt aber
Nicola34:27
Ja.
Dr. Marike Albrecht34:29
gar nicht dazu, wie du dich fühlst. Und dann fangen wir plötzlich was an zu bahnen. Das wäre ja Quatsch.
Nicola34:31
Sehr gut. Ja, sehr gut. Ein toller Punkt den du da sagst, ja.
Dr. Marike Albrecht34:33
Sondern ich sage ja, genau, ich sage lieber, wenn man Beschwerden hat, aber dass wir da feiner hingucken, also dass wir nicht nur sagen, Wechseljahre
Nicola34:40
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht34:43
sind ganz normal und Hitzewallungen, die paar Hitzewallungen, das kann jede Frau und wenn du nicht
Nicola34:47
Vielen Dank.
Dr. Marike Albrecht34:48
schläfst, irgendwie über fünf Jahre, wir müssen einfach da besser hinhören und auch sagen, nein, das ist nicht normal. Wir setzen doch auch eine Brille auf, wenn wir nicht gucken können. Warum sollten wir nicht auch Hormontherapie machen, wenn wir nicht schlafen können. Also für mich ist das, stellt sich diese Frage gar nicht. Aber dann sollte man gucken und dann sollte man auch mal im Blut gucken. Aber das muss dann immer zusammenpassen. Also ich behandle nie Laborwerte, sondern ich behandle ja den Menschen, der mir erst seine Geschichte erzählt hat. Und dann
Nicola35:11
Mhm. Sehr gut. Mhm. Mhm.
Dr. Marike Albrecht35:17
gucke ich, ob sich das im Labor auch wiederfindet. Und daran können wir die Therapie dann anpassen.
Nicola35:23
Ja, dann sind wir leider schon bei der allerletzten Frage, der 100 plus Expertenfrage auch an dich, wenn du uns jetzt eine Maßnahme mit auf den Weg geben kannst. Nur eine, um möglichst gut und vielleicht dann auch länger unser Leben zu genießen. Welche Maßnahme ist das aus deiner Sicht?
Dr. Marike Albrecht35:45
Ja, das ist jetzt wenig überraschend. Die Hormone mitdenken. Das heißt nicht, dass jeder Hormone nehmen muss oder dass jeder immer Hormone braucht, aber
Nicola35:49
mit den.
Dr. Marike Albrecht35:55
dass die Hormone eine große Rolle spielen in unserer Gesundheit, in Wohlfühlen, in unserer langlebigen, gesunden Langlebigkeit. Das muss mehr in die Welt und das müssen Frauen, Behandler, das müssen eigentlich
Nicola36:05
Und.
Dr. Marike Albrecht36:08
alle wissen und ernst nehmen. Und das heißt, ich würde sagen, mitdenken, dass die mitgedacht
Nicola36:10
Mhm. Mhm.
Dr. Marike Albrecht36:13
werden.
Nicola36:14
Mhm.
Dr. Marike Albrecht36:14
Und da soll mein Buch eben auch so ein bisschen ein, das heißt Hormon-Power, unsere
Nicola36:18
Mhm.
Dr. Marike Albrecht36:18
Hormone haben richtig Power. Und das soll einen kleinen Beitrag darin leisten, dass Frauen sich informieren können, Therapeuten sich informieren können und sagen, ja stimmt, wenn die und die Beschwerden da sind, dann sollte ich mal über meine Hormone auch noch nachdenken.
Nicola36:32
Sehr gut, sehr gut. Da haben wir nochmal auf dein Buch verwiesen. Genau. Kommen da eigentlich auch die Männer vor mit ihren Hormonen?
Dr. Marike Albrecht36:39
Genau, es ist speziell geschrieben für Frauen, aber dass Hormone für Männer auch wichtig sind und da gibt es ein paar Feature Seiten für die Männer, die sind schon auch mit im Boot.
Nicola36:46
Ja, ja.
Also dein 100-Experten-Tipp gilt auch für Männer. Auch da gilt es, Hormone mitzudenken. Das nur ganz generell. Und ja, wir haben jetzt einen kleinen Teilbereich heute besprechen können. Ich fand's super spannend, hab für mich schon sehr, sehr viel mitgenommen. Und ja, dieses auf Augenhöhe über einen ganzheitlichen Blick auf meinen Körper...
ja, zu gehen und das auch einzufordern, das ist wahrscheinlich das, was hinter allem immer steht, damit wir uns gut fühlen und damit wir dann möglichst lange uns auch gut fühlen. Herzlichen Dank für heute, lieber Marike.
Dr. Marike Albrecht37:27
Sehr gerne!
Nicola37:29
Hormone mitdenken, das ist doch jetzt wirklich, das kann sich Mann wie Frau doch echt gut merken. Und es ist doch phänomenal, wie weit wir inzwischen sind, mitdenken zu können, was wir vor paar Jahren noch gar nicht wussten. Weil wir jetzt eben in der Lage sind, so ein bisschen differenzierter auf den Körper zu gucken, weil es wahrscheinlich auch viel mehr Frauen in entscheidenden Positionen gibt zum Thema Gesundheit, die sagen, wir Frauen ticken an der einen oder anderen Stelle anders oder wir sollten generell mal auch auf die Hormone drauf gucken. Wir alle profitieren davon und ich meine, wie viele Menschen gibt es, die schlecht schlafen, die doch über weite Zeiträume auch merken, dass sie einfach nicht gut drauf sind. Man muss es nicht gleich Depressionen nennen, aber doch zu lange Phasen von eher dunklen Gedanken haben.
Und wir Frauen mit den Zyklusbeschwerden, ich meine, das beginnt als junges Mädchen und endet eigentlich nie. Das muss man echt so sagen, da haben es die Männer schon ein bisschen einfacher. Was ich auch mag, wenn ich Ärztinnen treffe, die so einen pragmatischen Ansatz haben.
Wie jetzt die Marike, die einfach sagt, natürlich kann man ein Hormonbild nach dem anderen machen, aber das macht auch gar keinen Sinn. Und sie hat es ja angedeutet. Dieses ganze Scannen und Tracking, was wir heutzutage haben, nur weil wir es eben können und wenn wir genügend Geld ausgeben wollen, auch machen. Das lässt uns ja manchmal dann mit einem Befund zurück, wo wir nicht darüber nachgedacht haben, was machen wir jetzt damit?
Muss man jetzt wirklich tiefer bohren, aber wenn man dann mal was gefunden hat, bohrt man auch tiefer. Und letztens meinte auch ein Arzt zu mir zu Recht, ja, dieses ganze Longevity, also dass ich mich total immer hier scanne und tracke, bedeutet vielleicht in erster Linie, dass ich es erst mal selbst bezahle. Aber wenn dann was gefunden wird, es wird meistens irgendwas gefunden. Dieses tiefer bohren, das geht dann voll aufs Gesundheitssystem. Und das bezahlen wir dann alle. Da dachte ich schon mal.
Das denken die meisten von uns, auch ich, gar nicht so unbedingt mit. Ich hatte auf jeden Fall letztes Jahr von einem Arztvater, von einer guten Freundin von mir, der pensionierte Vater, Hausarzt seines Zeichens, der hat mich nur so angeguckt und hat gesagt, du hast noch genügend Östrogene. Und ich so, woher er das denn wissen will und sagt, du hast noch keine Falten.
Oder nicht genug Falten. Und ich war dann erst so, ich hab's dann gar nicht mehr hinterfragt und dann dachte ich so, ach ja schau mal, das ist jetzt natürlich nicht, dass ich erst dadurch heiß geworden bin auf das Thema Hormone, aber wenn ich ehrlich bin, ist es doch nochmal so ein Trigger mehr zu sagen, naja, wenn ich zwar keine Beschwerden habe, wegen meiner Menopause, Wechseljahre, aber doch sage ich möchte das Schutzschild meiner Hormone, meiner Östrogene weiterhin hochhalten und damit auch hoffentlich möglichst lange weniger Falten zu haben.
Dann gilt es doch mal reinzuhorchen und mit Ärzten zu sprechen. Und ja, es ist doch spannend zu sehen, dass die offizielle Leitlinie eben sagt, nee, Hormontherapie ist weiterhin keine Prävention. Es ist eine reine Therapiesache. Das ist ja erst mal eine Ansage. An die müssen und sollten sich die Ärzteschaft halten. Und dann kann jeder von uns nochmal individuell draufgucken mit seinem Arzt, mit seiner Ärztin, was er denn damit auch machen will. Ich habe auf jeden Fall die Erkenntnis aus diesem Gespräch mitgenommen, dass ich generell jetzt viel, viel sensibler, aber merkte ja schon, auf das Thema Hormone nicht nur reagiere, sondern auch nachdenke. Dass ich wirklich auch jetzt nochmal sehen will, auch wenn ich qua Falten denke, okay, ich habe weiterhin, hoffentlich noch genügend Östrogene, aber damit ist irgendwann mal Schluss und man darf auch nicht zu spät mit Hormonen wieder beginnen, nachzuschieben. Was mich aber auch hier beruhigt, ist so einen Ansatz zu sagen, du kannst dir erst mal ein bisschen und dann kann man es ein bisschen steigern. Und solche, ja, sag mal medizinische Begleiter brauchen wir. Also wenn ich so jemanden habe, den halte ich dann ganz fest, weil ich sage, es gibt halt solche und solche Ärztinnen.
Wie es halt solche und solche Menschen gibt. Und diejenigen, die ganzheitlich drauf gucken, aber dabei pragmatisch bleiben, da fühle ich mich persönlich am besten aufgehoben.
Ein Thema, was ich bei den Hormonen auch noch ein bisschen tiefer bohren will, ist, dass der Darm und die Leber, die sind schon auch mitverantwortlich, wie das Östrogen sich verteilen kann, zirkuliert. Beständigkeit hat in unserem Körper. Und die aufmerksamen Podcast-Hörerinnen unter euch, wissen ja, dass ich erst kürzlich einen...
Wasserfasten-Experten, nenn ich Ihnen. Nein, er ist natürlich Wissenschaftler, er ist Arzt. Und er propagiert für die Leber, für eine gesunde Leber, für den Abbau von Fettleber eine einfache Therapie, nämlich Wasserfasten. Und da bin ich ja das erste Mal kläglich gescheitert. Aber ich hab's weiterhin auf meiner Agenda. Und jetzt umso mehr, seit ich weiß, dass es da einen Zusammenhang gibt auch zu dem Thema Östrogene in meinem Körper.
Und dass Östrogene wiederum was zu tun haben mit Osteoporose. Da bin ich ja zum Glück gut aufgestellt. Da habe ich diese Knochendichte Messung machen lassen, die der Experte empfohlen hat hier im Podcast. Wer es noch nicht hat machen lassen hier, ihr Frauen, ihr Älteren über 40, kümmert euch mal drum. Das kostet echt nicht viel, unter 100 Euro und ist eine gute Basis zu wissen, wo steht man denn zu diesem Thema.
Und das Thema Osteoporose habe ich jetzt erst wieder in einer Studie gelesen, hängt auch damit zusammen mit was? Mit unserem Gedächtnis. Also mit dem Thema Alterserscheinungen Demenz. Auch da will ich noch mal tiefer bohren. Also ihr seht schon, es gibt so einige Zusammenhänge im Körper. Die kann man ernst nehmen. Und ich bin ja so ein pragmatischer Mensch auch, der sagt so na ja.
Ich will es auch bisschen effizient haben. Ich will mal gucken, wo stocher ich am besten rein und hab dann schöne Abstrahleffekte. Und das Thema Leber und Wasserfasten, da werden wir uns auf jeden Fall noch mal dazu sprechen und Für heute hoffe ich, dass ihr es so spannend gefunden habt wie ich, mit einer Ärztin zu sprechen, die sich dem Thema Hormonen...
wirklich schon seit längerem annimmt, ein tolles Buch darüber geschrieben hat. Link in den Show Notes, wie schon erwähnt. Und ja, ich bleibe bei diesem Thema dran. Ich bin da noch nicht am Ende der Weisheit angekommen. Aber jetzt erst mal wünsche ich uns allen. Ihr seht ich sitze draußen. Einen wunderbaren Sommer und bis zum nächsten Mal. Eure Nicola, heute aus dem Park in Düsseldorf Stadt.
Transkript der Folge „Hormone mitdenken: Wie bioidentische Hormone dein Schutzschild für gesunde Langlebigkeit werden“ — automatisch erstellt und redaktionell geprüft.
Erst mit 55 hat sich Nicola überhaupt mit dem Thema Hormone beschäftigt – dabei sind sie ein zentrales Werkzeug für gesunde, lange Jahre. Ärztin Dr. Marike Albrecht erklärt, warum Hormone weit mehr sind als Hitzewallungen, was bioidentische Hormone von synthetischen unterscheidet und wie du herausfindest, ob eine Therapie für dich Sinn macht. Du nimmst mit, wie du deinen Körper differenzierter liest und mit Ärzt:innen auf Augenhöhe darüber sprichst.
Warum sind Hormone für unsere Gesundheit so entscheidend
Hormone sind Botenstoffe, die unseren Zellen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben – und sie steuern fast alles: ob es uns gut geht, ob wir gute Laune haben, wie unser Blutdruck funktioniert, ob Gefässe und Knochen gesund bleiben.
Dabei spielen Hormone im Alltag – und selbst im Medizinstudium – oft nur eine nebensächliche Rolle. Ein gutes Hormonsystem ist aber in jeder Lebensphase wichtig, von der Schwangerschaft bis ins hohe Alter, und betrifft Frauen wie Männer.
Neben der bekannten Schilddrüse lohnt sich der Blick auf die Eierstockhormone Progesteron, Östrogen und Testosteron sowie die Nebennierenrindenhormone.
Was bedeutet bioidentisch bei einer Hormonersatztherapie
Bioidentische (oder naturidentische) Hormone sind Moleküle, die sich strukturell nicht von unseren körpereigenen Hormonen unterscheiden. Gibt man etwa Progesteron, ist es dem Körper bekannt und vertraut – und deshalb relativ nebenwirkungsarm.
Früher nutzte man dagegen synthetisch veränderte Moleküle, ähnlich wie in der Antibabypille. Weil die Zelle diese als körperfremd erkennt, verhalten sie sich anders und machen mehr Nebenwirkungen.
Eine bioidentische Hormontherapie hat immer das Ziel, etwas Natürliches wieder auf ein Wohlfühllevel zu bringen – nicht, den Körper mit fremden Stoffen zu überladen.
Können Hormone im Alter vor Osteoporose und Herz-Kreislauf-Krankheiten schützen
Immer mehr Frauen fragen aktiv nach – weil sie in der Familie Osteoporose, Schlaganfälle oder Demenz kennen. Eine Garantie gibt es nicht, aber Hormone spielen bis ans Lebensende eine wichtige Rolle.
Besonders am Knochen sind es die Östrogene, die am meisten schützen. Nach den Wechseljahren fehlen sie chronisch – je länger dieser Mangel anhält, desto wahrscheinlicher wird eine Osteoporose.
Mit einer niedrig dosierten Östrogentherapie lässt sich der Knochenschwund mindestens aufhalten. Bewegung, Kraftsport und kalziumreiche Ernährung bleiben die Basis – die Hormone sind das zusätzliche Werkzeug.
Erhöhen bioidentische Hormone das Brustkrebsrisiko
Die Angst vor Brustkrebs stammt aus Studien an synthetisch veränderten Hormonen – diese Fremdstoffe können das Risiko potenziell leicht erhöhen. Für bioidentische Hormone gibt es diese Untersuchungen nicht, und es wird sie laut Expertin wohl nie geben, weil sie nicht patentierbar sind.
Über Physiologie und Biochemie lässt sich aber sagen: Hormone machen keinen Krebs. Synthetische Stoffe können höchstens eine bereits bestehende Krebszelle zum Wachsen anregen – ausgelöst haben sie ihn nicht.
Die Theorie der Ärztin geht sogar weiter: Bioidentische Hormone schützen eher vor Krebs, weil der natürliche Hormonschutz mit 40 plus abnimmt, wenn Brustkrebs häufiger auftritt.
Wie funktioniert der Einstieg in eine Hormontherapie – der Sweet Spot
Man muss nicht die volle Dosis nehmen. Wirft man einer Frau nach Jahren des Mangels plötzlich hohe Dosen entgegen, reagiert der Körper mit unerwünschten Effekten – etwa einer Blutung, die nach Jahren gar nicht mehr zum Leben dazugehört.
Ziel ist ein Sweet Spot: nicht das Hormonlevel einer 20-Jährigen, sondern etwa das Niveau von Mitte 40, wo man sich noch richtig gut gefühlt hat. Dieser Punkt ist für jede Frau anders.
- Niedrig starten und genau schauen, was tatsächlich fehlt – nicht jede Frau braucht alles.
- Schrittweise herantasten und ins eigene Befinden hineinhorchen.
- Auch mal für vier Wochen oder drei Monate ausprobieren, ohne sich langfristig zu verpflichten.
Woran erkenne ich eine kompetente Ärztin für Hormone
Ein weit verbreiteter Irrtum: Nicht jeder Gynäkologe ist automatisch Hormon-Experte. Gynäkolog:innen sind top in Ultraschall, Operationen und Krebserkrankungen – Hormone sind aber nicht zwangsläufig ihr Steckenpferd.
Achte auf Hinweise wie Gynäkologische Endokrinologie (die Wissenschaft von den Hormonen), eine Hormonsprechstunde oder Mitgliedschaft in einer Menopausegesellschaft.
Es muss nicht die Gynäkologin sein: Auch Hausärzt:innen und Heilpraktiker:innen bilden sich weiter. Ein gutes Zeichen ist eine Ärztin, die klar sagt, wo ihr Wissen aufhört – und dich gezielt weiterschickt.
Welche Hormonzeichen sollten schon jüngere Frauen ernst nehmen
Der Zyklus ist ein guter Indikator. Ein gesunder Zyklus (ohne Pille) ist regelmässig zwischen 25 und 35 Tagen lang, startet mit einer kräftigen roten Blutung, ohne Schmierblutung, ohne starke Schmerzen oder starkes PMS.
Auch Schlafprobleme ohne grossen Stress, neu auftretende Ängste, Panikattacken oder Depressionen können ein Signal sein, an die Hormone zu denken.
Der sogenannte Hormonbauch betrifft oft Frauen ab 35–40 in der Perimenopause: Durch sinkendes Progesteron lagert sich viszerales Bauchfett um die Organe an. Dieses Fett ist hormonaktiv, schüttet Entzündungsstoffe aus – ein Balance-Ausgleich kann hier gegensteuern.
Wichtig: Eine Hormontherapie ist eine individuelle Entscheidung und gehört immer in ärztliche Hand. Niemand muss Hormone nehmen. Die meisten bioidentischen Hormone sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Lass dich aufklären, wäge Nutzen und Risiken im Einzelfall mit Arzt oder Ärztin ab – besonders bei familiärer Vorbelastung oder bestehenden Erkrankungen. Behandelt wird der Mensch, nicht der Laborwert.
Der 100+ Expertentipp
Auf Nicolas 100-plus-Expertenfrage nach der einen wichtigsten Massnahme antwortet Dr. Marike Albrecht:
„Die Hormone mitdenken. Das heisst nicht, dass jeder Hormone nehmen muss oder immer Hormone braucht, aber dass die Hormone eine grosse Rolle spielen in unserer Gesundheit, in unserem Wohlfühlen, in unserer gesunden Langlebigkeit. Das müssen Frauen, Behandler, eigentlich alle wissen und ernst nehmen.“
Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen
Fang an, Hormone mitzudenken: Achte bewusst auf Zeichen wie schlechten Schlaf, gedrückte Stimmung oder Zyklusveränderungen und sag dir, dass das nicht einfach „normal“ ist.
Wenn Beschwerden da sind, lass ein Hormonbild machen (einmal im Jahr reicht meist) und such dir eine Ärztin oder einen Arzt mit echter Hormon-Expertise: erkennbar an Gynäkologischer Endokrinologie, Hormonsprechstunde oder Teilhabe an Expertenrunden wie Menopausegesellschaft.
Wäge mit ärztlicher Begleitung eine niedrig dosierte, bioidentische Hormontherapie ab – zunächst zum Ausprobieren über einige Wochen, um herauszufinden, ob sie dir guttut. Finde ich einen sehr pragmatischen Ansatz.
Damit du morgen früh noch daran denkst
Der tägliche 100+ Funke: ein Impuls am Morgen, in zehn Sekunden gelesen — und du bist wieder bei deinem nächsten kleinen Schritt.
So sah der Funke am 16. Juli aus:
„Heute eine einzige Sache, nur für dich: fünf Minuten Stille, ein Glas Wasser am offenen Fenster, ein tiefer Atemzug — bewusst, ohne schlechtes Gewissen. Wer für alle sorgt, vergisst sich selbst zuerst. Heute nicht. Tipp auf „Gemacht". 💛“
Nicolas Selbsttest
Hormone mitdenken – das kann sich Mann wie Frau echt gut merken. Ich finde es phänomenal, wie weit wir inzwischen sind: differenzierter auf den Körper zu gucken, weil es mehr Frauen in entscheidenden Positionen gibt, die sagen, wir Frauen ticken an mancher Stelle anders.
Ich mag Ärztinnen mit pragmatischem Ansatz wie Marike. Sie sagt klar: Nicht ein Hormonbild nach dem anderen machen, nur weil wir es können. Und ein Arzt hat mir mal zu Recht gesagt: Dieses ganze Scannen und Tracken bezahle ich erst selbst – aber wenn dann was gefunden wird, geht das Tieferbohren voll aufs Gesundheitssystem.
Ehrlich gesagt hatte ich letztes Jahr einen Trigger: Ein pensionierter Hausarzt schaute mich an und sagte, ich hätte noch genügend Östrogene – ich hätte noch nicht genug Falten. Das hat mich zwar nicht heiss aufs Thema gemacht, aber es ist ein Grund mehr zu sagen: Ich möchte das Schutzschild meiner Östrogene möglichst lange hochhalten. Man darf auch nicht zu spät wieder mit Hormonen beginnen. Beruhigend finde ich, dass man niedrig dosiert starten und langsam steigern kann. Das steht bei mir auf jeden Fall noch an. Die naturidentische Variante hat mich überzeugt.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen bioidentischen und synthetischen Hormonen
Bioidentische Hormone sind strukturell identisch mit den körpereigenen Hormonen und werden vom Körper erkannt – deshalb sind sie relativ nebenwirkungsarm. Synthetisch veränderte Hormone, wie sie in der Antibabypille oder früheren Hormontherapien stecken, sind körperfremd und verursachen mehr Nebenwirkungen. Das untersuchte Brustkrebsrisiko bezieht sich auf die synthetischen Varianten.
Empfiehlt die Leitlinie Hormone zur Prävention
Die aktuelle Leitlinie empfiehlt Hormone nicht zur reinen Prävention. Sie sind offiziell eine Therapiesache bei Beschwerden. Allerdings ist die Grenze zwischen Prävention und Behandlung nicht schwarz-weiss: Ein hohes Osteoporoserisiko mit verminderter Knochendichte kann ein wichtiger individueller Grund sein. Das gehört im Einzelfall zwischen Arzt und Patientin besprochen.
Brauche ich für bioidentische Hormone ein Rezept
Die meisten bioidentischen Hormone in Deutschland sind verschreibungspflichtig, darunter Progesteron, Östradiol und Testosteron. Einige haben einen Zwischenstatus, etwa Melatonin, das man mittlerweile kaufen kann. Pregnenolon und DHEA sind in Deutschland rezeptpflichtig, in Österreich und den USA aber frei erhältlich.
Wann sollte ich ein Hormonbild machen lassen
Die Expertin rät ab von reinem Optimierungswahn ohne Beschwerden. Sinnvoll ist die Messung, wenn tatsächlich Beschwerden da sind – dann aber genau hinschauen und nicht nur zwei Werte. Ein komplettes Hormonprofil ist meist eine Selbstzahlerleistung. Einmal im Jahr reicht in der Regel völlig; behandelt wird immer der Mensch und seine Geschichte, nicht der Laborwert.
Was ist der Hormonbauch und warum ist er gesundheitlich relevant
Der Hormonbauch ist kein medizinischer Begriff, betrifft aber viele Frauen ab 35–40 in der Perimenopause. Durch sinkendes Progesteron lagert sich viszerales Fett um die Organe an. Dieses Fett ist hormonaktiv, schüttet Entzündungsstoffe aus und produziert selbst Östrogene – deshalb ist es nicht nur kosmetisch, sondern gesundheitlich ungünstig. Bewegung, angepasste Ernährung und teils ein Hormonausgleich helfen gegenzusteuern.
Und so wird mein Weg auch zu deinem Weg:

