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Hormone ausgleichen

Hormonbauch in den Wechseljahren: Warum er entsteht und wie du ihn wieder loswirst

Folge #36 · mit Dr. Viktoria Schelle

Das Video läuft mit Untertiteln.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Studien zeigen: rund drei Jahre vor bis drei Jahre nach der letzten Regelblutung nehmen Frauen nachweislich schnell und viel Bauchfett zu.
  • Es liegt nicht an fehlender Disziplin – der Ruheenergieumsatz sinkt um bis zu 400 Kilokalorien, dazu kommen hormonelle Verschiebungen.
  • Nicht nur Östrogenmangel: Auch das follikelstimulierende Hormon FSH steigt schon in der Perimenopause und verschiebt die Körperzusammensetzung ungünstig.
  • Der wichtigste Hebel ist Protein: circa 30 Gramm pro Hauptmahlzeit, um die altersbedingte anabole Resistenz auszugleichen.
  • Intervallfasten ist bei Hormonbauch eher ungünstig – der Proteinbedarf lässt sich nicht in wenigen Mahlzeiten nachholen.
  • Die gute Nachricht: Der Hormonbauch geht wieder weg – über Ernährung, Krafttraining, Schlaf, Stress und ggf. Hormontherapie.

Das ganze Gespräch zum Nachlesen

Das vollständige Transkript der Folge — zum Mitlesen, Nachschlagen und Zitieren.

Transkript anzeigen

Nicola00:01

Hallo, herzlich willkommen zurück zum Podcast zu Langlebigkeit. Unser gemeinsamer Weg der neuesten Erkenntnisse, damit wir unser schönstes, unser bestes und unser längstes Leben leben können. Wir Frauen, wir sind ja ein bisschen benachteiligt, weil zum einen leben wir länger, aber wir leben schlechter länger. Also ein Widerspruch in sich, aber das hängt damit zusammen, dass wir feststellen können, dass wir Frauen die letzte Phase, die Krankheitsphase, eben länger durchlaufen. Und ich hatte versprochen, dass wir uns diesem Gender Gap, diesen geschlechtsunterschiedlichen Betrachtungen der Lebenszeit, der Gesundheitsvorsorge ein bisschen näher angucken. Wir hatten beim Thema Krebs schon mal die Chromosomen betrachtet. Da hat uns die Krebsforscherin gut hergeleitet, warum die Mütter länger leben als die Väter oder zumindest die Optionen darauf haben, weil sie eben zwei X-Chromosome haben, sogenanntes Puffer. Heute gucken wir mal auf die Hormone. Und die Hormone sind auch ein wahnsinnig komplexes Thema. Heute starten wir aber mit dem Hormonbauch. Hier mal reinhören bei der Expertin.

Nicola01:22

Ich habe viele Frauen in meiner direkten Umgebung, die sich seit Längerem fragen, was ist mit meinem Körper los? Die merken irgendwelche Veränderungen an sich. Und am offensichtlichsten ist es dann ein Bauch, der auf einmal da ist, der auch nicht mehr weg will, obwohl man sich gut ernährt, ausgewogen ernährt. Sogar viel Sport macht sich auf jeden Fall viel bewegt. Und darüber möchte ich heute mit einer Expertin sprechen, den Menobauch, den Wechseljahrebauch, den Hormonbauch wie auch immer er genannt werden mag, den wir auf jeden Fall nicht haben wollen. Diejenigen, die ihn bekommen haben, wollen ihn wieder weghaben. Nicht jede Frau ist davon betroffen. Wir wollen hinterfragen, woher kommt es denn, was können wir machen, was können wir präventiv auch dazu ändern. Weil es beeinflusst natürlich unser Lebensgefühl, egal in welchem Alter wir uns befinden.

Dazu habe ich mir eine Expertin gesucht, die genau das Thema Hormonbauch in einem Buch thematisiert. Und da dachte ich, besser geht es doch nicht. Frau Dr. Victoria Schelle, sie ist nicht nur Ärztin Medizinerin mit den Schwerpunktthemen Präventionsmedizin, ganz wichtig und eigentlich neu in seiner Formulierung Ernährungsmedizin und Hormontherapie.

Und eben auch Buchautorin. Herzlich willkommen, Frau Dr. Schelle.

Dr. Viktoria Schelle02:51

Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr, hier dabei zu sein.

Nicola02:56

Ich freue mich vor allem, dass Sie als Expertin meine ganzen Fragen auch beantworten können, weil die Frage, die sich mir immer stellt, Hormonbauch, Sie nennen Ihr Buch auch so, ist der Hormonbauch, kommt das von den Hormonen, die verrückt spielen oder spielen da noch andere Effekte rein?

Dr. Viktoria Schelle03:16

Also fangen wir damit an, dass ein Hormonbauch, dicker werdender Bauch in den Wechseljahren der häufigste Grund ist, warum Frauen sich überhaupt an mich wenden und ja, die Studien bestätigen das. Die zeigen nämlich, dass so circa drei Jahre vor der letzten Regelblutung und drei Jahre nach der letzten Regelblutung die Frauen ein erhöhtes Risiko dafür haben, dass sie vermehrtes Bauchfett

Nicola03:27

Ja.

Dr. Viktoria Schelle03:44

bilden. Also in dieser Zeit nehmen Frauen nachweislich schnell und viel Bauchfett zu. Und dennoch herrscht ja immer noch die Meinung, es liege nur an Disziplin. Die Frau soll einfach sich mehr bewegen, weniger essen und dann löst sich das Ganze schon von alleine. Nun, die aktuelle Evidenz widerlegt das Ganze und zu verstehen, was genau jetzt in unserem Körper passiert oder warum entsteht überhaupt so ein Hormonbauch, müssten wir tiefer hineinschauen und unseren Körper, unseren Frauenkörper, Veränderungen kurz vor den Wechseljahren, in den Wechseljahren einfach besser verstehen. Zum einen kommen wir schon in die Wechseljahre mit einem bis zu 400 Kilokalorien vermindertem Ruheenergieumsatz. Im Vergleich zu unserem jüngeren Ich, als wir noch 20 Jahre alt waren, haben wir einfach mehr

Nicola04:35

Ja.

Dr. Viktoria Schelle04:42

in Ruhe verbraucht. Das liegt daran, dass wir schleichend über die Zeit einfach unbewusst Muskelmasse verloren haben und jetzt in den Wechseljahren einfach weniger Grundumsatz haben und nachweislich auch in Ruhe weniger Körperfett verbrennen. Das eine. Zum anderen, gleichzeitig kommt es zu einer Alters bedingten anabolen Resistenz. So was ist das jetzt? Das ist der

Nicola04:50

Ach so.

Mhm.

Mhm.

Dr. Viktoria Schelle05:10

Protein Abbau der in unserem Gewebe jetzt einfach schneller abläuft als der Aufbau. Und allein dieser Prozess löst jetzt was in unserem Körper aus und das wird vermittelt über ein bestimmtes Hormon. Das ist das Fibroblasten Wachstumshormon 21. Es ist wichtig, dass man das jetzt weiß, weil man dann verstehen kann, warum habe ich denn plötzlich rund Wechseljahre so mehr Heißhunger, mehr Gelüste,

Nicola05:28

Okay.

Dr. Viktoria Schelle05:40

mehr Appetit vielleicht, weil er jetzt dafür zuständig ist, dass wir mehr Appetit haben, eben unseren erhöhten Proteinbedarf zu decken, weil wir diese Alters bedingte anabole Resistenz haben. Und wenn Frauen jetzt in dieser Lebensphase ihre Proteindichte in der Ernährung nicht erhöhen und auch diesen verminderten Ruhenergieverbrauch 400 Kilokalorien...

Nicola06:02

Ja.

Dr. Viktoria Schelle06:09

nicht berücksichtigen. Dann greift der sogenannte Protein-Hebeleffekt vor allem, wenn die Frau einfach so weiter sich ernährt wie bisher, wie mit 20 und mit 30. Auch wenn das gesund war, das ist ganz wichtig, das mitzunehmen. Auch darunter, wir brauchen jetzt einfach mehr Protein. Der Körper versucht das jetzt gegenzusteuern, wenn wir ihm dieses Protein nicht geben. Er versucht, Gesamtnahrungsmenge seinen Proteinbedarf jetzt zu decken.

Nicola06:10

Ja.

Dr. Viktoria Schelle06:39

Und unweigerlich nehmen wir gleichzeitig auch mehr Fette und Kohlenhydrate auf. Und das wird jetzt vermehrt als Körperfett umgewandelt oder abgespeichert. Und weil jetzt die Hormone in den Wechseljahren auch nicht mehr so sind wie mit 20 und 30, wird dieser Überschuss aber nicht mehr in Form von Hüfte oder mehr Popo abgelagert, sondern tatsächlich mehr in das Innere des Bauches.

Und jetzt dürfen wir noch tiefer einsteigen, denn dafür sind jetzt vier Mechanismen verantwortlich. Und das ist wichtig, dass man das versteht, weil dann hat man einen Aha-Effekt. Endlich habe ich das verstanden. Man sagt ja, Östrogenmangel habe Schuld. Ja, Östrogenmangel ist eine große Stellschraube. Das widersprechen wir ja gar nicht. Aber ich habe ja gesagt, dass die Studien zeigen, dass wir bereits drei Jahre vor der eigentliche Menopause den Bauch

Nicola07:36

Und das ist.

Dr. Viktoria Schelle07:38

entwickeln. Das heißt, es muss da noch was anderes da sein. Ja, der verminderte Ruheenergie-Umsatz, aber es ist sehr wahrscheinlich das FSH. Das ist ein follikelstimulierendes Hormon, was bereits schon in der Perimenopause ansteigt, weil es versucht, unsere Eierstöcke noch weiter zu stimulieren, die ja mit der Zeit schon nachlassen, mit der Östrogenproduktion. Und das steigt einfach. Und allein dieser FSH

Nicola07:44

In Vielen Dank.

Mhm.

Dr. Viktoria Schelle08:06

Östrogen unabhängig dazu, dass sich unsere Körperzusammensetzung jetzt sehr ungünstig verändert. Was bedeutet ungünstig? Muskelmasse, das ja sowieso schon altersbedingt eher abbaut, baut sich jetzt noch schneller einfach ab. Körperfett wird jetzt mehr gefördert. Und dann kommt noch, dass unser Bauchfett auch FSH-Rezeptoren hat. Und das führt jetzt dazu, dass genau im Bauchfett

Nicola08:11

Mmh.

Vielen Vielen Mhm.

Dr. Viktoria Schelle08:34

sich vermehrt in Körperfett umwandelt. Sprich, die Kohlenhydrate, auch wenn die gesund sind, auch wenn sie aus Vollkorn kommen und Obst kommen, letztendlich sind das Kohlenhydrate, die werden später als Glucose umgewandelt und das wird dann durch die FSH-Vermittlung im Bauchfett zu Bauchfett umgebaut und FSH schützt, also erhöhtes FSH schützt scheinbar auch, dass der Bauchfett schlechter weggeht. Das ist so

Nicola08:54

Vielen Dank.

Dr. Viktoria Schelle09:03

bisschen komplexer als wir gedacht haben. Und jetzt kommen wir zum Östrogen. Wenn jetzt die Lebens-, also die Wechseljahre voranschreiten, dann haben wir, wir haben zuerst Östrogenschwankungen, aber dann nimmt es peu a peu immer ab. Und Östrogen hatte vor den Wechseljahren für uns wahnsinnige Schutzeffekte. Es hat uns auch vor Fett geschützt, das heißt,

Nicola09:06

Ja.

Vielen Mh.

Dr. Viktoria Schelle09:30

es hat entschieden, wohin sich dieses überschüssige Körperfett ablagert. Und mit Östrogen war das mehr so an den Hüften, an dem Popo. Jetzt, wenn wir Östrogenmangel haben, geht das nicht mehr. Das wird jetzt umverteilt in das Innere des Bauches. Also auch wenn wir nicht viel Gewicht jetzt zunehmen, nicht noch viel Körperfett aufbauen, aber das, was schon vorhin da war, wird tatsächlich jetzt aktiv durch Östrogenmangel nach innen verteilt.

Nicola09:40

Mhm.

Und.

Mhm.

Mhm. Mhm.

Dr. Viktoria Schelle10:01

Dann hatte Östrogen uns davor vor Insulinresistenz geschützt. Das heißt, wir waren deutlich insulinsensitiver, wir konnten viel mehr Kohlenhydrate vertragen und jetzt fliegt dieser Schutz plötzlich weg. Das heißt, wir entwickeln eine Insulinresistenz. Kohlenhydraten werden jetzt schlechter vertragen und unser Blutzucker steigt und alleine das fördert jetzt inneres Bauchfeld und leider fördert inneres Bauchfeld selbst noch Insulinresistenz.

Nicola10:11

Vielen In der Tat.

Dr. Viktoria Schelle10:31

ein Teufelskreislauf.

Nicola10:36

noch mal genau. Sie haben jetzt schon sehr viel Wissen. Danke, dass man Ihnen so gut folgen kann, mal wirklich in die medizinische Evidenz auch reinzugucken. Wir versuchen es mal gerade als Zwischenstand in den Alltag zu übersetzen. Was die meisten von uns ja wissen, ist, dass wenn wir älter werden, der Stoffwechsel, sag ich jetzt mal profan, etwas langsamer wird. Das heißt, das, was Sie auch vom Grundumsatz gesprochen haben

Dr. Viktoria Schelle10:52

Mmh!

Nicola11:04

wird noch mal verstärkt, wenn ich sie recht verstanden habe. Gerade auch was die bedingt durch die Hormone bei den Frauen. Das heißt, kann ich denn je mehr Muskeln ich mir dann aufbaue dagegen steuern?

Dr. Viktoria Schelle11:26

Das wäre einer der wichtigsten Hebeln, was wir jetzt schon verändern dürfen. Wir müssen dem entgegenwirken. Wenn wir schon wissen, dass wir schon vor den Wechseljahren, die Muskelmasse abzubauen, was machen wir dann? Nicht viel Kardio, oder?

Nicola11:37

Ja.

Ja, zumindest nicht nur, sondern mit Muskelmasse. Das liest man auch an anderer Stelle, unabhängig von seinen Hormonen. Da haben sie gesagt Proteine. Proteine ist ja auch etwas, was, sage ich mal, Altersforscher gerade Menschen über 60 empfehlen, die versuchen, vegan zu werden. Sie sagen ihr müsst gucken, dass ihr Proteine habt. Heißt das, dass ich doch als Frau verstärkt Proteine zu mir nehmen muss? Nicht wegen der Muskelmasse alleine, sondern auch, damit ich gut den Stoffwechsel, damit auch etwas regulieren kann? Oder wie muss ich das verstehen?

Dr. Viktoria Schelle12:28

Wegen diesem Proteinhebeleffekt, beziehungsweise wegen der anabolen Resistenz. Der Körper reagiert jetzt auf Eiweiß nicht mehr so verstärkt. Das heißt, wir müssen die Proteindichte erhöhen. Wir müssen Proteinsynthese fördern. Und das gelingt jetzt nicht nur pauschal, dass wir einfach nur irgendwie durch Eiweißpulver unstrukturiert jetzt mehr Protein zu sich nehmen, sondern dieses

Nicola12:42

Vielen Ja, ja.

Dr. Viktoria Schelle12:57

oder die Mahlzeit muss wirklich alle lebensnotwendige Aminosäuren liefern und es muss die optimale Menge haben. Also wenn wir zu wenig jetzt essen, ich habe viele Frauen die sagen ja Frau Dr. Schelle ich habe jetzt ein Ei gegessen, ich sage ein Ei ist zu wenig, damit wird der Proteinaufbau nicht gut gefördert. Wir brauchen so circa 30 Gramm Protein pro Hauptmahlzeit und dann ist der nächste

Nicola13:10

Ja. Ja. Ja.

10 Gramm.

Dr. Viktoria Schelle13:24

Also 30 Gramm, nicht 30 Gramm Putenfleisch, sondern 30 Gramm Protein, das heißt, wo finden wir überhaupt überall 30 Gramm, so Pi mal Daumen, 100 Gramm Hähnchenbrust oder 150 Gramm zum Beispiel Lachs, also so. Genau, das wären so 30 Gramm und das sollten wir in jeder Hauptmalzeit haben. Das ist ein

Nicola13:28

Ja, ja, ja.

Ja, ja, ja, ja.

Sie meinen dann dreimal am Tag mit Hauptmahlzeit? Dreimal am Tag 30 Gramm Protein.

Dr. Viktoria Schelle13:57

Das ist die Pi-Mal-Daumen-Regel. Natürlich kann man hier noch direkt reinsteigen und auch seinen eigenen Proteinbedarf berechnen. Das heißt, 1,2 mindestens ab den Wechseljahren bis zu 2 Gramm pro Kilogramm normaler Körpergewicht. Das heißt, wenn wir zu wenig wiegen, dann müssten wir unser normalen BMI berechnen oder normales Gewicht berechnen. Oder wenn wir zu viel wiegen, dann runterrechnen, wie viel sollten wir in der Regel wiegen.

Nicola14:12

Okay.

Dr. Viktoria Schelle14:26

Oder noch besser machen wir es, indem wir die Körperanalyse machen und dann ganz genau wissen, wie viel Muskelmasse wir haben. Wenn wir gut aufgebaut sind, dann zum Erhalt benötigen wir ein bisschen auch oder dürfen wir auch ein bisschen mehr Proteine haben. Oder wenn wir zu wenig Muskelmasse haben, müssen wir ja aufbauen. Da ist es auch gerechtfertigt, dass wir etwas höher mit den Proteinen hochgehen.

Nicola14:31

Ja.

Sie sagen aber, diese Proteine möglichst in der normalen Ernährung, also mit echten Zutaten zu sich nehmen, die man zubereitet oder kocht. Und weniger als Nahrungsergänzungsmittel in reiner Pulverform, egal aus welcher Quelle sie kommt.

Dr. Viktoria Schelle15:07

Genau, das wäre das optimalste, denn es geht ja nicht nur das Protein alleine, es geht ja um die gesamte Food-Matrix. Zum Beispiel das Fleisch, das liefert ja uns nicht nur Aminosäuren, das liefert uns auch Vitamine, Eisen, Vitamin B12 und andere wertvolle B-Vitamine und das wollen wir ja nutzen. Das heißt, die Basis muss einfach stimmen.

Nicola15:09

Ja.

Dr. Viktoria Schelle15:30

Und wo dann, wenn ich merke, also wenn ich jetzt mit meiner Patientin zusammen arbeite, ich sehe bei vielen Frauen, die sagen, so viel kann ich nicht essen, ich habe das nicht gelernt. Und das war auch der Grund, warum sie mit der Zeit abgebaut hat. Jetzt muss sie plötzlich noch mehr essen, das muss alles trainiert werden. Und wenn sie sieht, okay, die schafft schon ein Mindestmaß an Basis. Und dann holen wir uns das gute Proteinpulver dazu als Ergänzung. Das heißt, es ist immer nur eine Ergänzung, das ist nie Ersatz.

Nicola15:44

Ja.

Also die Ernährung, Schwerpunkt, Proteine. Erst mal ausgewogene Ernährung, dann Schwerpunkt, Proteine. Diese 30 Gramm pro Hauptmahlzeit, also dreimal am Tag. Wenn man nur zweimal am Tag isst, muss man die sozusagen aufteilen und 45 Gramm nehmen. Zweimal am Tag. Wenn wir bei denen sind, die eher vielleicht intervall fasten, die sagen, eine Mahlzeit lasse ich aus.

Die Snacks dazwischen habe ich schon verzichtet. Was halten Sie davon?

Dr. Viktoria Schelle16:32

Naja, wenn wir jetzt uns die Biologie angucken, wie der Körper funktioniert und aus der Sportmedizin wissen wir, also die sagen ja auch, bitte auf keinen Fall zu große, also keine Hauptmahlzeiten verpassen. Die führen sogar noch Zwischenmahlzeiten ein. Ja, warum machen die das? Weil wir, unser Körper die ganze Zeit in einem Muskelauf- und Abbauprozess ist. Das heißt,

Nicola16:59

Mhm.

Dr. Viktoria Schelle17:01

wir wollen ja Muskelaufbauprozesse fördern. Um das zu fördern, braucht der Körper einen Reiz. Dieser Reiz wird gesetzt, wenn optimale Mengen an Proteinen über die Nahrung kommen in den Organismus. Wenn wir jetzt morgens zum Beispiel unser Frühstück weglassen und nur mittags und abends essen, versuchen, das Ganze nachzuholen, zeigen die Studien, dass das so nicht funktioniert. Wir können den Eiweiß...

Nicola17:14

Mm.

Was funktioniert nicht? Was funktioniert dabei nicht?

Dr. Viktoria Schelle17:28

Wir können den Eiweißbedarf nicht nachholen. Das heißt, wir können jetzt nicht morgens das Ganze aufsparen und sagen, ja gut, meinen Proteinbedarf decke ich jetzt nur über Mittag und Abend. Das funktioniert nicht, weil wir nur eine bestimmte Menge benötigen, den Muskelreiz sozusagen zu setzen. Darüber hinaus bringt es zusätzlichen Effekt, für diesen Muskelaufbaureiz zu setzen, den wir benötigen. Wir wollen ja

Nicola17:33

Mhm.

Vielen Dank.

Vielen Dank.

Dr. Viktoria Schelle17:56

Wir dürfen uns das so vorstellen, wir wollen jetzt über den gesamten Tag die Ernährung so verteilen, dass wir möglichst wenig Muskelabbau haben, sondern möglichst viel Muskelaufbau. Das heißt, wir beginnen schon morgens mit diesem Reiz und geben optimale Menge an Protein. Somit wird dieser Reiz schon mal morgens gesetzt und wir haben überwiegend Muskelaufbau als Abbau. Dann haben wir eine Pause, das ist vollkommen in Ordnung, darunter verbrennen wir Körperfett, Insulin.

Nicola18:05

Mhm.

Mhm.

Mh.

Dr. Viktoria Schelle18:25

Blutzucker geht nach unten, das ist alles wunderbar. Aber dann sollten wir rechtzeitig auch wieder diesen Reiz setzen, weil sonst geht der Körper wieder vermehrt in den Abbau.

Nicola18:35

Okay, Das ist jetzt für die Frauen, die merken, dass sie eben einen sogenannten, ich will noch mal auf das Hormon und Hormon-Ersatz-Therapie, das ist ja auch ein Thema, was viele Frauen mit den Wechseljahren verbinden. Weil als Schlusspunkt zu ihrem Protein-Thema ist, also sie sagen, wenn ich aus dem Gleichgewicht bin und sich das schon bei einem Wechseljahrenbauch zeigt, sollte Intervall fasten eigentlich eher vermieden werden, sondern diese Regelmäßigkeit der Proteinzufuhr wäre die erste Priorität. Viele fasten ja Intervalle, ich zum Beispiel auch, weil ich ja die Zellerneuerung bestenfalls Reparatur hier ankurbeln will. Ist ja auch ein Thema, dass das ja die Gesundheit auf der langen Bahn betrifft, aber wir reden ja über den Bauch. Was ist jetzt mit der Hormonersatztherapie? Ist die eine Lösung auch davon oder nur ein Teil oder hat die eigentlich gar nichts damit zu tun?

Dr. Viktoria Schelle19:42

Also die Menopausale Hormontherapie, so nennen wir das heute, ist definitiv eine gute Unterstützung. Sie ist aber kein Allheimittel. Sie ist auch keine Abnimmpille. Mit Hormonen nimmt man nicht ab. Mit Hormonen alleine nimmt man auch oder verliert man auch kein Bauchfett. Aber was wir aus den Studien wissen, wenn wir schon eine sehr gute Basis aufgebaut haben,

Nicola20:07

Mhm.

Dr. Viktoria Schelle20:11

das ist Voraussetzung. Basis ist Ernährung, Bewegung, Krafttraining, Stress und Schlaf. Darüber reden wir vielleicht noch heute. Wenn das hier alles sitzt und wir starten rechtzeitig die Menopausale Hormontherapie, dann wirkt das dieser Körperumverteilung entgegen. Weil das ja hormonell getrieben wird, jetzt unabhängig von wie ernähre ich mich, wie bewege ich mich und so weiter. Durch den Östrogenmangel haben wir keinen Schutz mehr und das wird einfach umverteilt, trotz guter Ernährung und Bewegung. Und wenn wir die

Nicola20:12

Mh.

Mh.

Mh.

Vielen Vielen Vielen Dank.

Dr. Viktoria Schelle20:39

Hormone uns zuführen rechtzeitig, dann können wir tatsächlich nachweislich können wir diesem Umverteilung entgegenwirken. Aber jetzt nicht auch noch mit Verbrennung. Das funktioniert so jetzt direkt nicht.

Nicola20:53

Das heißt von der Apfel- und der Birnenform, von denen man ja gerne spricht, von den zwei Körperformen bei Frauen, genau, wird es ja von der Birne, wird es eher zum Apfel und dann entsteht der Bauch. Das wollen wir vermeiden. Gutes Stichwort. Präventiv. Wenn ich jetzt eine Frau bin, die nicht schon wie ich, die Menopause mittendrin ist oder schon hinter sich hat, bzw. kurz davor, sondern in den 30ern und hoffentlich noch weit weg von den Wechseljahren. Gibt es da schon präventive Themen, wo Sie sagen, das kann man schon beachten, also sollte man schon auf das Thema Protein, weil Sie es schon erwähnt haben, zum Beispiel achten, was raten Sie jüngeren Frauen?

Dr. Viktoria Schelle21:35

Unbedingt. Also die Prävention fängt nicht mit 55 an, nicht wenn der Bauch da ist, weil da sind wir schon in der Therapie. Weil wir wissen, dass es all das bedingt dazu kommt, dass wir schneller einfach Muskelmasse abbauen und wir wissen, dass uns noch die hormonelle Umstellung erwartet. Heißt, wir dürfen uns auf die Wechseljahre noch vorbereiten und dafür brenne ich, dass die Frauen schon

Nicola21:56

Ja.

Dr. Viktoria Schelle22:02

gerne mit 30, 35, spätestens mit 40, also vor Beginn der späteren Perimenopause, zu einem Checkup kommen, zwar zu einem umfassenden Checkup, zu schauen, passt, also wie ist meine Körperzusammensetzung jetzt schon? Habe ich dann schon eine Dysbalance, das heißt eine Neigung dazu, dass meine fettfreie Masse so vermindert ist? Das ist halt

Nicola22:14

Ja.

Ja.

Dr. Viktoria Schelle22:27

keine gute Ausgangslage in die Wechseljahre zu gehen. Wenn Fett, Freimasse bedeutet alles, nicht fett ist, das heißt Muskelmasse, Knochen, Substanz, Knorpelgewebe und Hautgewebe. Das heißt, wir dürfen jetzt schon in den 30ern so richtig aufs Gaspedal drücken und mal unsere Bewegungsroutine und Sportroutine verändern.

Nicola22:45

Nehmen Sie mich noch mal, bevor wir in das Doing kommen, noch mal. Also ich gehe zu meinem Hausarzt. Oder zu meinem Frauenarzt und sage, der hat jetzt mit Knorpelgelenken und Muskeln bislang wenig erwähnt. Zumindest nicht, wenn ich etwas habe. Also was ist das für eine Vorsorgecheck, den Sie gerade erwähnt haben?

Dr. Viktoria Schelle22:52

Mhm.

Ja, wahrscheinlich spreche ich aus meiner Bubblekirche raus. Und es war mir ganz wichtig, genau, dass wir am Anfang erwähnt, ich Präventionsmedizinerin bin und dass das ein neues Gebiet ist, eine neue Fachrichtung. Und es gibt Ärzte, die sich speziell auch diese Zusatzqualifikation geholt haben. Das kann ein Gynäkologe sein, das kann ein Kardiologe sein oder im besten Falle auch ein Hausarzt.

Nicola23:11

Ja? Ich hol' sie da raus.

Dr. Viktoria Schelle23:34

So, wenn man das Glück hat und er hat sich darauf spezialisiert, wenn sie zu ihm kommen und sagen, ich bin eine Frau, ja dann muss er auch noch die Gendermedizin kennen, das ist auch noch wichtig, weil wir Frauen...

Nicola23:45

Genau, die nehmen wir mal bei Seite, den Check, den Sie erwähnt haben. Was muss ich da sagen? Was ist das Stichwort?

Dr. Viktoria Schelle23:52

Also ich will meine Körperzusammensetzungsanalyse machen. Dafür braucht man eine medizinische Bioanalyse. Hat nicht jeder Arzt. Man muss sich als Patient bisschen hinsetzen und recherchieren, welcher Arzt

Nicola24:06

Bioanalyse, also der Begriff heißt Bioanalyse.

Dr. Viktoria Schelle24:10

Bioimpedanzanalyse ist. Das ist die Körperzusammensetzungsanalyse oder Körperfettanalyse, was die Patienten sagen und das selber nennen.

Nicola24:19

Wird das von den Krankenkassen bezahlt?

Dr. Viktoria Schelle24:22

Das wird von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Nicola24:26

Mit wie viel Euro muss ich ungefähr rechnen, wenn ich sage, ich habe da Interesse dran.

Dr. Viktoria Schelle24:31

Es kommt darauf an, bei wem man das macht und wie umfassend die Beratung ist und ob das in ein Programm integriert wird. Zwischen niedrigste ist 30 Euro, vielleicht bei einem Diätassistenten oder einem Ernährungsberater, bis zu 120 oder 200 oder 250 Euro bei einem Ernährungsmediziner, Präventivmediziner, mit einer Beratung und schon Anpassung vielleicht der Ernährung etc.

Nicola24:42

Okay.

Ja. Ja.

Das Ziel ist also zu sagen, du bist so und so ein Stoffwechseltyp. Dein Körper hat die und die Zusammensetzung. Für dich wäre, was Ernährung betrifft, der und der Weg der bessere, auch schon unter anderem bei jungen Frauen zu sagen, auf die Menstru... Also nicht Menstruationsphase, sondern auf die Wechseljahre Zeit etwas vorzubereiten. Ich vermute mal, Protein spielt dabei wieder eine wichtige Rolle. Und das Thema...

Muskelaufbau. Sie hatten darüber hinaus noch erwähnt, sagen Schlaf und Stress, chronischen Stress zu vermeiden, ist auch nicht ganz unwichtig.

Dr. Viktoria Schelle25:40

ist nicht ganz unwichtig, weil chronisch erhöhte Cortisol-Spiegel ebenfalls Körperfettaufbau fördern. Es befeuert auch den Muskelabbau, aber so funktioniert das Cortisol, dieses aber löst aber auch Heißhungerattacken aus, das heißt viele Frauen entwickeln auf Food Noise emotionales Essen. Es stört unseren Schlaf, dann sind wir schon beim Thema Schlaf, gestörter Schlaf, durchbrochener Schlaf, durch Hitzewallungen, durch Herzrasen, Gedanken, Kreisen etc.

Nicola25:47

Ja.

Dr. Viktoria Schelle26:09

Mögliche Ursachen ist es egal, wenn der Schlaf durchbrochen wird. Haben wir jetzt eine vermündete Körperfettverbrennung während des Schlafens und wir sind am nächsten Tag tatsächlich eher insulinresistenter. Wir haben da auch wieder mehr Heißhungerattacken. Der Körper holt sich das auch wieder nach. Also wir haben viele Teufelskreisläufe, die in einander greifen. Deswegen ist das Thema Bauchfett so komplex und ist nie mit einer einzelnen Maßnahme gelöst.

Nicola26:43

Aber haben Sie denn eine gute Nachricht für all die Frauen, die jetzt schon damit konfrontiert sind? Krieg ich denn diesen Bauch wieder weg? Heißt, bekomme ich es abgebaut? Auch wenn sich meine Körperform auf jeden Fall verändert mit zunehmendem Alter, aber ich kann den Bauchumfang für mich und damit auch das schlimme Fett, wie ich gelernt habe, das viszerale Fett.

Also das ich nicht greifen kann, wie ich mein Hüftgold, worüber ich sehr glücklich bin, seit ich mit dem Adipositasexperten gesprochen habe und er gesagt hat, seien Sie froh, dass Sie es fassen können. Und ich so, warum? Weil er sagt, wenn Sie es nicht fassen könnten, dann wäre es das schlechte Fett und dann hätten Sie ein viel größeres Problem. Ich sag so, okay. Aber auch das bekomme ich weg mit Maßnahmen unter anderem diesen Fokus auch noch mal auf Protein- und Muskelaufbau, was für ganz viele andere Dinge ja auch wichtig ist, wie Sie es jetzt schon erwähnt haben.

Das ist

Dr. Viktoria Schelle27:38

Also.

Nicola27:38

die gute Nachricht, die Sie uns auf jeden Fall schon mal mitgeben.

Dr. Viktoria Schelle27:42

Genau, ich will Hoffnung geben, weil erstens ist es nicht schaffe ich das und soll ich und kann ich das. Es ist alles Bauchfett. Es ist ein wahnsinniger Risikofaktor für so viele Erkrankungen, die wir nicht haben wollen und die wir vermeiden können. Das heißt, wenn es nur eine Maßnahme gäbe, die ich machen kann, so viele Erkrankungen zu vermeiden, dann wäre das nur Bauchfettreduktion. So, und wir haben dafür Mittel und Maßnahmen und wir haben Leitlinien. Die Forschung gibt uns auch viele Maßnahmen und wenn eine Frau zu mir kommt, fange ich immer in einem Stufenschema an. Das heißt, keine Frau bekommt gleich sofort irgendeine Abnehmensspritze oder nur die Carbone auf keinen Fall. Das hilft nicht viele, die hören werden, werden sagen, genau so ist es, Frau Dr. Schell, ich habe das schon probiert.

Nicola28:21

Ich Nachhaltig, ja.

Ja, ja, ja.

Dr. Viktoria Schelle28:34

fangen immer bei der Basis an. Deswegen ist die Diagnostik so wichtig. Egal wann die Frau kommt, mit 30, 40 oder später. Wir schauen uns an, wie ist die Körperzusammensetzung. Deswegen poche ich auf die Körperzusammensetzung. Das Gewicht alleine sagt ihnen gar nichts. Auch der normale Bauchumfang, der vielleicht noch unter 80 cm ist, dennoch keine Sicherheit, dass doch nicht bereits viszerales Bauchfett schon da ist.

Nicola28:54

Mh.

Mh.

Dr. Viktoria Schelle29:00

dazu beiträgt, dass man Diabetes Typ 2 entwickelt, Bluthochdruck und so weiter und so fort. Das heißt, Körperzusammensetzungsanalyse ist das Beste, was die Frau sich einfach schenken kann. Weil gesetzliche Krankenkasse zahlt das nicht. Ich messe, wo ist die Frau, was braucht sie? Krafttraining her oder doch mehr Cardio? Dann schaue ich die Ernährung mir an, weil in der Körperzusammensetzungsanalyse sehe ich ja nur das Ergebnis. Die Frage ist, warum ist sie da, wo sie ist?

Nicola29:10

Okay.

Dr. Viktoria Schelle29:28

Und deswegen müssen wir tiefer reingucken. Die Patientin liefert mir über 14 Tage ein Fotoprotokoll und ich setze ihr auch noch einen Glykosesensor. Dann habe ich auch noch die direkten Fakten, was der Körper sagt. Denn viele Frauen kommen ja und sagen, ich ernähre mich ja schon gesund und bewusst. Und glauben Sie mir, die Definition von gesund und bewusst ist bei jeder Frau so unterschiedlich.

Nicola29:30

und Ja. Ja.

da wollte ich noch kurz drauf eingehen. Es gibt ja so zwei wahrscheinlich so Grundtypen und mal die zwei Pole. Die einen, die genau wissen, mit was sie sich falsch ernähren. Die wissen, okay, da kann ich nicht nein sagen und so weiter. Und die anderen, die sagen, ich mach doch schon alles, was irgendwie geht. Und vielleicht noch gar nicht gemerkt haben, dass sie in eine Unterversorgung kommen sind. Worauf ich hinaus will, ist Ihnen noch die Frage zu stellen, wie ist es denn evolutionär eigentlich herzuleiten, dass wir Frauen uns mit diesem, ich nenne ihn jetzt mal Hormonbauch weiterhin, auseinandersetzen müssen, selbst wenn wir glauben, dass wir uns eigentlich entsprechend ernähren. Können wir sagen, was hat die Evolution sich dabei gedacht, dass sie uns diese Reaktion als sichtbaren Weg diesen Bauch zu bekommen gibt.

Dr. Viktoria Schelle30:54

Also wir forschen auch daran und wir wissen es nicht genau, das richtig mitzunehmen. Es gibt aber eine Hypothese. Und wenn wir uns anschauen, mit welcher Macht und mit wie vielen Werkzeugen der Körper in dieser Phase dieses inneres Bauchfett aufbaut und schützt, ja, schützt das ja, wir haben ja noch nicht alle Faktoren besprochen, wie das entsteht und warum das so geschützt wird. Es ist so, dass wir ja unsere Östrogenproduktion einstellen.

Nicola31:11

Ja.

Dr. Viktoria Schelle31:22

Und dann hat sich, das ist nur eine Hypothese, hat sich die Natur gedacht, gut, dann machen wir uns einen dritten großen Eierstock. Der produziert dann zusätzlich noch für uns Östrogen in einer gewissen Art und Weise, uns einfach über diese Zeit ein bisschen zu unterstützen und zu überbrücken. Dann ist es noch so, dass dieses

Nicola31:43

dritter Eierstock. Wo ist der dritte Eierstock? Nur da in der Mitte. Das viszerale Fett produziert also in sich auch noch mal Hormonen bzw. Östrogen. Nur um das...

Dr. Viktoria Schelle31:45

Das ist das Inhabit.

Genau, exakt. Das ist eine Hypothese. Das andere ist, dass durch zu viel Stress, Druck und Überbelastung der Körperfett als Schutz vor dieser Belastung dieses Bauchfett bildet. Das liegt ja richtig nah an den Gefäßen, auch an der Leber, an den Organen und ist schnell verfügbar. Im Gegensatz zum Unterhautfettgewebe, das braucht etwas länger Zeit und daraus dann auch Stoffe zu bilden, ist das innere Bauchfett einfach schnell verfügbar und deswegen bildet der Körper das einfach gerne, vor allem unter Stress. Hier ist die Stressachse zum Beispiel. Ansonsten, so ganz genau wissen wir es doch nicht, aber es hat scheinbar evolutionär wirklich einen Vorteil zu geben, weil die Mechanismen so massiv darauf aus sind, Bauchfett zu entwickeln und zu behalten. Aber jetzt bloß nicht die falschen

Nicola32:26

Vielen Ja, ja, ja.

Dr. Viktoria Schelle32:53

den falschen Rückschluss daraus ziehen, sei gesund und das ist natürlich und normal. Ein bisschen Bauch gehört dazu. Wenn das alles so stoffwechselneutral wäre und uns nicht schaden würde, wäre das alles in Ordnung, es wäre ästhetisch, hätten kein Problem damit. Das Problem ist aber, das macht was Blödes mit uns. Es macht Entzündungsstoffe, es erhöht Risiken für viele gefährliche Erkrankungen und muss vermieden werden.

Nicola33:18

Also ich fasse mal kurz zusammen, sie haben uns ganz viele Fakten gegeben, das ist wirklich toll. Die gute Nachricht noch mal zu unterstreichen, man bekommt den Hormonbauch wieder weg. Man muss sich aber darum bemühen mit seinen Lebensstilfaktoren, ist ja das Wesentliche, was wir aufgezählt haben, Ernährung, Bewegung, auch Regeneration, also Stress und Schlaf spielen rein.

Es gibt nicht die Pille, die ich nehmen kann. Es gibt nicht die Nahrungsergänzungsmittel, die ich mir einschmeißen kann. Und es gibt nicht die Abnehmenspritze, die mir dabei hilft, genau an dieses Thema ranzugehen. Das sind alles andere Themen. Dass ich mich aber darum kümmern sollte, das sagen Sie auch ganz klar. Das geben Sie mal mit auf den Weg, weil es lebensverkürzend sein wird. Außer dass ich ästhetisch mich ...

wahrscheinlich unwohl fühle, das berichten zumindest die meisten Frauen, die ich kenne. Deswegen bemühen sie sich ja auch so und sagen schon, was soll ich denn noch tun und was sie so verzweifelt. Wo sie sagen, ja, aber es lohnt sich, da ranzugehen. Aber viele Lebensstilfaktoren, von denen ich bislang vielleicht dachte in meinem Leben, das ist doch gesund, das ist doch gut, dass ich so mache, muss ich hier oben Hebel umstellen und jemanden, Experten wie Sie vergleichbar in Anspruch nehmen, zu sagen, was mache ich denn eigentlich falsch, obwohl ich glaube, ich esse schon so wenig. Es geht nicht um wenig essen, sondern das richtige Essen zu der richtigen Tageszeit in der richtigen Verteilung. Und jetzt meine allerletzte Frage. Ich muss schon auf die Uhr gucken. Meine allerletzte Frage an Sie. Wenn Sie uns nur eine Maßnahme mit auf den Weg geben können zum Thema, wie kann ich mich

Dr. Viktoria Schelle34:54

Perfekt.

Nicola35:10

Ja, einem langen, besseren, gesünderen Leben. Nur dann will ich ja längeres Leben haben. Was würden Sie? Sie dürfen es gerne auf Frauen spezialisieren oder Sie sagen, ist für Sie ein generelles Thema. Welche Maßnahme? Nur eine, wenn es wäre. Geben Sie uns mit auf den Weg?

Dr. Viktoria Schelle35:29

Das Präventionszeitfenster nutzen. Das ist die wichtigste.

Nicola35:34

Das ist also mein ganzes Leben eigentlich.

Dr. Viktoria Schelle35:37

Ich nehm ausgedruckt.

Nicola35:40

Mein ganzes Leben. Ich übersetze es mal anders. Lieber Prävention und Vorsorgen als darauf zu warten, bis ich krank werde, bis sich Symptome melden. Und ich nur deswegen auch, glaube ich, ihre Intention zu sagen, es gibt extra Ausbildung selbst für Ärzte, von denen man denken würde, Vorsorge, Prävention, warum der ist doch Arzt? Nein, aber unser Gesundheitssystem ist ja auf Heilung, also auf Krankheit spezialisiert und weniger auf Prävention. Also, Sie sagen ...

Vorsorgen, Vorsorgen, Vorsorgen. Schon ganz früh anfangen junge Frauen. Auch gerade ein Riesenthema. Aber auch für uns ältere Frauen, die davon schon betroffen sind, sagen sie, nicht verzagen. Es gibt Hilfe und es lohnt sich, weil du ein besseres und längeres Leben führst.

Das freut mich, weil Sie haben noch ganz viele Fakten und konkrete Tipps in Ihrem Buch. Ich verlinke natürlich zu dem Buch hin. Sie sind im Vergleich zu mir eine jüngere Frau, eine jüngere Generation. Umso mehr freut es mich, dass Sie sich diesem Thema widmen und sagen, auch Sie selbst wahrscheinlich wollen für sich sagen, Mensch, wir Frauen haben nicht nur ein längeres Leben verdient, sondern auch ein besseres.

So interpretiere ich jetzt mal ihre Spezialisierung und ihre Leidenschaft dafür.

Dr. Viktoria Schelle37:03

Genau. Ich will den Frauen einfach die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt geben, damit sie einfach mehr gesunde Lebensjahre genießen können. Auch nach den Wechseljahren, ganz klar.

Nicola37:14

Sehr schön. Vielen Dank. Wir brauchen mehr Frauen wie Sie, die sich mit der Expertise einer Schulmedizin einem Thema widmen, das bei uns bislang so bisschen zu kurz gekommen ist. Nämlich Vorsorge und Prävention.

Ich glaube, wir haben so viele Themen jetzt noch gar nicht ansprechen können, dass wir mal sehen, ob wir uns nicht sowieso zu dem ein oder anderen Thema noch wieder sehen. Und ich freue mich jetzt schon drauf. Aber für heute erst mal ganz herzlichen Dank.

Nicola37:45

Warum will die Evolution das Bauchfett? Ist eine spannende Frage. Aber andererseits, wenn ich mir vorstelle, der Steinzeitmensch in mir, die Neandertalerin, die liegt ja weiterhin auf der Couch und sagt, ich nehme alles, was du mir gibst und der Rest kommt in die Reserve. Und was wir halt in der Reserve nicht mehr verbrennen können, weil wir keine Muskeln haben, weil wir uns nicht bewegen, das geht halt ganz schnell in dieses Bauchfett, was wir möglichst vermeiden sollten. Der Adipositasexperte hat ja auch schon davon gesprochen. Unser Stoffwechsel-Experte erinnert euch an das Thema Wasserfasten. War auch dieses Thema, wie bekommt man diese Fettablagerungen wieder weg, die einfach über die Zeit beim Älterwerden diese stillen Entzündungen triggern, noch befeuern?

Und damit all diese Krankheiten und chronischen Krankheiten vor allem des älter werdens so einen richtigen Schub geben.

Da ist es auch gar nicht so entspannend, wenn man weiß, dass auch schlanke Menschen eben dieses viszerale Fett in sich tragen können, sondern ja, zeigt eher nochmal genau den Punkt von der jungen Ärztin, dass wir in die Vorsorge mehr investieren sollten. Jeder einzelne von uns.

Was nehme ich mit aus dem heutigen Gespräch? Proteine. Ich esse gerne Eier und werde leider auch keine Vegetarierin werden in diesem Leben. Aber dass diese Proteine doch so wichtig sind unter den unterschiedlichsten Fragestellungen, da ist jetzt heute noch mal eine Fragestellung dazu gekommen. Beruhigt hat mich aber...

dass eben nicht direkt Pulver empfohlen wird, sondern wirklich diese natürliche Vielfalt. Also mal gucken, was Leckeres auf den Teller landen sollte und wovon ich mehr in Zukunft dazu nehmen werde. Das ist doch mal eine schöne Fragestellung, die mir echt gefällt.

Ich habe auch mitgenommen, dass wir von diesen Selbstvorwürfen, ich sollte mal, ich müsste mal, gerade wir Frauen, einfach weg sollen. Sondern drauf gucken und sagen, okay, wie kann ich es ändern? Ich gehe es an. Und gerade die jüngeren Frauen unter uns, die haben wirklich noch die Gelegenheit genau, vorzusorgen, schon frühzeitig dran zu denken, wie kann ich mich vorbereiten und aber gleichzeitig schon in meinem Jetzt davon profitieren. Das ist ja das Schöne an all den 100 plus Maßnahmen, über die wir hier sprechen in diesem Podcast mit den Experten. Das ist nicht etwas, was nur einen guten Zustand möglichst in der Ferne für uns absichert, sondern wir können jetzt schon direkt von jeder Maßnahme profitieren. Und das ist doch, ist das nicht Dopamin pur? Doch, oder? Ja.

Aber das Intervallfasten, das nehme ich auch mit, ist bei Frauen, die diesen Hormonbauch haben, das Mittel der Wahl.

Und diesen Körpercheck bezüglich der Zusammensetzung leuchtet mir total ein, dass der Sinn macht. Dann weiß man, glaube ich, auch, was man für so ein Stoffwechseltyp ist. Ich habe es erst über die Jahre rausbekommen, dass ich gemerkt habe, na ja, ich reagiere ganz stark auf Kohlenhydrate. Also so die weißen Kohlenhydrate, die eigentlich nichts bringen. Da konnte ich mich zumindest über die Jahre so ein bisschen davon wegbringen und habe es rein aus Erfahrungswerten für mich dann zusammengebracht. Aber so ein Check, ich wollte jetzt schon sagen am Anfang des Lebens, also wenn man noch jünger ist, gibt eine gute Referenzbasis. Ein Teil davon ist glaube ich auch dieser Knochendichte Check. Also diese Messung, die auch empfohlen wird, Osteoporose Experte ganz am Anfang mal in der Folge dieses Podcasts. Das gilt natürlich alles bis heute noch.

Das ist zeitlose Aktualität, zu sagen, wir Frauen müssen je älter wir werden gerade auf Osteoporose, auf die Knochendichte auch gucken. Proteine und Kalzium sind natürlich ein wichtiger Faktor in dem, wie wir unsere Ernährung auch auswählen. Und nach den Wechseljahren noch umso mehr. Aber das ist wieder ein anderes Thema. Aber wir sehen, es gibt ganz viele Themen, die bei Frauen eben so ein bisschen anders aussehen als bei den Männern. Und deswegen hat dieser, naja, dieser Genderblick, also dieses nach Frau und Mann unterschiedliche Blick auf den Körper, auf die Prävention und Vorsorge und dann auch auf die Diagnostik bzw. die Therapie doch seine ganz eigene Berechtigung. Also, wir werden da so ein bisschen weitermachen.

Ein Aspekt habe ich aber mit der Frau Dr. Schelle noch im Nachgang geklärt, nämlich den Bierbauch bei Männern. Und da sagt sie auch ganz klar, ein ähnlich schlechtes Merkmal. Also auch darum geht es darum, ihn möglichst wegzubekommen, weil das alles viszerales Fett ist. Das hatte der Adipositasexperte mir ja auch schon erklärt. Das ist das Fett, was dann unter der ja eher Haut und Muskeln liegt, also noch schwerer zu erreichen.

Aber der Hormonbauch ist eben nur mit reinem Abnehmen nicht wegzukriegen. Das ist der Vorteil von so einem Bierbauch, liebe Männer. Da seid ihr klar im Vorteil, deswegen, ihr könnt es einfach angehen. Weniger Energie, weniger Bier und mehr laufen und in Bewegung bringen. Dann geht es bei euch ganz schnell. Der Hormonbauch ist ein bisschen mühsamer. Aber auch der geht weg. Das ist die gute Nachricht.

Alles klar? Also, ich freue mich schon auf das nächste Mal. Auch beim nächsten Thema bleiben wir so ein bisschen bei den Frauenthemen und bei dem Thema Hormon. Wer sich da also interessiert, auf gar keinen Fall verpassen. Bis zum nächsten Mal. Eure Nicola aus Düsseldorf.

Transkript der Folge „Hormonbauch in den Wechseljahren: Warum er entsteht und wie du ihn wieder loswirst“ — automatisch erstellt und redaktionell geprüft.

Ein Bauch, der plötzlich da ist und nicht mehr weichen will – obwohl du dich gut ernährst und viel bewegst. Viele Frauen kennen dieses Phänomen aus den Wechseljahren. Präventions- und Ernährungsmedizinerin Dr. Viktoria Schelle erklärt, warum der Hormonbauch entsteht, welche vier Mechanismen dahinterstecken und was du konkret dagegen tun kannst – in jedem Alter.

Kommt der Hormonbauch wirklich von den Hormonen?

Der dicker werdende Bauch in den Wechseljahren ist der häufigste Grund, warum sich Frauen überhaupt an Dr. Schelle wenden. Und die Studien bestätigen das: Etwa drei Jahre vor und drei Jahre nach der letzten Regelblutung haben Frauen ein erhöhtes Risiko, vermehrt Bauchfett zu bilden.

Die verbreitete Meinung, es liege nur an Disziplin – weniger essen, mehr bewegen –, ist laut aktueller Evidenz widerlegt. Der Körper verändert sich in dieser Phase grundlegend, und das lässt sich nicht allein mit Willenskraft aushebeln.

Warum nimmt der Grundumsatz in den Wechseljahren ab?

Frauen kommen bereits mit einem bis zu 400 Kilokalorien verminderten Ruheenergieumsatz in die Wechseljahre – verglichen mit ihrem 20-jährigen Ich. Der Grund: Über die Jahre wurde schleichend und unbewusst Muskelmasse abgebaut, dadurch sinkt der Grundumsatz und der Körper verbrennt auch in Ruhe weniger Fett.

Gleichzeitig entsteht eine altersbedingte anabole Resistenz: Der Proteinabbau im Gewebe läuft schneller ab als der Aufbau. Vermittelt über das Fibroblasten-Wachstumshormon 21 führt das zu mehr Appetit, Heisshunger und Gelüsten – der Körper will so seinen erhöhten Proteinbedarf decken.

Was ist der Protein-Hebeleffekt?

Wenn Frauen ihre Proteindichte nicht erhöhen und den verminderten Ruheenergieverbrauch nicht berücksichtigen, greift der Protein-Hebeleffekt. Der Körper versucht, über die Gesamtnahrungsmenge seinen Proteinbedarf zu decken – und nimmt dabei unweigerlich mehr Fette und Kohlenhydrate auf.

Dieser Überschuss wird jetzt vermehrt als Körperfett gespeichert. Und weil die Hormone nicht mehr wie mit 20 oder 30 arbeiten, landet er nicht mehr an Hüfte und Po, sondern im Inneren des Bauches.

Welche vier Mechanismen stecken hinter dem Bauchfett?

Dr. Schelle nennt mehrere ineinandergreifende Mechanismen, die das viszerale Bauchfett antreiben:

  1. Verminderter Ruheenergieumsatz durch Muskelverlust – der Körper verbrennt weniger.
  2. Ansteigendes FSH (follikelstimulierendes Hormon) schon in der Perimenopause: Es fördert Muskelabbau und Körperfettaufbau, und weil Bauchfett FSH-Rezeptoren hat, wird Glukose dort direkt zu Bauchfett umgebaut.
  3. Östrogenmangel hebt den Schutz auf, der Fett früher an Hüften und Po verteilt hat – jetzt wird es ins Bauchinnere umverteilt, selbst ohne Gewichtszunahme.
  4. Insulinresistenz: Östrogen hielt uns insulinsensitiv, jetzt werden Kohlenhydrate schlechter vertragen, der Blutzucker steigt und fördert weiteres Bauchfett – ein Teufelskreis.

Wichtig ist: Das FSH steigt bereits, bevor der Östrogenmangel voll einsetzt. Deshalb baut sich der Bauch oft schon vor der eigentlichen Menopause auf.

Wie viel Protein brauche ich in den Wechseljahren?

Der wichtigste Hebel ist Protein – aber richtig dosiert. Als Faustregel gelten circa 30 Gramm Protein pro Hauptmahlzeit, also etwa dreimal am Tag. 30 Gramm Protein stecken zum Beispiel in rund 100 Gramm Hähnchenbrust oder 150 Gramm Lachs. Ein einzelnes Ei ist deutlich zu wenig, um den Muskelaufbaureiz zu setzen.

Genauer berechnet liegt der Bedarf ab den Wechseljahren bei 1,2 bis 2 Gramm pro Kilogramm Normalgewicht. Am besten ermittelst du deine Muskelmasse über eine Körperzusammensetzungsanalyse und passt die Menge daran an.

Die Mahlzeit sollte alle lebensnotwendigen Aminosäuren liefern. Bevorzugt aus echten Lebensmitteln: Fleisch liefert nicht nur Aminosäuren, sondern auch Eisen, Vitamin B12 und weitere B-Vitamine – die ganze Food-Matrix zählt. Proteinpulver ist Ergänzung, nie Ersatz.

Ist Intervallfasten bei einem Hormonbauch sinnvoll?

Bei Frauen mit Hormonbauch ist Intervallfasten laut Dr. Schelle eher nicht das Mittel der Wahl. Der Körper ist ständig in einem Muskelauf- und -abbauprozess. Um den Aufbau zu fördern, braucht er über den Tag verteilt regelmässige Proteinreize.

Lässt du das Frühstück weg und holst alles mittags und abends nach, funktioniert das nachweislich nicht: Der Eiweissbedarf lässt sich nicht nachholen, weil pro Mahlzeit nur eine bestimmte Menge den Muskelreiz setzt. Besser ist es, schon morgens den ersten Reiz zu setzen, dann eine Fastenpause einzulegen (in der Fett verbrannt wird und der Blutzucker sinkt) und rechtzeitig wieder Protein zuzuführen.

Hilft eine Hormontherapie gegen den Bauch?

Die menopausale Hormontherapie ist eine gute Unterstützung, aber kein Allheilmittel – und schon gar keine Abnehmpille. Mit Hormonen allein verliert man kein Bauchfett.

Voraussetzung ist eine gute Basis: Ernährung, Bewegung, Krafttraining, Stressmanagement und Schlaf. Wenn diese sitzt und die Hormontherapie rechtzeitig startet, kann sie der hormonell getriebenen Fett-Umverteilung nachweislich entgegenwirken.

Was können jüngere Frauen präventiv tun?

Prävention fängt nicht mit 55 an – da ist man schon in der Therapie. Dr. Schelle empfiehlt Frauen, schon mit 30, 35, spätestens mit 40 zu einem umfassenden Checkup zu gehen, um die eigene Körperzusammensetzung zu kennen.

Das zentrale Instrument ist die Bioimpedanzanalyse (Körperzusammensetzungsanalyse). Sie zeigt, ob eine Dysbalance vorliegt, etwa zu wenig fettfreie Masse. Sie wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und kostet zwischen 30 Euro (Ernährungsberatung) und 120 bis 250 Euro (Präventiv- oder Ernährungsmediziner mit Beratung). Wer früh weiss, wo er steht, kann Bewegung, Krafttraining und Ernährung gezielt anpassen.

Warum will die Evolution überhaupt Bauchfett?

Genau weiss die Forschung es noch nicht, aber es gibt Hypothesen. Eine davon: Wenn die Östrogenproduktion der Eierstöcke nachlässt, baut der Körper das viszerale Fett quasi als "dritten grossen Eierstock" – dieses Gewebe produziert selbst Östrogen und überbrückt so einen Teil des Mangels.

Eine zweite Hypothese: Unter Stress und Überbelastung bildet der Körper Bauchfett als schnell verfügbaren Schutz, weil es nah an Gefässen, Leber und Organen liegt. Trotzdem gilt: Bloss nicht den falschen Schluss ziehen, ein bisschen Bauch sei gesund. Viszerales Fett bildet Entzündungsstoffe und erhöht das Risiko für viele gefährliche Erkrankungen – es muss vermieden werden.

Wichtig: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine deutliche Erhöhung der Proteinzufuhr, eine menopausale Hormontherapie oder eine Umstellung des Fastenrhythmus solltest du – besonders bei Vorerkrankungen der Nieren oder anderen chronischen Erkrankungen – ärztlich abklären und begleiten lassen. Was für dich individuell passt, zeigt am besten eine fundierte Diagnostik wie die Körperzusammensetzungsanalyse.

Der 100+ Expertentipp

Auf Nicolas Standardfrage nach der einen wichtigsten Massnahme für ein langes, gesundes Leben antwortet Dr. Schelle:

„Das Präventionszeitfenster nutzen. Das ist das wichtigste."

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Achte ab sofort auf circa 30 Gramm Protein pro Hauptmahlzeit – aus echten Lebensmitteln wie Hähnchenbrust, Lachs oder Eiern, nicht aus einem einzelnen Ei.

bündeln & koppeln

Kopple die Proteinzufuhr mit Krafttraining und einer festen Schlaf- und Stressroutine – so setzt du über den Tag mehrere Muskelaufbaureize statt Muskel abzubauen. Bei Hormonbauch das Intervallfasten zugunsten regelmässiger Proteinmahlzeiten zurückstellen.

next Level

Lass bei gegebenem Anlass eine Bioimpedanzanalyse (Körperzusammensetzungsanalyse) bei einem Präventions- oder Ernährungsmediziner machen und prüfe eine rechtzeitige menopausale Hormontherapie.

Damit du morgen früh noch daran denkst

Der tägliche 100+ Funke: ein Impuls am Morgen, in zehn Sekunden gelesen — und du bist wieder bei deinem nächsten kleinen Schritt.

So sah der Funke am 16. Juli aus:

Heute eine einzige Sache, nur für dich: fünf Minuten Stille, ein Glas Wasser am offenen Fenster, ein tiefer Atemzug — bewusst, ohne schlechtes Gewissen. Wer für alle sorgt, vergisst sich selbst zuerst. Heute nicht. Tipp auf „Gemacht". 💛

Mit dem Eintragen bekommst du den täglichen 100+ Funken per E-Mail. Abmelden jederzeit mit einem Klick. Datenschutz

Nicolas Selbsttest

Warum will die Evolution das Bauchfett? Eine spannende Frage. Aber wenn ich mir vorstelle, der Steinzeitmensch in mir, die Neandertalerin, die liegt ja weiterhin auf der Couch und sagt: Ich nehme alles, was du mir gibst, und der Rest kommt in die Reserve. Und was wir in der Reserve nicht mehr verbrennen können, weil wir keine Muskeln haben und uns nicht bewegen, das geht ganz schnell in dieses Bauchfett.

Was nehme ich mit aus dem heutigen Gespräch? Proteine. Ich esse gerne Eier und werde leider auch keine Vegetarierin werden in diesem Leben. Aber beruhigt hat mich, dass eben nicht direkt Pulver empfohlen wird, sondern wirklich diese natürliche Vielfalt. Also mal gucken, was Leckeres auf dem Teller landen sollte.

Ich habe auch mitgenommen, dass wir gerade wir Frauen von diesen Selbstvorwürfen – ich sollte mal, ich müsste mal – einfach wegkommen sollen. Sondern draufgucken und sagen: Okay, wie kann ich es ändern? Ich gehe es an. Und die jüngeren Frauen haben wirklich noch die Gelegenheit, frühzeitig vorzusorgen und gleichzeitig schon im Jetzt davon zu profitieren. Ist das nicht Dopamin pur?

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Häufige Fragen

Warum bekomme ich in den Wechseljahren einen Bauch, obwohl ich mich gesund ernähre?

Weil der Bauch nicht nur von der Kalorienmenge abhängt. In den Wechseljahren sinkt der Ruheenergieumsatz um bis zu 400 Kilokalorien, gleichzeitig steigen Hormone wie FSH und der Östrogenmangel verschiebt Fett ins Bauchinnere. Auch gesunde Kohlenhydrate werden dann schlechter vertragen. Das Problem lässt sich deshalb nicht allein mit Disziplin lösen.

Wie viel Protein sollte ich in den Wechseljahren essen?

Als Faustregel gelten etwa 30 Gramm Protein pro Hauptmahlzeit, also rund dreimal täglich. Genauer sind es 1,2 bis 2 Gramm pro Kilogramm Normalgewicht. 30 Gramm stecken zum Beispiel in etwa 100 Gramm Hähnchenbrust oder 150 Gramm Lachs. Am besten aus echten Lebensmitteln, Proteinpulver nur als Ergänzung.

Ist Intervallfasten bei einem Hormonbauch gut oder schlecht?

Bei Frauen mit Hormonbauch ist Intervallfasten eher ungünstig. Der Körper braucht über den Tag verteilt regelmässige Proteinreize für den Muskelaufbau. Wird das Frühstück weggelassen, lässt sich der Eiweissbedarf nachweislich nicht nachholen. Regelmässige Proteinmahlzeiten haben hier Vorrang.

Kann eine Hormontherapie den Bauch verschwinden lassen?

Nein, eine menopausale Hormontherapie ist keine Abnehmpille. Mit Hormonen allein verliert man kein Bauchfett. Sie kann aber – bei guter Basis aus Ernährung, Bewegung, Krafttraining, Schlaf und Stressmanagement und wenn sie rechtzeitig startet – der hormonell getriebenen Fett-Umverteilung entgegenwirken.

Geht der Hormonbauch wieder weg?

Ja. Das ist die gute Nachricht. Über die richtigen Lebensstilfaktoren – proteinreiche Ernährung, Krafttraining, guten Schlaf und weniger chronischen Stress, gegebenenfalls unterstützt durch eine Hormontherapie – lässt sich der Hormonbauch abbauen. Es braucht aber Geduld und ist mühsamer als ein reiner Bierbauch, der sich schon mit weniger Energie und mehr Bewegung reduziert.

Vom Wissen ins Machen.