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Weniger, weniger oft essen

Wasserfasten gegen Fettleber: Wie 2 Wochen ohne Essen deinen Stoffwechsel zurücksetzen

Folge #34 · mit Prof. Dr. Peter Schwarz (TU Dresden · Prävention & Stoffwechselgesundheit · Präsident der weltweiten Diabetesgesellschaft)

Das Video läuft mit Untertiteln.

🎧 Lieber hören?

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 85 % der Menschen in Deutschland haben eine Fettleber – auch schlanke, sportliche Menschen.
  • Die Hauptursachen sind frittierte Kohlenhydrate und Zuckerersatzstoffe – nicht in erster Linie Alkohol.
  • Ab etwa 100 Gramm Leberfett wirkt Bewegung kaum noch: 10.000 Schritte zählen für den Körper wie 2.000.
  • Nur Wasserfasten baut gezielt Leberfett ab. Nach 14 Tagen sind über 80 % der Fastenden es los.
  • Zwei Wochen Wasserfasten sind eine medizinische Massnahme – ärztlich begleiten, nicht für jede:n geeignet.

Das ganze Gespräch zum Nachlesen

Das vollständige Transkript der Folge — zum Mitlesen, Nachschlagen und Zitieren.

Transkript anzeigen

Nicola00:00

Herzlich willkommen zurück zum Podcast zu Langlebigkeit, unserem gemeinsamen Weg der neuen Erkenntnisse für ein gutes, erfülltes und auch langes Leben. Das Thema Heilfasten hat mich noch nie so richtig angesprungen. Wisst ihr schon, dieses Buchinger Fasten oder Fastenwandern? Ich fand auch immer dieses Konzept, naja, ich bezahle ganz viel Geld, damit ich am besten gar nichts esse irgendwie falsch rum. Ich gebe lieber viel Geld aus dafür, dass ich richtig schön und gut essen darf. Aber mein Blick auf das Heilfasten selbst, das hat sich total geändert. Und warum? Ja, daran ist dieser Herr schuld.

Nicola00:46

Dass der Körper gewohnt ist, über längere Zeit ohne Nahrung auszukommen, das machen sich ja unterschiedliche Fastenmethoden schon seit einiger Zeit zunutze, um auch zu heilen. Aber in seiner Radikalität bin ich letztens über einen Artikel gelesen. Da hat ein Professor von der Technischen Universität Dresden gesagt, Mensch, also zwei Wochen nur fasten beziehungsweise nur Wasser trinken mit Wasserfasten. Das ist der schnellste Weg, um Longevity-Pluspunkte zu sammeln, was seinen eigenen Körper und seine eigene Gesundheit betrifft. Und da dachte ich, da möchte ich natürlich nachhören bei Herrn Prof. Dr. Schwarz. Er ist Experte zu den Arbeitsschwerpunkten Prävention und Stoffwechsel Gesundheit. Ich muss hier bisschen ablesen.

Und hat vor einigen Jahren schon das Thema Wasserfasten für sich selbst entdeckt und dann auch für seinen Arbeitsschwerpunkt, dann auch für seine Professur, ist jetzt auch Autor eines Buches darüber. Und mit ihm möchte ich darüber sprechen, wie viele Bonuspunkte wir da sammeln können und wer das überhaupt machen kann. Herzlich willkommen, Professor Dr. Schwarz.

Prof. Peter Schwarz02:06

Ja, vielen herzlichen Dank. Ich freue mich sehr über die Einladung, freue mich sehr, hier zu sein. Vielen herzlichen Dank für die Einführung. Was vielleicht ein Aspekt ist, der bei mir noch dazukommt, ist, ich bin auch derzeit Präsident der weltweiten Diabetesgesellschaft, also Präsident von 259 Diabetesgesellschaften. Und warum sage ich das? Weil

Nicola02:19

Ja.

Okay, zu den nächsten.

Prof. Peter Schwarz02:29

wenn man viel in der Welt bei den Mitgliedsgesellschaften unterwegs ist, dann lernt man ja ganz viel unterschiedliche Herangehensweisen an die Gesundheit von Menschen mit Diabetes oder Menschen mit chronischen Erkrankungen kennen. Und das war ein weiterer wichtiger Punkt, warum meine Journey im Bereich des Fastens oder insbesondere im Bereich des Wasserfastens so stark abgelaufen ist, weil ich es eben auch gesehen habe, wie das in anderen Ländern funktioniert und wie das in anderen Ländern fester Bestandteil ich würde sagen, der Therapie ist oder der Prävention ist. Aber es gibt zwei Länder weltweit, wo Fasten in der Verfassung verankert ist. Das ist Tahiti und Mauritius. Weil die seit Jahrzehnten schon ein dramatisches Übergewichts- und Adipositasproblem haben. Und sie haben Longevity angesprochen. Die Menschen viel früher dort sterben durch diese chronischen Erkrankungsrisiken. Und wir sehen, dass die Risiken, vor ...

Nicola03:03

Das? Ja.

Klasse.

Mhm. Mhm. Mhm.

Prof. Peter Schwarz03:28

Also die so vor 30 Jahren in Indien und in der Südsee losgegangen sind, die erreichen uns jetzt, gerade mit der Leberverfettung. Aber das erkläre ich nachher gerne nochmal auch kurz. Aber ich freue mich total hier zu sein.

Nicola03:41

Deswegen auch schon, wann haben Sie denn das letzte Mal Wasser gefastet? Wie lange ist das jetzt her?

Prof. Peter Schwarz03:47

Das ist jetzt drei Monate her. Das war eigentlich, kurioserweise, genau zu dem Zeitpunkt, als mein Buch erschienen ist. Das Buch sollte eigentlich drei Wochen später erscheinen, dann ist es vorgezogen worden. Dann ist es genau in meiner Fastenzeit herausgekommen. Ich mache das immer einmal im Jahr. Das ist so mein Modell, ⁓ meine persönliche Reset-Taste für meinen Stoffwechsel zu drücken. Ich habe das jetzt 17 Mal hintereinander schon gemacht.

Nicola03:57

Ja. Ja. Ja. Ja. Ja.

Prof. Peter Schwarz04:14

Also es ist immer so alle neun bis zwölf Monate gemacht. Und natürlich verstehe ich jeden, der jetzt sagt, zwei Wochen lang nichts essen, das geht doch nicht, das ist doch unmöglich, da sterbe ich doch. Nein. Wir haben viel mehr Phasen in der Evolution gehabt, wo wir nichts zu essen hatten, als Phasen, wo wir so viel zu essen hatten wie heute. Heute sind wir permanent in einem Stadium der Überernährung. Vor 100 Jahren haben wir etwa das Gleiche gegessen, wie wir heute essen.

Nicola04:15

17 Mal. Also, also.

Vielen Dank.

Prof. Peter Schwarz04:43

Die Qualität dessen, was wir heute essen, ist schlechter als vor 100 Jahren. Aber wir bewegen uns nur noch zu 18 Prozent so viel wie vor 100 Jahren. Und das sind etwa 300, 400 Kilokalorien Unterschied. Und das ist eigentlich die Overnutrition oder die Überernährung, in der wir drin sind. Und wenn das losgeht, nach der Pubertät eigentlich schon beginnt, dass wir in der Leber Fett ansammeln. Wenn die Leber dann verfettet ist, wir sprechen da über 20, 30, 40 Gramm Fett erst mal nur, dann

Nicola04:51

Mh.

Prof. Peter Schwarz05:12

geht das auch in die Bauchspeicheldrüse, dann gibt es sogenannte Fett im Pancreas. Und das ist die Ursache der chronischen Erkrankung 30 Jahre bevor die Erkrankungen ausbrechen. Also wenn Fett in der Leber ist, Fett in Pancreas ist, dann kriegt man diese chronischen Erkrankungen. Und der einzige Weg, das wieder rauszubekommen, ist das Wasserfasten oder es gibt eine zweite Möglichkeit und das ist eine 800-Kilokalorien-Diät über 10 Wochen. Und jetzt überlegen Sie mal selbst, wenn Sie

Nicola05:17

Mhm.

Mh. Mh. Mh. Mh. Mh. Mh.

Prof. Peter Schwarz05:42

die den schnellsten Zugewinn an Gesundheit für sich generieren können. Das hängt daran, dass das Fett aus dem Pankreas und der Leber verschwinden muss. Und Sie haben zwei Möglichkeiten, zehn Wochen lang 800 Kilokalorien oder zwei Wochen lang nichts zu essen. Dann ist es viel einfacher, zwei Wochen lang nichts zu essen, weil unser Körper ist darauf vorbereitet, über die Ketose, in die man kommt, das ist brillant fürs Gehirn, wir fühlen uns stark, fühlen uns kraftvoll und nach dem zweiten Tag ist auch das Hungergefühl weg.

Nicola05:51

Okay.

Prof. Peter Schwarz06:12

Es ist also in meinen Augen wahrscheinlich tatsächlich die einfachste Form Gesundheit und Sie haben es Longevity genannt. Ich würde sagen, Gesundheit den Zugewinn, aber es ist auch der größte Schritt Richtung Longevity, den wir für uns selbst generieren können.

Nicola06:17

Okay.

Ja.

So, jetzt sind sie mit uns schon im Galopp sozusagen einmal durch. Wir könnten eigentlich schon beenden, weil ich sag mal, das war wie so eine kleine Werbespot für dieses Wasserfasten. Aber noch mal einen Schritt zurück, weil viele Leute können sich das gar nicht mal vorstellen. Sie haben es erwähnt. Fangen wir mal kurz bei der normalen Ernährung an. Sie meinten, wir ernähren uns viel schlechter als bisher. Was meinen Sie da genau?

Prof. Peter Schwarz07:01

Es gibt schöne Studien, die untersucht haben, wie wir uns vor 100 und 125 Jahren ernährt haben und wie wir das heute machen. Und wie sich unser Alltag, unser Lebensstil geändert hat. Das ist so eine Kurve, die geht komplett auseinander. Wir essen etwa 8 bis 10 Prozent mehr Kilokalorien als vor 100 Jahren. Die Qualität dessen, was wir essen, ist aber deutlich schlechter geworden. Die ganzen prozessierten Nahrungsmittel, industriell hergestellte Nahrungsmittel.

Nicola07:23

Mhm.

Warum? Okay.

Prof. Peter Schwarz07:31

Wenn Sie ein Stück Fleisch

Nicola07:31

Okay.

Prof. Peter Schwarz07:32

in einem Supermarkt kaufen, das sein, dass das 80 industrielle Prozessierungsschritte hinter sich hat. Da ist also Chemie drin, da wird reingespritzt und da wird draufgespritzt. Oder wenn Sie Obst aus China bekommen, da ist ein Fettfilm drüber, das Obst haltbar zu machen, dass es eben über Wochen transportiert werden kann. Und das sind ganz stark gesättigte Fettsäuren. Und da gibt es Tausenden solcher Beispiele. Das ist eben...

prozessierte Nahrungsmittel, industriell hergestellte Nahrungsmittel, die machen uns krank. Und das heißt also, wir essen ein bisschen mehr, aber schlechtere Nahrung als vor 100 Jahren. Da könnte man auch noch sagen, damit kann man umgehen. Das Entscheidende, was wir verändert haben, ist, wir bewegen uns im Schnitt nur noch zu 18 Prozent so viel wie vor 100 Jahren. Und wenn wir jetzt auch 80 Prozent weniger essen würden, dann wäre das auch kein Problem mehr. Aber das machen wir ja nicht.

Nicola08:07

Ja.

Prof. Peter Schwarz08:27

Deswegen essen wir pro Tag etwa 300 bis 400 Kilokalorien zu viel. Und wenn Sie das mal ein Monat lang machen, ist das nicht schlimm. Da nehmen Sie einen Kilo zu. Aber wenn Sie das 20 Jahre machen, dann akkumulieren Sie Fett in der Leber, dann im Pankreas. Das macht uns krank. Und 100 Gramm Fett in der Leber machen uns zum Non-Responder für körperliche Aktivität. Das heißt, Sie laufen 10.000 Schritte.

Nicola08:31

Erklären Sie das mal bitte?

Prof. Peter Schwarz08:54

Aber es wirkt auf den Körper nur, als wären sie 2000 Schritte gelaufen. Und das ist das Fett in der Leber. Und wir kennen alle diese Menschen in unserem Umfeld, die sagen, ich mache doch Sport und ich bewege mich, aber es bringt nichts. Und das liegt an dem Fett in der Leber. ... In der Medizin ist nie etwas eineindeutig. In der Medizin gibt es auch nie 100 Prozent. Aber wenn Sie sich jetzt 500 Studien anschauen, dann finden Sie vielleicht ...

Nicola08:56

Ja.

Ist das so? Ein-eindeutig? Ist das wirklich?

Ja.

Ja.

Prof. Peter Schwarz09:24

zehn Studien, die das infrage stellen, aber sie finden 420 Studien oder sie finden 480 Studien, die das beweisen. Und damit ist es, wir nennen das ja Evidenz, 100 Prozent gibt es nie, sicher gibt es auch nie, aber wir sagen, die Evidenz ist sehr hoch, dass es genauso ist. Und wir können das ja sehen, wir können ja in die Leber reinstechen, wir können jetzt mit modernen bildgebenden Verfahren.

Nicola09:26

Ja.

Mhm. Mhm.

Mhm. Mhm.

Prof. Peter Schwarz09:53

Das ist die MRT-Spektroskopie. Können wir genau schauen, wie viel Fett ist in der Leber Da sehen wir zum Beispiel, wenn jemand 300 Gramm Fett in der Leber hat, dann fastet der. Nach dem Fasten ist es weg. Wir sehen, dass seine gesundheitliche Situation... Manchmal sage ich, man wird 20 Jahre jünger. Das nutze ich jetzt genau, weil Sie vorhin Longevity genannt haben. Aber wir haben Beispiele von Patienten...

Nicola09:53

Ja.

Ja.

Prof. Peter Schwarz10:23

die sind vom Stoffwechsel her tatsächlich 20, 25, 30 Jahre Stoffwechsel jünger geworden durch das Fasten.

Nicola10:33

Jetzt werden wir ...

Prof. Peter Schwarz10:34

Und ich entschuldige mich nochmal für die Werbung fürs Wasserfasten. Natürlich mache ich Werbung fürs Wasserfasten, weil wenn Sie als Arzt und als Wissenschaftler überzeugt sind von einer Sache, das untersucht haben und die Studien gemacht haben, dann ist es ja unsere ethische Verpflichtung, Werbung für die beste Form der Gesundheitsvorsorge zu machen.

Nicola10:41

Absolut.

Ja, ja, ja.

Absolut. Und wenn man ihr Buch liest, und ich hab's sehr gern gelesen, weil sie es sehr zugänglich auch formulieren, überhaupt nicht vom Elfenbeinturm betrachtet, sondern sie haben es schon erwähnt, sie selbst fasten und sind jetzt schon das 17. Mal mit dabei. Also man nimmt es ihnen auch ab, was sie da mit an die Hand geben. Aber noch mal, die Menschen, die jetzt zuhören und sagen, ja, also Übergewicht, Adipositas ist nicht mein Thema.

Prof. Peter Schwarz11:06

Woha!

Nicola11:23

Also habe ich auch keine Fettleber. Oder andersrum betrachtet, wie kann ein normaler Mensch, der zwar Blutbilder macht und so weiter, feststellen, ob er eine Fettleber hat ...haben könnte.

Prof. Peter Schwarz11:36

Es gibt zwei ganz wichtige Ursachen für die Fettleber. Jetzt springe ich erst mal nach Asien. Wir sehen in Indien zum Beispiel, dass dort die Menschen, eine aggressive Diabetesverlaufsform entwickeln, die sind ganz schlank. Wir nennen das BMI, ist 24, 23. Das sind also gertenschlanke Personen. Die haben 100 Gramm Fett in der Leber oder 150 und werden dadurch krank. Jetzt aber die Frage, wo kommt das her? Da gibt es zwei Ursachen.

Nicola11:41

und Ja.

Ja?

Ja.

Prof. Peter Schwarz12:05

Das eine sind frittierte Kohlenhydrate. Das heißt, wenn Sie, ich meine dieses Deep Fry, wenn man die Sachen in so einem Käfig tut, in ein Ölbad hängt. Wenn Sie Kohlenhydrate bei einer Temperatur von über 129,7 Grad frittieren, entstehen Verbindungen zwischen Glucose und Fett und die sind sehr stabil. Und das essen wir natürlich dann. Das ist ja lecker. Da läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Und diese Verbindung könnte der Körper aufbrechen zur Energiegewinnung.

Nicola12:25

Okay. Ja, ja.

Prof. Peter Schwarz12:34

Aber er braucht dazu zu viel Energie. Und wenn wir in diesem dann in der Überernährung sind, also immer Zucker und Glucose ankommt, die er sofort verbrennen kann, dann bricht er diese Verbindung nicht auf und speichert sie. Und wo speichert er sie? In der Leber. Und das ist das, was wir metabolisch assoziierte Leberverfettung nennen. Und die zweite Ursache, das ist noch viel verrückter, das sind Zuckerersatzstoffe. Es gibt in der EU 38 Zuckerersatzstoffe und 36 davon

Nicola12:48

Okay.

Mhm.

Mhm.

Vielen

Prof. Peter Schwarz13:04

verändern die Bakterienzusammensetzung in unserem Darm. Das nennen wir Mikrobiom. Das heißt, wenn Sie jeden Tag eine Cola light trinken und dann überschreiten Sie diese Schwelle an Zuckerersatzstoffen schon, es tut mir leid, dass ich jetzt ein Produkt gelandet habe. Wir sind ja immer so drauf gebrieft, keine Produkte zu nennen, aber in dem Fall geht das wahrscheinlich nicht. Ja, genau.

Nicola13:08

Energydrinks, was auch immer gilt für alle, sag ich mal, Softdrinks dieser Welt.

Prof. Peter Schwarz13:27

Genau, aber das Entscheidende sind die Zuckerersatzstoffe. 36 davon verändern das Mikrobiom. Das sind 13 andere Bakterien, die in unseren Darm einwandern. Und die helfen uns zu verdauen, die tun nicht weh. Aber was machen die? Die produzieren Stoffwechselendprodukte, also Metaboliten. Und das ist ein Glucosomolekül, gebunden an eine Fettsäure. Das ist fast exakt das Gleiche, was entsteht, wenn Sie Kohlenhydrate frittieren. Produzieren dann die Bakterien in unserem Darm.

Nicola13:37

Ja?

Ja.

Okay.

Prof. Peter Schwarz13:54

Es führt zum Gleichen, zur Leberverfettung. Warum sage ich das so viel? Weil beide sind Dinge, die jeder von uns, jeder, der das jetzt hört, relativ einfach ändern kann. Auf frittierte Kohlenhydrate zu verzichten und Zuckerersatzstoffe zu verzichten, sollte eigentlich funktionieren. Warum ist das Problem aber heute so schlimm? Weil wir immer mehr frittierte Sachen essen. Und dass in vielen Restaurants Sachen frittiert werden.

Nicola13:54

Mh.

Mmh.

Ja.

Ja.

Und dann

Prof. Peter Schwarz14:23

Und mit der eigentlich guten Strategie gegen Zucker in Produkten, die Produkte zuckerfrei gemacht werden, aber dafür Zuckerersatzstoffe reingetan werden. Das heißt, wir konsumieren heute viel mehr Zuckerersatzstoffe als vor 20 Jahren. Wir haben das mal in Kiel untersucht, eine Studie gemacht in Supermärkten in Kiel. Da waren es 37 Prozent der Produkte in einem durchschnittlichen bürgerlichen Supermarkt. Also EDEKA zum Beispiel. Entschuldigung, das war schon wieder.

Nicola14:30

Mmh.

Mmh.

Mhm. Mhm.

und Rewe, Aldi, Lidl,

Prof. Peter Schwarz14:59

37 Prozent haben Zucker Ersatzstoffe beinhaltet. Und je billiger die Supermärkte wurden, umso höher war der Anteil Zucker Ersatzstoffe. Das ist total verrückt. Und das ist der Teil, der uns am Ende eben krank macht.

Nicola15:01

Ja.

Ja.

Wenn ich jetzt jemand bin, ich komme drauf zu und sage, ich koche viel selbst, also kann diese Zuckerersatzstoffe aus meinem Leben halten, trinke auch eher Wasser oder Tee und esse wenig Frittiertes, außer ab und zu eine Pommes in Holland am Strand. Sind die Themen, ich sage jetzt mal, Alkohol noch inklusive oder könnte ich dann schon sagen, meine Leber müsste eigentlich relativ fettfrei sein.

Prof. Peter Schwarz15:44

Also wenn diese Person, die Sie beschrieben haben, jetzt keine Holländerin ist, die am Strand wohnt und jeden Tag an Strand geht und Pommes isst, dann ist das ein Beispiel, wo man sagen kann, die Wahrscheinlichkeit, Leberverfettung zu haben, ist gering. Wenn Sie noch gesagt hätten, das ist eine ganz schlanke Person, gesunden Lebensstil haben, in der Regel regionale, unverpackte Produkte einkauft, also auf dem Markt einkauft oder auch im Supermarkt...

Nicola16:00

Mhm.

Ja.

Ja.

Prof. Peter Schwarz16:12

Ich will die Supermärkte nicht schlecht machen. Sie können auch ganz gesund aus dem Supermarkt ernähren. Dann gibt es, es gibt etwa 15 Prozent der Menschen in Deutschland, die keine Leberverfettung haben. Aber 85 Prozent haben es. Aber wenn man bewusst uns ernährt, sich bewusst lebt, kann man sich auch gesund halten. Aber das Problem für viele Menschen ist,

Nicola16:16

Ja.

Okay. Ja, ja, ja, Okay.

Prof. Peter Schwarz16:34

die sagen, ich will das machen und ich probiere das auch. Aber es sind so viele Fallen in unserem Alltag, wo wir dann doch da was snacken und da was essen und da noch mal dazugreifen. Und das ist das Problem. Und jetzt komme ich, jetzt mache ich wieder Werbung fürs Wasserfasten. Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie haben 200 Gramm Fett in der Leber. Und das ist eben passiert. Dann können Sie mit einmal Wasserfasten das Leberfett loswerden.

Nicola16:50

Auf jeden Fall.

Dann

Prof. Peter Schwarz17:01

Und wenn Sie danach konsequent darauf achten, dass es nicht wiederkommt, müssen Sie es eigentlich nur einmal im Leben machen. Und danach einen gesunden Lebensstil führen, das wäre perfekt.

Nicola17:13

Mich haben sie ja direkt gefangen mit dieser Aussage, weil, wie gesagt, evidenzbasiert, einfach und sehr lebensnah. Hinzu kommt, weil sie es jetzt so erwähnen, ich bin auch Katholikin, ich komme vom Bayerischen Wald, da ist natürlich auch, man geht einmal zur Beichte und man ist eigentlich wieder auf Null gesetzt. So ähnlich hört sich Wasserfasten an. Dass man sagt, okay, einmal zwei Wochen durchhalten und dann bist du wieder auf Null gesetzt. Also jetzt nehmen wir mal an, wie ich sage, okay,

Prof. Peter Schwarz17:29

Hör

Nicola17:39

habe ich verstanden. Es ist, glaube ich, für einen normal gesunden Menschen nicht so einfach, das Leberfett messen zu lassen.

Prof. Peter Schwarz17:49

Das ist schade, weil die Technologie, das ist diese MRT oder MR-Spektroskopie, da reden wir über 1000 Euro und mehr pro Untersuchung und es gibt in Deutschland nur etwa zehn Geräte, die das machen können. Das haben wir für die wissenschaftliche Forschung. Das ist noch schwierig. Aber epidemiologisch, also von der Bevölkerung her gesehen, kann man sagen, wenn wir unseren

Nicola18:01

Ja, Mmh. Mmh. Mmh. Mmh.

Prof. Peter Schwarz18:15

durchschnittlich ungesunden Lebensstil mit Überernährung in Deutschland haben, haben wir eine Leberverfettung.

Nicola18:21

Ja, so jetzt sage ich okay, ich nehme mal an, ich habe doch mehr Pommes gegessen, als ich mir zugestehen will und weiß auch manchmal gar nicht, was ich da so richtig trinke. Ich mache das. Was ist jetzt der Unterschied zwischen den unterschiedlichen Fastenmöglichkeiten. Nach Buchinger, dann kann ich da noch eine Brühe trinken, da kann ich noch einen Saft trinken, da gehe ich wandern auf Sylt. Das hört sich auch manchmal alles ganz schön an.

Auf irgendwas muss ich dann schon verzichten, das ist schon immer klar. Aber Sie sagen ja, passt auf, es ist ganz einfach und das fand ich auch das Spannenden. Nix, also Wasser und halt Wasser heiß mit einem Teebeutel drin, aber da bitte auch kein Früchtetee. Und sonst eben nix. Was macht's anders?

Prof. Peter Schwarz19:04

Ja.

Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach. Das sind ein paar wissenschaftliche Punkte jetzt mit drin, aber eigentlich ist es ganz einfach. Wenn wir aufhören zu essen, sinkt der Blutzuckerspiegel, weil wir essen ja nichts mehr, und damit sinkt auch das Insulin, das Hormon, was wir für den Blutzuckerspiegel, für die Regulation brauchen. Und wenn beides fällt, wird das Hormon Glucargon ausgeschüttet. Das passiert auch beim Intervallfasten oder beim Buchingerfasten.

Nicola19:30

Mhm.

Prof. Peter Schwarz19:35

Das Glucagon hilft, Glykogen in der Leber abzubauen, also den Zuckerspeicher in der Leber abzubauen, um damit Zucker bereitzustellen. Die Glykogenspeicher reichen für 2-3 Tage. Aber was ist dann? Wir sterben ja nicht nach 2-3 Tagen. Schon ab 1,5 Tagen das gleiche Hormon Glucagon, Eiweiß abzubauen, um daraus Glucose, also Zucker, zu machen. Da denkt jeder, das ist schlecht, das ist ja Muskel. Nein, ist es nicht.

Nicola19:40

Ja.

Okay. Ja. Nein.

Mhm.

Prof. Peter Schwarz20:05

Der Muskel ist geschützt beim Fasten. Das ist wissenschaftlich sehr gut untersucht. Aber was ist dann der Eiweissabbau. Das ist diese Autophagie. Da werden Tumorzellen im Körper abgeräumt. Da werden kaputte Zellbestandteile abgeräumt. Das ist, was Sie Longevity nennen. Da wird alles das, was uns altern lässt oder krank macht, mit der Autophagie abgeräumt. Über das Hormon Glucagon. Das reicht auch für etwa zwei, drei Tage. Was kommt dann? Dann ist es...

Nicola20:05

Mhm. Und.

Prof. Peter Schwarz20:32

wieder das Hormon Glucagon. Das ist ein total cooles Hormon. Und das hilft jetzt, wir nennen es Beta-Oxidation von Fettsäuren zu starten, also den Abbau von Fett. Und das Hormon

Nicola20:38

Ja.

Prof. Peter Schwarz20:42

Glucagon initiiert jetzt, dass Fett abgebaut wird. Und das wird dann zu Ketonkörpern umgewandelt. Und jetzt stellen Sie sich vor, haben eine Handvoll Ketonkörper und eine Handvoll Glukose. Die Ketonkörper haben doppelt so viel Energie wie die Glucose.

Nicola20:46

Ja.

Ja, ja.

Ja.

Prof. Peter Schwarz20:57

Und jetzt wird der Körper ab Tag 4,5 mit Ketonkörpern aus dem Fettabbau geflutet. Und das macht uns stark. Das ist gut fürs Gehirn, das ist gut fürs Herz. Das brauchten wir in der Evolution. Wenn wir nichts zu essen hatten, wir mussten ja immer noch der Lage sein, jagen zu gehen. Wir mussten gut sehen können. Das ist gut für die Augen. Und wenn sie in dem Stadium, manche nennen das Fasten-High sind, dann geht es ihnen auch gut. Aber für einen...

Nicola21:02

Ja.

Mhm.

Mhm.

Prof. Peter Schwarz21:25

Sie brauchen möglichst viel Fettabbau dazu. Das passiert bei Buchinger nicht. Das passiert beim Intervallfasten nicht. Diese Ketose, die Sie aufbauen, sobald Sie 5 Gramm Glykose in den Körper geben, ist die für 4 bis 8 Stunden unterbrochen. Das passiert Ihnen bei Buchinger. Mittags, morgens und abends kriegen Sie eine Brühe. Die Ketose geht hoch und fällt wieder runter. Geht dann wieder hoch und fällt wieder runter. Beim Wasserfasten geht sie kontinuierlich hoch auf sehr hohe Spiegel.

Nicola21:30

Vielen Dank.

Ja. Okay.

Prof. Peter Schwarz21:55

Das Entscheidende ist aber, warum passiert es in der Leber und im Pankreas? Weil das Hormon Glucagon kommt aus dem Pankreas und in der Leber. Deswegen werden diese beiden Organe als erstes vom Fett befreit. Sie brauchen lange hohe Glucagon-Spiegel, das zu erreichen. Das erreichen Sie nur ab Tag 4, 5 mit dem Fasten. Sie müssen praktisch vier Tage fasten. Dann geht der Fettabbau in Leber und Pankreas los.

Das erreichen Sie mit Intervallfasten, mit ketogener Ernährung, mit Buchinger Fasten, mit der Maierkur oder Schrotkur. Kommen Sie da nie hin, weil Sie immer wieder etwas zu essen bekommen. Aber auch all die anderen Fastenformen sind sehr gute Fastenformen, sind sehr gesunde Fastenformen, haben eben leider nur keinen Effekt aufs Leberfett oder ganz geringen Effekt aufs Leberfett. Deswegen einmal Wasser fasten und danach sind alle anderen Ernährungs- oder Fastenformen gleichermaßen gut.

Nicola22:38

Okay.

Und wenn ich jetzt an Tag 10 abbrechen würde, was würde das bedeuten, weil sie ja diese 14 Tage auch ansetzen von der Dauer?

Prof. Peter Schwarz23:02

Die 14 Tage kommen daher. Wir haben untersucht, was ist nach 7 Tagen und was ist nach 14 Tagen. da ist es so, nach 7 Tagen haben noch etwa 70 % der Menschen immer noch Leberfett. Nach 14 Tagen haben aber fast 80 % kein Leberfett mehr. Und länger als 14 Tage haben wir nicht untersucht. Also bei 14 Tagen können Sie sich zu über 80 % sicher sein, dass das Leberfett weg ist.

Nicola23:14

Ja?

Prof. Peter Schwarz23:29

Bei einmal Wasserfasten werden etwa 200-250 Gramm Fett in der Leber abgebaut. Wenn Sie vorher schon 400 Gramm hatten, schaffen Sie das natürlich nicht mit einmal. Aber ab Tag 5 werden jeden Tag 18 bis 25 Gramm Fett in der Leber abgebaut. Wenn Sie jetzt nur 50 Gramm haben, können Sie natürlich eher aufhören. Leider wissen wir das ja aber nicht. Aber die Tage Ketose, die Sie auch mit 10 Tagen Wasserfasten erreicht haben, die bleiben immer auf Ihrem Fastenbankkonto.

Nicola23:34

Mhm.

Mhm.

Prof. Peter Schwarz23:58

Dann müssen Sie es eben nochmal machen. Ich hatte ja auch eingangs den Premierminister Modi in Indien erwähnt. Der macht das zweimal im Jahr für neun Tage. Jetzt vier Tage Vorbereitung, dann hat er fünf Tage Effekt. Das macht er zweimal, hat also zehn Tage Effekt im Jahr. Das ist genau das Gleiche, was man erreicht

Nicola24:07

Okay. Ja. Ja.

Prof. Peter Schwarz24:17

mit zwei Wochen Wasserfasten. Vier Tage Vorbereitung, dann zehn Tage. Also ob Sie zweimal neun Tage machen oder einmal 14 Tage ist eigentlich egal.

Nicola24:20

Ja.

Okay, Sie sagen ja noch dazu, Sie selbst machen das in Ihrem normalen Alltag. Habe ich das richtig interpretiert? Also sie sind niemand, der jetzt sagt, okay, ich nehme mich jetzt mal raus aus meinem Alltag, geh irgendwo hin an einen schönen Ort, gehe da täglich spazieren, erfreue mich der Landschaft und gehe so bisschen in sich, sondern Sie machen das in Ihrem Alltag. Wie geht das, fragen sich jetzt viele Menschen.

Prof. Peter Schwarz24:54

Eigentlich, ich mache es ja im Alltag, weil ich das Gefühl habe, es ist so viel einfacher. Das erste Mal war ich ganz aufgeregt. Ich habe beim allerersten Mal gesagt, ich mache das einmal ganz konsequent. Vielleicht mache ich es nie wieder. Aber einmal mache ich es konsequent. Und da habe ich versucht, alles, was irgendwie einen stören könnte, beiseite zu räumen. Und dann habe ich gedacht, es geht mir ja gut. Ich habe da gesessen, habe Gutachten gemacht, habe dann Prüfungen abgenommen und so.

Man ist ja eigentlich viel fitter als man sonst ist. Obwohl man nicht isst. Durch die Ketonkörper. Die haben, hatte ich ja gesagt, doppelt so viel Energie wie Glukose. Das Gehirn ist kreativer, ist fitter. Sie schlafen nachts nur vier Stunden, aber sie sind fit. Und da habe ich gesagt, es ist doch dann viel einfacher. Man macht das mit dem normalen Alltag. Man geht auch arbeiten, weil man ist dann mehr abgelenkt.

Wenn Sie jetzt an einem Hochofen arbeiten oder eine ganz schwere körperliche Tätigkeit haben, dann ist das wahrscheinlich sicherlich schwierig. Aber die allermeisten von uns haben das ja nicht. Die allermeisten von uns haben ja eher einen ruhigen, sitzenden Tätigkeit, Job. Und da empfehle ich immer, sagen Sie Ihrem Umfeld, dass Sie fasten. Weil die riechen das ja vielleicht über den Atem. Und manchmal riecht man auch so ein bisschen, als

Nicola26:05

Ja.

Prof. Peter Schwarz26:11

hätte man sich zwei, drei Tage nicht geduscht. Und das traut sich ja keiner, einen anzusprechen. Deswegen sagen sie es den Leuten. Was passiert dann die ersten vier Tage? Kommen die und teasen sie so bisschen. Ja, hier iss doch mal was. Du siehst schon ganz schlecht aus. Aber dann, je länger sie fasten, sagen die, das ist ja interessant. Und ich erlebe das immer wieder. Einer macht das in seinem Team und danach machen es drei Leute nach.

Nicola26:26

Ja, Jetzt denken ja viele, auch, na ja, also der Professor da, das ist wahrscheinlich auch so ein Marathonläufer, der kennt das mit den High-Phasen und bei dem läuft das so super, aber das ist wahrscheinlich so ein Einzelfall. Sie betreuen aber ja auch ganz viele Menschen in ihrem Alltag und die können alle von dem Verlauf, den sie uns jetzt so idealistisch

Prof. Peter Schwarz26:45

Mir gar nicht.

Nicola27:05

beschreiben ?

Prof. Peter Schwarz27:06

Natürlich ist das nicht so.

Wie es in der Medizin auch nie 100 Prozent ist. Aber diesen Verlauf, den ich beschrieben habe, dass es deutlich leichter ist, als jeder gedacht hat, das trifft auf etwa 70-80 Prozent der Leute zu. Dass sie sagen, ich hatte keinen Hunger, das ging ganz gut, ich habe sogar für die ganze Familie immer gekocht, ich habe mit am Tisch gesessen, habe mein Wasser getrunken und die anderen haben gegessen. Dieses Fasten High, wo man sich so richtig toll fühlt, das haben etwa 40 Prozent der Leute.

Nicola27:19

Ja.

Prof. Peter Schwarz27:36

Und leider ist es so, je häufiger sie fasten, desto weniger wird das. Das ist ein bisschen schade. Aber man darf auch nicht sagen, es gibt durchaus 10, vielleicht 12 % Personen, die haben auch Schwierigkeiten mit dem Wasserfasten. Haben Nebenwirkungen, Schwindel, Kopfschmerzen, dass es ihnen schlecht geht. Das kann bis hin zu Grippesymptomen führen. Und da steckt man auch nicht drin. Das kann einer sein, der hat das einmal Wasserfasten gemacht. Das ging ganz easy. Und das nächste Mal hat er Schwierigkeiten.

Nicola27:39

Mh.

Prof. Peter Schwarz28:05

Da war vielleicht ein kleiner Infekt im Körper oder so. Und deswegen, wenn es Schwierigkeiten gibt, wenn es Ihnen nicht gut geht, abbrechen und zwei, drei Monate warten und dann nochmal machen. Das ist nicht schlimm.

Nicola28:10

Okay.

Okay, also sie würden nicht sagen, die nächste Woche wieder neu starten oder in drei Wochen, sondern so zwei, drei Monate Pause machen und dann nochmal neu aufsetzen.

Prof. Peter Schwarz28:25

Nein, wenn ich sage, es ist easy aus medizinischer Sicht, ist das natürlich für den Körper eine enorme Leistung. Sie können das vergleichen, als würde ihr Körper jeden Tag einmal auf den Kilimanjaro steigen und wieder runterkommen. Der Körper leistet eine enorme Tätigkeit, enorme Leistung. Und wenn Sie dann nicht ganz fit sind in der Zeit oder ein bisschen kränklich sind oder einen Schnupfen haben und so, dann passiert es natürlich, dass der Körper sagt, nee.

Nicola28:38

Okay.

Vielen Dank.

Prof. Peter Schwarz28:54

Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt zum Fasten. Dann ist es immer wichtig, puncto Achtsamkeit das zu akzeptieren, dem Körper die Zeit zu lassen. Ich sage immer, acht Wochen zu warten, ist ein guter Zeitraum. Dann das nochmal probieren.

Nicola28:56

Ja, ja.

Woran merke ich das? Können Sie uns noch mal was sagen, wann der Abbruch auch aus Ihrer Sicht zu raten ist? Weil man möchte es sich ja nicht so eingestehen. Wenn man dann mal dran ist, denkt man ja gerade so, was wären das für Symptome?

Prof. Peter Schwarz29:20

1 2 Also ich muss sagen, ich rate viel häufiger zum Abbruch, als dass die Teilnehmer auch wirklich abbrechen. Viele sagen dann, naja, ich mache trotzdem weiter. Aber wenn wir jetzt ganz ehrlich rangehen, es ist nicht immer ganz einfach, weil natürlich Fasten auch Nebenwirkungen hat. Dass sie Kopfschmerzen haben, dass sie sich, dass sie sich ein bisschen schwindlig fühlen, dass ihnen auch mal ein bisschen übel ist, das ist Teil des Fastens. Das ist eher sogar eine normale Fastenreaktion. Aber alle Symptome,

Nicola29:32

Ja.

Prof. Peter Schwarz29:54

wenn ihnen nicht nur schwindlig ist, sondern sie mal ohnmächtig werden. Oder wenn sie Schmerzen haben, die über zwei, drei Tage immer schlimmer werden. Das sind dann so Punkte, wo ich sage, wenn etwas kontinuierlich über zwei, drei Tage schlimmer wird, dann abbrechen. Die schlimme Phase beim Wasserfasten sind die ersten vier Tage. Wenn sie dann richtig in der Ketose sind, sind die allermeisten Nebenwirkungen weg. Aber einen Punkt gibt es noch, der ganz wichtig ist.

Nicola30:04

Mmh.

Ja.

Ja, ja, ja, ja.

Prof. Peter Schwarz30:24

Eine wichtige Ursache für die Nebenwirkungen beim Wasserfasten ist, dass der Salzhaushalt durcheinander kommt. Der kommt durcheinander, weil wir in der Regel viel zu viel Salz essen. Wenn wir jetzt fasten und nichts mehr essen, kommt das Salz ja nicht mehr rein in den Körper. Gleichzeitig trinken wir mehr Wasser und wird dann insbesondere Natrium vermehrt ausgeschieden. Das kann dazu führen, dass der Salzhaushalt durcheinander kommt. Deswegen empfehle ich immer wieder auch, so eine oder zwei Prisen Salz pro Tag ins Wasser zu tun.

Nicola30:43

Okay.

Prof. Peter Schwarz30:53

trinken und dann sind 80 Prozent der Nebenwirkungen weg.

Nicola30:59

Okay, also das ist ja ganz kurz zusammengefasst. 2-3 Liter Wasser am Tag trinken, heiß oder kalt. 1-2 Prisen Salz mit dazu und ansonsten bisschen auf sich achten, sozusagen reinhören. Gibt es Symptome, die sozusagen zu einem Abbruch raten könnten, aber ansonsten sagen sie einfach nur normal weiterarbeiten und das ist es.

Prof. Peter Schwarz31:07

Ist egal.

Ja.

Zwei Sachen sind noch wichtig. Jeden Tag 10.000 Schritte laufen. Man muss sich bewegen. 10.000 Schritte, das ist so eine grobe Sache. Das Entscheidende ist, sich zu bewegen. Ich hatte erzählt, das kommt zu einem Proteinabbau. Wenn Sie sich zum Fasten ins Bett legen, würden auch Muskel abgebaut werden. Aber ein bewegter Muskel wird nicht abgebaut. Das Zweite ist, was beim Wasserfasten wichtig ist, am ersten Tag den Darm entleeren. Mit Glaubersalz oder irgendeinem anderen ...

Nicola31:32

⁓ ja.

Ja?

Ja. Ja. Ja. Ja.

Prof. Peter Schwarz31:57

ein Medikament, wo man abführen kann, das, was man für eine Darmspiegelung nimmt. Im Internet finden Sie ja mit Rizinusöl und Pflaumenextrakten ganz viele. Das ist eigentlich völlig egal. Wichtig ist, dass der Darm leer ist. Und warum? Weil die Hormone, die Hunger und Appetit machen, werden aus der Darmwand ausgeschüttet. Wenn Sie jetzt den Darm entleeren, dann hört der auf, sich zu bewegen.

Nicola32:02

Genau.

Ja.

Vielen Und das ist der Grund.

Prof. Peter Schwarz32:27

Damit werden keine Hormone mehr ausgeschüttet, die Hunger und Appetit machen. Deswegen haben Sie ab Tag zwei keinen Hunger und Appetit mehr. Aber bei Buchinger und Meier und Schrotkur, wenn Sie immer ein bisschen was essen, haben Sie immer auch so bisschen den Hiper, auf wann kommt die nächste Mahlzeit und so. Und das ist beim Wasserfasten komplett weg. Ich habe viele, ich habe knapp 2.000 Personen jetzt betreut zum Wasserfasten.

Nicola32:39

Mmh.

⁓ ja.

Prof. Peter Schwarz32:52

Und da sind natürlich viele dabei, die auch Buchinger oder Mayrkur oder andere Fastenformen gemacht haben. Und das war für mich auch verblüffend, weil es ist ja schon die intensivere Fastenform. Aber viele sagten dann, das war viel einfacher, weil ich habe irgendwann vergessen, dass ich ja essen muss. Und ich habe dann auch Zeit gehabt, weil ich musste ja nicht noch das Essen zubereiten und so. Und da gibt es ganz viele sehr schöne Geschichten dazu, dass im Nachhinein viele haben es war noch einfacher als ich gedacht habe. Also das Abführen nicht vergessen und die Bewegung nicht vergessen.

Nicola33:27

Das waren noch zwei sehr wichtige Hinweise, glaube ich, das Ganze rund zu machen. Aber das ist so alles in allem. Trotzdem sind das ja, ich sag mal, fünf Punkte, die man an einer Hand mitnehmen kann. Es lohnt sich trotzdem in ihrem Buch zu blättern und auch zu lesen, weil man natürlich ganz viel Hintergrund auch bekommt, weil, wie Sie sagen, das auch von Ihnen evidenzbasiert schon seit Jahren begleitet wird. Sowohl in Deutschland ganz konkret in der Verbindung mit Ihren Patientinnen als auch international in Ihrer Funktion als Präsident des Internationalen Diabetes Vereinigungen, wenn ich das richtig gesehen habe.

Prof. Peter Schwarz34:07

Ja, genau.

Nicola34:10

Und doch die allerletzte Frage noch zum Abschluss, die bei Ihnen, ja, ich formuliere sie mal anders. Normalerweise ist meine Frage 100 plus Expertentipp, wenn Sie uns nur eine Maßnahme mit auf den Weg geben könnten, ein besseres, gesünderes und damit auch längeres Leben zu führen. Wär's bei Ihnen? Wasserfasten? Oder noch was?

Prof. Peter Schwarz34:38

Nein, würde eigentlich natürlich Wasser fasten. Aber eigentlich würde ich sagen, wenn ich nur eine Chance habe, dann lassen Sie frittierte Kohlenhydrate weg. Weil der ... generell frittierte Kohlenhydrate weg. Wenn Sie mir eine zweite Sache erlauben, sage ich Zuckerersatzstoffe weg. Und wenn Sie mir eine dritte erlauben, dann sage ich Wasser fasten. Einmal zwei Wochen Wasser fasten, dann ist das Leberfett weg und danach Ihre Form eines gesunden Lebensstils finden.

Nicola34:47

Generell einfach.

Ja. Ja.

Ja, Darf ich noch mal kurz zusammenfassen, weil wir so viel über Fettleber, aber wir können ja in der knappen Zeit nicht alles, aber all das, was so Highend Longevity Massnahmen ja beinhalten, dass man auf molekularer Ebene da versucht, Erneuerungen, Alterungen aufhalten, Reparatur anzutriggern. Sagen Sie ja, habe ich das richtig verstanden, all das wird von der Fettleber ja konterkariert. Das heißt, bevor man eigentlich teuer einkaufen geht mit Longevity-Maßnahmen, sollte man erstmal seine Fettleber auf Null bringen.

Prof. Peter Schwarz35:46

Ich glaube, dass die beste Bank, die wir haben für unsere Gesundheit, ist unser Körper selbst. Unser Körper hat die Mechanismen. Und so, wie Sie es gesagt haben, diese Mechanismen werden durch eine Verfettung der Leber und des Pankreas geblockt, konterkariert, gestoppt. Und das macht uns krank und das lässt uns Altern. Also wenn Sie die Ursache Leberfett und Pankreas loswerden, das ist ein maximaler Zugewinn, der schnellste Zugewinn an Gesundheit und lassen Sie mich so formulieren, der beste Zugewinn an Lebensjahren.

Nicola36:21

Schöner könnte der Abschluss gar nicht sein. Ganz herzlichen Dank, Prof. Dr. Schwarz. Ich weiß, Sie müssen in die nächste Veranstaltung. Deswegen herzlichen Dank für heute.

Prof. Peter Schwarz36:30

Ich danke Ihnen, es war mir eine Freude.

Nicola36:33

Versteht ihr jetzt meine neue Begeisterung für das Thema Heilfasten? Also ist doch faszinierend, oder? In zwei Wochen kannst du nicht schneller an Gesundheit dazugewinnen, genauso wie an neuen längeren Lebensjahren. Ist das nicht ein faszinierender Ausblick? Also da kriege ich ja direkt Dopaminwallungen. Und ich glaube auch, warum ich so getriggert worden bin, allein durch den Artikel, den ich erstes gelesen habe, war wirklich, dass meine Neandertalerin in mir, mein Steinzeitanteil meines Körpers direkt gesagt hat, boah, Nicola, mach das. Weil eigentlich bist du nicht gewohnt, die ganze Zeit zu essen und du kannst locker mal zwei Wochen auch nichts essen. Und das fasziniert mich echt. Und ja, weil das so effizient ist. Das ist so einfach. Und wenn das so stimmt, so lebensnah, in den Alltag zu integrieren. Jetzt muss ich aber auch ehrlich sein. Ich hab's schon ausprobiert. Ich bin schon gestartet mit dem Wasserfasten. Vier Tage hab ich durchgehalten. Vier Tage. Ich hab's im Nachgespräch mit dem Prof. Dr. Schwarz besprochen. Er hat mir zugestimmt, es war gut, dass ich abgebrochen hab. Das hat mich im nachhinein noch so ein bisschen erleichtert. Ich fand schon so so toll fand ich das auch nicht, abzubrechen, aber also das mit der Darmentleerung hat super funktioniert, da habe ich das Mittel genommen, was ich schon bei der Darm-Spiegelung hatte. Das mit dem Salztipp habe ich auch gemacht, ich konnte gut schlafen, das mit dem Hungergefühl fand ich gar nicht so schlimm, aber ich war so schlapp, wirklich. Also wenn ich aufgestanden bin, ist direkt mein Kreislauf irgendwie, na ja, kollabieren wäre jetzt zu viel gesagt, aber dieses Schwindelgefühl, das hatte ich den ganzen Tag. Und ich bin auch ganz normal, wollte ja auch so sein, dass ich sage, ich gehe in meinen Alltag. War ich auch beim Afterwork-Singen und da steht man eine Stunde, ist ja echt kein Problem. Ich musste nach 20 Minuten, musste ich mich hinsetzen. Wie so eine alte Frau. Und da dachte ich nur so, boah, das kann ja echt nicht sein.

Das mit dem Laufen, mit dem Gehen, ging. Ich habe meine 8.000 Schritte am Tag locker hinbekommen. Aber den Rest des Tages war ich eher fix und foxy. Dann kam hinzu, ich musste noch ein paar Dinge erledigt bekommen. Vielleicht hat mich das im Hinterkopf gestresst, sodass ich dachte, das geht jetzt einfach nicht. Habe ich abgebrochen.

Vielleicht müsste ich es auch anders sehen, dass ich eher stolz auf mich bin, dass ich so weit, so clever, so smart schon geworden bin, mir auch einzugestehen, dass mal etwas nicht funktioniert. So könnte man es ja auch sehen. Muss ich nochmal bisschen drüber nachdenken, selbst für Sorge. Nicht immer sich pushen und dass man es durchzieht, sondern auch mal erkennen, es geht gerade nicht. Die Erkenntnis aber, dass 85 Prozent von uns wirklich eine Fettleber haben, also eine Leberverfettung. Allein schon das Wort, oder? Ich dachte ja wirklich, das hängt mehr am Alkohol.

Und ich dachte auch wirklich, ja, du vielleicht auch, oder? Dass es eher auch damit zusammenhängt. Naja, also welches Körpergewicht man so mit sich rumschleppt. Aber dass jeder von uns das haben kann, egal ob übergewichtig oder nicht. Und dass es eher an diesen zwei Themen liegt. Ich wiederhol's nochmal, weil dieser Experten-Tipp, ja, das hat sich bei mir echt eingemeißelt. Frittiertes, also Pommes, Tempura beim Japaner.

Beim Inder hat er erwähnt, der Professor. Also es wird ja immer mehr frittiert, weil ehrlich gesagt auch schlechte Qualität vom Essen frittiert viel besser schmeckt. Und weil das, da muss ich auch an den Adipositas-Experten denken, weil das ja auch so unserem Muster entspricht. Das Frittierte, das Fettige und dann noch das Zuckrige, also so Krapfen auch in Bayern. Ich liebe das. Nicht mehr so oft.

Und das zweite Zucker-Austauschstoffe, das ist ehrlich gesagt noch nie mein Thema gewesen, weil ich schon immer das Gefühl hatte, naja, dann lieber echt Zucker essen und sich irgendwie ja auch mal ins Gewissen zu sprechen zu sagen, kannst du nicht auf Zucker auch ein bisschen mehr verzichten. Softdrinks sind nicht meins, Light Produkte entsprechend auch nicht. Aber all die Cola Zero-Fans, die ich auch in meiner Umgebung habe, ja.

Den werde ich allen mal diese Podcast-Folge wirklich empfehlen. Das fand ich, hält uns schon den Spiegel vor, oder? Wie so Essgewohnheiten solche dramatische Auswirkungen haben können? Auf unser Wohl ergehen jetzt, auf chronische Erkrankungen in den nächsten Jahren und dann noch auf kürzere und schlechtere Lebenszeit.

Also, dann müssen wir alle direkt anfangen Wasser zu fasten, oder? Ja, also ich muss noch bisschen paar Wochen warten, aber dann leg ich los. Das Thema Fasten hatten wir übrigens ja auch nicht das erste Mal bei How to enjoy 100 plus. Wenn ihr euch erinnert, der Professor Dr. Schöttle, der Regenerationsmediziner, der für Hüft- und Knie-OPs zuständig ist, der hat auch schon gesagt, weniger weniger oft essen ist die beste Medizin für den Körper und übrigens auch die günstigste und kann Knie- und Hüft-OPs zum Beispiel wirklich vermeiden. Wer das nicht mehr erinnert oder sagt, glaube ich nicht, bitte die Podcast-Folge. Ja, ich verlinke sie nochmal. Und es hat mich auch dazu gebracht, das übrigens in meine Bucketlist wirklich mit aufzunehmen. Und wir hatten auch schon mal ganz am Anfang eine Kardiologin, die uns auch das Scheinfasten erklärt hat. Und das ist ja auch etwas, wo die Ketogene Phase, anders als beim Intervallfasten, auch schon einsetzen kann. Also dieses Fasten, ja, ich finde es ist gut, sich damit zu befassen, weil es eben unserer evolutionären Bestimmung total entspricht und unser Körper eigentlich darauf eingestellt ist.

Deswegen, was nehme ich jetzt mit in meinen Alltag? Ich werde weiterhin Intervall fasten, mache ich aber einfach, weil es mir gut tut, weil ich viel mehr Energie vormittags habe, wenn ich nicht frühstücke. Muss jeder gucken, wie er das hinbekommt. Das ist ja wirklich selbst in seinen Körper reinhorchen. Aber ein Quickwin für uns alle ist doch wirklich darauf zu achten, nicht so viel zwischenzusnacken, sondern sich wirklich an die Hauptmaltzeiten zu halten. Ist schon eine Riesenerleichterung für die Regenerationsfähigkeit für unseren Körper. Das Zweite ist, dass ich glaube alle die schon Heilfasten praktizieren, egal ob es Buchinger ist, Mayr, Fastenwandern, was auch immer, eine Freundin von mir war erst letztens wieder Fastenwandern auf Sylt, hat mich noch gefragt ob ich mitkomme und ich so nee, Heilfasten, hallo, nee, überhaupt nicht mein Thema. Den Artikel habe ich erst danach gelesen.

Ich wäre aber trotzdem nicht mitgegangen, ja, weil es nicht mein Ding. Aber jeder so wie er will. Hauptsache, Fasten wird etwas, was du in deinem Alltag, in deiner Lebenszeit so dann und wann zumindest immer wieder mal integrieren kannst. Und jeder muss da einfach seinen Weg finden. So nehme ich das mit. Und Next Level, ja, da muss ich sagen, das ist wirklich dieses Wasserfasten diese zwei Wochen.

Ich hab's schon am eigenen Leib gespürt. Ich nehm jetzt auch mit, was mir andere, fastenerfahrenere Menschen direkt auch gesagt haben, als ich abgebrochen oder über den Abbruch erzählt hab. Ist vielleicht doch besser in der ersten Woche beim Fasten, sich erst mal nicht zu viel vorzunehmen, dann ist man auf der sicheren Seite. Wenn dieses Fasten High aber kommen sollte, das würde ich schon gerne erleben, oder? Ich weiß nicht, kennt ihr das schon? Ja, ich möchte da gerne ...

gerne mal drauf. Weil also dieses Marathon Lauf High werde ich in meinem Leben nicht erleben. Das kann ich wirklich ausschließen. Das ist nicht mein Thema. Aber dieses Fasten High, da möchte ich noch mal ran. Also vielleicht habt ihr dann ja Lust auch mit mir gemeinsam das Wasserfasten zu machen. Wir gucken mal. Ich gebe vielleicht frühzeitig Bescheid. Ich muss jetzt noch drei, vier Wochen warten. Aber dann würde ich echt noch mal gerne loslegen.

Bis dahin gibt es aber nochmal neue Podcast-Folgen mit neuen Expertinnen. Spannende Themen stehen weiter an. Deswegen habt eine schöne, sonnige, bewegte und vielleicht schon eine Fasten reiche Zeit. Wer weiß. Auf jeden Fall sehen wir uns ganz bald wieder. Eure Nicola aus Düsseldorf.

Transkript der Folge „Wasserfasten gegen Fettleber: Wie 2 Wochen ohne Essen deinen Stoffwechsel zurücksetzen“ — automatisch erstellt und redaktionell geprüft.

Rund 85 % von uns tragen eine Fettleber mit sich – auch schlanke Menschen. Sie ist die stille Ursache fast aller chronischen Erkrankungen, oft 30 Jahre, bevor sie ausbrechen. Prof. Dr. Peter Schwarz erklärt, warum zwei Wochen Wasserfasten der schnellste Weg sind, dieses Leberfett wieder loszuwerden – und worauf du dabei achten musst.

Was ist eine Fettleber – und warum haben sie 85 % von uns?

Eine Fettleber entsteht, wenn sich über Jahre Fett in der Leber einlagert. Schon 300 bis 400 Kilokalorien zu viel pro Tag reichen aus – über 20 Jahre summiert sich das. Das Tückische: Es trifft nicht nur Übergewichtige. Prof. Schwarz beschreibt schlanke Menschen mit einem BMI von 23, die trotzdem 100 bis 150 Gramm Fett in der Leber haben und dadurch krank werden. Nur etwa 15 % der Bevölkerung sind frei davon.

Warum bringt Sport bei einer Fettleber kaum etwas?

Das ist die vielleicht überraschendste Erkenntnis der Folge. Ab etwa 100 Gramm Fett in der Leber wird dein Körper zum „Non-Responder“ für Bewegung. Konkret: Du läufst 10.000 Schritte – dein Körper reagiert aber nur, als wären es 2.000 gewesen. Genau das erklärt die Menschen, die sagen: „Ich bewege mich doch, aber es bringt nichts.“ Die Ursache liegt nicht an der Disziplin, sondern am Fett in der Leber.

Was verursacht eine Fettleber? Die zwei Hauptursachen

Anders als oft gedacht steht nicht in erster Linie Alkohol dahinter, sondern zwei alltägliche Dinge:

  1. Frittierte Kohlenhydrate. Werden Kohlenhydrate über 129,7 °C frittiert, entstehen stabile Verbindungen aus Glucose und Fett. Der Körper bricht sie nicht auf, sondern speichert sie – in der Leber. Pommes, Tempura, Krapfen.
  2. Zuckerersatzstoffe. Von 38 in der EU zugelassenen Süssstoffen verändern 36 das Mikrobiom im Darm. Die neu einwandernden Bakterien produzieren Stoffwechsel-Endprodukte, die zur gleichen Leberverfettung führen. Eine Studie in Kieler Supermärkten fand Süssstoffe in 37 % der Produkte – je billiger der Markt, desto höher der Anteil.

Die gute Nachricht: Beides kannst du selbst beeinflussen.

Warum Wasserfasten – und nicht Buchinger oder Intervallfasten?

Alle Fastenformen sind gesund. Aber nur Wasserfasten baut gezielt Leberfett ab, und das hat einen biologischen Grund: Erst ab Tag 4 bis 5 sind die Glucagon-Spiegel lange genug hoch, damit Leber und Bauchspeicheldrüse anfangen, Fett abzubauen. Schon 5 Gramm Glucose – die Brühe oder der Saft beim Buchinger-Fasten – unterbrechen die Ketose für 4 bis 8 Stunden. Damit erreichst du diese hohen Spiegel nie. Beim reinen Wasserfasten steigt die Ketose dagegen kontinuierlich.

Ab Tag 5 werden täglich 18 bis 25 Gramm Leberfett abgebaut, insgesamt rund 200 bis 250 Gramm pro Fastenzyklus. Nach 7 Tagen haben noch etwa 70 % der Menschen Leberfett, nach 14 Tagen sind über 80 % es los. Manche werden stoffwechselmässig 20 bis 30 Jahre jünger.

Wie läuft Wasserfasten ab? Das Protokoll

  • 2–3 Liter Wasser pro Tag, heiss oder kalt – auch heisses Wasser mit einem Teebeutel (kein Früchtetee), sonst nichts.
  • 1–2 Prisen Salz pro Tag ins Wasser. Das stabilisiert den Natriumhaushalt und nimmt rund 80 % der Nebenwirkungen weg.
  • Tag 1: den Darm entleeren (z. B. mit Glaubersalz). Dann werden keine Hunger-Hormone mehr aus der Darmwand ausgeschüttet – ab Tag 2 verschwindet das Hungergefühl.
  • Täglich rund 10.000 Schritte / Bewegung. Ein bewegter Muskel wird beim Fasten geschützt und nicht abgebaut.
  • Dauer: 14 Tage (alternativ 2 × 9 Tage). Im Alltag machbar – am besten das Umfeld informieren.

Für wen ist Wasserfasten nicht geeignet? Wann abbrechen?

Etwa 70–80 % empfinden das Fasten leichter als erwartet, rund 40 % erleben ein „Fasten-High“. Aber 10–12 % bekommen Schwierigkeiten. Normale Fastenreaktionen in den ersten vier Tagen sind Schwindel, Kopfschmerz oder Übelkeit. Abbrechen solltest du bei Ohnmacht oder bei Schmerzen, die über zwei bis drei Tage kontinuierlich schlimmer werden. Nach einem Abbruch: 8 Wochen Pause, dann neu versuchen.

Wichtig: Zwei Wochen Wasserfasten sind eine erhebliche körperliche Belastung – Prof. Schwarz vergleicht sie mit „jeden Tag einmal auf den Kilimandscharo steigen“. Es gehört ärztlich begleitet und ist nicht für jede:n geeignet (u. a. nicht bei bestimmten Medikamenten wie Diabetes-Medikation, in Schwangerschaft/Stillzeit, bei Untergewicht oder einer Essstörung). Im Zweifel bitte zuerst ärztlich abklären.

Der 100+ Expertentipp

Auf Nicolas Standardfrage – die eine Massnahme für ein längeres, gesünderes Leben – antwortet Prof. Dr. Schwarz:

„Wenn ich nur eine Chance habe, dann lassen Sie frittierte Kohlenhydrate weg. Die zweite: Zuckerersatzstoffe weg. Und die dritte: einmal zwei Wochen Wasserfasten – dann ist das Leberfett weg.“

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Nicht ständig zwischendurch snacken. An den Hauptmahlzeiten festhalten – das allein entlastet deine Regenerationsfähigkeit enorm.

bündeln & koppeln

Intervallfasten in den Alltag holen, wenn es dir guttut (mehr Energie am Vormittag ohne Frühstück). Wer schon fastet – Buchinger, Mayr, Fastenwandern – bleibt dran.

next Level

Einmal zwei Wochen Wasserfasten, um das Leberfett gezielt abzubauen.

Damit du morgen früh noch daran denkst

Der tägliche 100+ Funke: ein Impuls am Morgen, in zehn Sekunden gelesen — und du bist wieder bei deinem nächsten kleinen Schritt.

So sah der Funke am 9. Juli aus:

Heute eine sichere, sanfte Pause: 12 Stunden nichts ausser Wasser, Tee, schwarzem Kaffee — zum Beispiel von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens. Das schafft fast jeder Körper ohne Hunger-Drama (wenn medizinisch nichts dagegenspricht). Geschafft? Tipp auf „Gemacht". 🌙

Mit dem Eintragen bekommst du den täglichen 100+ Funken per E-Mail. Abmelden jederzeit mit einem Klick. Datenschutz

Nicolas Selbsttest: 4 Tage – und warum Abbrechen klug war

Ehrlich gemacht: Ich hab’s direkt ausprobiert. Darmentleerung, Salztipp, schlafen – alles lief. Aber ich war so schlapp, dass ich beim Afterwork-Singen nach 20 Minuten sitzen musste wie eine alte Frau. Nach vier Tagen hab ich abgebrochen. Prof. Schwarz hat mir im Nachgespräch zugestimmt: gut so.

Und genau hier meldet sich meine Neandertalerin – diesmal sogar von der anderen Seite. Sie hat beim ersten Artikel sofort gesagt: „Nicola, mach das, du bist gar nicht gewohnt, ständig zu essen.“ Die Selbstfürsorge war, mir einzugestehen: Gerade geht es nicht. Nicht immer durchziehen – auch mal erkennen, wann der Körper Nein sagt.

Weiterhören zum Thema Fasten

Häufige Fragen zum Wasserfasten

Ist eine Fettleber nur ein Problem von Alkohol oder Übergewicht?

Nein. Hauptursachen sind frittierte Kohlenhydrate und Zuckerersatzstoffe. Auch schlanke Menschen mit gesundem BMI können eine Fettleber haben – rund 85 % der Bevölkerung sind betroffen.

Warum baut nur Wasserfasten Leberfett ab und nicht Intervallfasten?

Leberfett wird erst ab Tag 4–5 abgebaut, wenn der Glucagon-Spiegel lange genug hoch ist. Schon 5 Gramm Glucose (z. B. Brühe oder Saft) unterbrechen diesen Zustand. Nur reines Wasserfasten hält die Ketose kontinuierlich hoch.

Wie lange muss ich Wasserfasten, damit das Leberfett weg ist?

Nach 14 Tagen sind über 80 % der Fastenden ihr Leberfett los. Ab Tag 5 werden täglich 18–25 Gramm abgebaut, insgesamt rund 200–250 Gramm pro Zyklus.

Wie verhindere ich Nebenwirkungen beim Wasserfasten?

1–2 Prisen Salz pro Tag ins Wasser stabilisieren den Natriumhaushalt und nehmen etwa 80 % der Nebenwirkungen weg. Ausserdem: am ersten Tag den Darm entleeren und täglich rund 10.000 Schritte gehen.

Wann sollte ich das Wasserfasten abbrechen?

Bei Ohnmacht oder bei Schmerzen, die über zwei bis drei Tage kontinuierlich schlimmer werden. Schwindel, Kopfschmerz und Übelkeit in den ersten vier Tagen sind normale Fastenreaktionen. Wasserfasten gehört ärztlich begleitet.

Vom Wissen ins Machen.