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Personalisierte Ernährung: Wie KI, Wearables und dein Blutbild zu einer Ernährung machen, die wirklich zu dir passt

Folge #8 · mit Prof. Dr. Katja Lotz

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Das Wichtigste in Kürze

Personalisierte Ernährung gilt nach der pflanzenbetonten Ernährung als zweiter grosser Trend für 2025. Aber was heisst das konkret für dich? Prof. Dr. Katja Lotz von der Dualen Hochschule Heilbronn erklärt, wie KI und Wearables in Zukunft individuelle Ernährungsempfehlungen möglich machen – und welcher einfache Schritt schon heute den Unterschied macht.

Was ist personalisierte Ernährung eigentlich

Personalisierte Ernährung ist ein ganzheitliches Konzept. Es schaut darauf, welche Lebensstrukturen ein Mensch hat, in welchem Umfeld er sich bewegt, welche Ernährungsgewohnheiten, welche Körperzusammensetzung und welche messbaren Körperwerte – Blutzuckerspiegel, Fettstoffwechsel, Knochendichte und mehr.

Eine Stufe tiefer kommt die persönliche Genetik ins Spiel: Manche genetisch vorbedingten Risiken lassen sich durch eine angepasste Ernährungsstrategie beeinflussen. Es geht also nicht um ein einzelnes Lebensmittel, sondern um das grosse Ganze.

Wie helfen KI und Wearables bei der Ernährung

Die grosse Chance liegt 2025 in der hohen Kapazität der Datenverarbeitung in Kombination mit KI. Viele Menschen tragen ohnehin Wearables – Uhren und Apps, die Schritte, Blutdruck, Herzfrequenz und Schlafqualität messen. Diese Daten mit der Ernährung zu verknüpfen, liegt nahe.

An der Hochschule arbeiten dazu drei Forschungsgruppen:

  1. Ein Algorithmus, der zeigt, wie bestimmte Lebensmittelgruppen die Qualitätslebensjahre verlängern oder verkürzen können.
  2. Eine Gruppe, die Sensoren und Wearables untersucht – unter anderem zum Einfluss der Ernährung auf Frauen in der Perimenopause.
  3. Eine Gruppe zum Verbraucherverhalten: Wie möchten Menschen angestupst werden – per Challenge, Gamification oder Farben?

Was ist der erste Schritt zur personalisierten Ernährung

Der erste Weg ist, das Blutbild beim Hausarzt untersuchen zu lassen – zunächst die allgemeinen Spiegel wie Blutzucker und Blutfettwerte. Je nach Lebenssituation kommen einzelne Nährstoffe dazu: Folsäure bei Frauen im gebärfähigen Alter, Vitamin B12 bei veganer oder pflanzenbetonter Ernährung, Eisen bei menstruierenden Frauen, Jod im Binnenland.

Nahrungsergänzungsmittel immer nur in ärztlicher Rücksprache – nicht auf Verdacht. Ein grosses Blutbild einmal im Jahr ist eine gute Grundlage, um zu sehen, wo du tätig werden solltest.

Bringen Gentests für die Ernährung etwas

Die wissenschaftliche Meinung ist relativ eindeutig: Es gibt Zusammenhänge, aber keine einzelnen Genom-Abschnitte, die unmittelbar durch Ernährung beeinflussbar sind. Sinnvoll ist das Wissen über genetisch bedingte Erkrankungen – etwa erhöhter Harnsäurespiegel (Gicht), erblicher Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen.

Spannend: Viele Empfehlungen, die aus einem Gentest folgen, hätte man auch ohne ihn geben können – nämlich eine ausgewogene Mischkost: wenig Fleisch und Wurst, etwas Käse, viel Gemüse, etwas Obst, ballaststoffreich, keine zuckerhaltigen Getränke, weder Rauchen noch Alkohol.

Reicht gesunde Ernährung oder brauche ich Nahrungsergänzung

Der reine Fokus auf einzelne Nährstoffe ist nicht sinnvoll. Genauso wichtig ist die Energiezufuhr: Wie viel bewegt sich ein Mensch, wie viel sitzt er, braucht er wirklich die oft genannten 2000 bis 2200 Kilokalorien?

Eine Frau hat mit 20 Jahren vielleicht einen Bedarf von 2200 Kilokalorien, mit Mitte 50 bei sitzender Tätigkeit nur noch 1700 bis 1800. Der Kalorienbedarf sinkt mit dem Alter, der Eiweissbedarf steigt. Wer immer gleich isst, sich aber weniger bewegt, nimmt zu.

Wer hilft mir bei der personalisierten Ernährung weiter

Der Weg führt vom Hausarzt zur Ernährungsfachkraft. Viele Hausärzte bilden sich ernährungsmedizinisch fort, aber die intensive Beratung leistet eine spezialisierte Fachkraft – über eine ernährungsmedizinische Praxis oder über die Verbände der Diätassistenten und der Diplom-Ökotrophologen, wo zertifizierte Beratungen gelistet sind.

Und nicht vergessen: Bei der Krankenkasse nachfragen. Prävention spart Kosten, deshalb wird sie oft schon ganz schön belohnt. Es lohnt sich, einmal anzuklopfen.

Wichtig: Nahrungsergänzungsmittel und grössere Ernährungsumstellungen gehören in ärztliche Begleitung. Lass dein Blutbild beim Hausarzt untersuchen, bevor du auf eigene Faust Präparate einnimmst – ein gezielter Mangel ist etwas anderes als pauschale Selbstmedikation.

Der 100+ Expertentipp

Auf die Frage, was jede:r konkret zuerst tun sollte, antwortet Prof. Dr. Lotz:

„Der erste Weg ist, wenn man sich mit seiner Ernährung beschäftigt, das Blutbild zu untersuchen. Das kann man bei seiner Hausärztin sehr gut untersuchen lassen – Blutzuckerspiegel, Blutfettwerte. Und sollten dann Nahrungsergänzungsmittel nötig sein, immer in Rücksprache mit einer ärztlichen Begleitung.“

Nicolas Selbsttest

„Es lohnt sich zu ändern.“ Dieser Satz ist mir aus dem Gespräch hängen geblieben – und es liegt so viel Wahres darin. Nicht so lange reden, einfach machen.

Ich mache jedes Jahr ein grosses Blutbild, früher beim Gynäkologen, inzwischen beim Hausarzt. Und seit der Folge mit dem Knochendichte-Experten lasse ich nun auch jährlich meine Knochendichte messen – das habe ich tatsächlich schon getan.

Lasst euch messen, dann können Experten ganz konkrete Ernährungsveränderungen mit euch besprechen. Und fragt einfach mal bei der Krankenkasse nach – die belohnen Vorsorge inzwischen ganz schön.

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Lass beim Hausarzt einmal im Jahr ein grosses Blutbild machen und schau, ob Mängel wie Eisen, B12 oder Folsäure vorliegen.

bündeln & koppeln

Nutze ein Wearable, das du ohnehin trägst, und verknüpfe Schritte, Schlaf und Bewegung bewusst mit deiner Ernährung – und frag bei der Krankenkasse nach Zuschüssen für Ernährungsberatung.

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Hol dir eine zertifizierte Ernährungsfachkraft aus deiner Region dazu und lass deine Ernährung wirklich personalisiert auf dich abstimmen.

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Häufige Fragen

Was bedeutet personalisierte Ernährung?

Personalisierte Ernährung ist ein ganzheitliches Konzept, das Lebensstil, Körperwerte, Genetik und Gewohnheiten einbezieht. Es geht nicht um ein einzelnes Superfood, sondern darum, die Ernährung individuell auf einen Menschen abzustimmen. Ziel ist vor allem die Prävention: möglichst lange gesund bleiben.

Wie fange ich mit personalisierter Ernährung an?

Der erste Schritt ist ein Blutbild beim Hausarzt – mit den allgemeinen Spiegeln wie Blutzucker und Blutfettwerten. Je nach Lebenssituation kommen Folsäure, B12, Eisen oder Jod dazu. Auf dieser Basis kann eine Ernährungsfachkraft konkrete Empfehlungen geben.

Lohnen sich Gentests für die Ernährung?

Gentests zeigen Zusammenhänge und können genetisch bedingte Erkrankungsrisiken sichtbar machen, etwa für Gicht oder Bluthochdruck. Einzelne Genom-Abschnitte lassen sich aber nicht direkt durch Ernährung beeinflussen. Viele Empfehlungen aus solchen Tests entsprechen ohnehin einer ausgewogenen Mischkost.

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel?

Das hängt vom individuellen Bedarf ab und sollte über ein Blutbild geklärt werden. Nahrungsergänzung gehört immer in ärztliche Rücksprache, nicht auf Verdacht. Wichtiger als einzelne Nährstoffe ist oft die passende Energiezufuhr und eine ausgewogene Ernährung.

Wer hilft mir bei der personalisierten Ernährung?

Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt mit dem Blutbild. Für die intensive Beratung wendest du dich an eine zertifizierte Ernährungsfachkraft, etwa über die Verbände der Diätassistenten oder Diplom-Ökotrophologen. Frag zusätzlich bei deiner Krankenkasse nach, ob sie die Beratung bezuschusst.

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