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Wasser sparen im Haushalt: Wie Echtzeit-Tracking deinen Verbrauch um 23 % senkt

Folge #21 · mit Katrin Kreidel

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Das Wichtigste in Kürze

Wir drehen den Hahn auf – und denken, Wasser sei unendlich. Doch täglich versickern 870 Millionen Liter aus deutschen Rohren, und Dürreperioden erreichen längst auch Europa. In dieser Folge spreche ich mit Gründerin Katrin Kreidel darüber, wie du deinen eigenen Wasserverbrauch sichtbar machst, im Schnitt 23 % sparst – und warum deine 100+ Jahre nur so gesichert sind wie die Langlebigkeit unseres Planeten.

Warum ist Wasser sparen auch in Deutschland ein echtes Problem?

Wir glauben gern, Wassermangel sei ein Problem ferner Länder. Doch laut Umweltbundesamt versickern täglich 870 Millionen Liter Wasser aus den maroden Rohren in Deutschland – so viel wie 350 gefüllte Olympiabecken. Aufs Jahr hochgerechnet verschwindet damit ein ganzer See.

Hinzu kommt: Es kam in Deutschland bereits lokal zu Wasserknappheit, bei der die Feuerwehr Wasser anliefern musste. Gleichzeitig sinkt der Grundwasserspiegel. Das Problem wirkt sich regional sehr unterschiedlich aus – deshalb ist es in manchen Gegenden längst bekannt und in anderen noch gar nicht.

In südeuropäischen Ländern betrifft es schon Privathaushalte: Es wird gespart oder das Wasser stundenweise abgestellt. Es lohnt sich, sich heute damit zu beschäftigen – und nicht erst, wenn es heisst, du dürfest nur noch 100 Liter am Tag verbrauchen.

Wie viel Wasser verbrauche ich eigentlich pro Tag?

Jeder Mensch verbraucht direkt rund 120 Liter Wasser pro Tag – also alles, was er bewusst fliessen lässt. Der indirekte Verbrauch für Kleidung oder Lebensmittel kommt noch obendrauf.

Das Tückische: Die wenigsten wissen das. In Befragungen schätzten viele ihren Verbrauch auf etwa 50 Liter – also weniger als die Hälfte. Bei der Toilettenspülung konnten manche noch grob etwas zuordnen, aber bei Dusche oder Waschmaschine herrschte komplette Unkenntnis.

Genau hier liegt der Hebel: Ohne Bewusstsein lässt sich nichts ändern. Wer nicht weiss, wie viel er verbraucht, kann nur raten – und lässt das Wasser unbedacht durchlaufen.

Wie funktioniert der Wasseradapter und wie viel spart er?

Der Adapter ist ein Aufsatz für den ohnehin vorhandenen Wasserzähler. Man stellt ihn oben drauf, schliesst Strom an und verbindet ihn per App mit dem WLAN – das dauert maximal fünf Minuten. Es ist nichts Invasives und kann jederzeit wieder abgenommen werden.

Danach siehst du in Echtzeit in der App, wie viel Wasser du verbrauchst. Du kannst gezielt tracken, etwa den Zählerstand vor und nach dem Duschen vergleichen – und weisst sofort Bescheid.

Studien zeigen: Allein durch dieses Sichtbarmachen sparen Menschen im Schnitt über 23 % pro Person. Weil man mit Wasser auch Warmwasser spart, kommt man auf rund 200 Euro pro Haushalt im Jahr. Bei einem Adapterpreis von rund 149 Euro hat sich das in nicht einmal einem Jahr amortisiert.

Kann der Adapter auch Leckagen und Rohrbrüche erkennen?

Ja. Ein Kunde stellte dank der Lösung fest, dass seine Toilette nachlief – an einem Tag nur wenige Liter, aber die Summe macht es. Ein anderer war im Urlaub und sah trotzdem 25 Milliliter pro Stunde im Verbrauch: eine echte Leckage, die er nach dem Urlaub orten lassen musste.

In Entwicklung sind zwei Modi: ein Urlaubsmodus, der bei jeder Bewegung – auch Mikroleckagen – alarmiert, und ein Modus mit frei wählbarem Grenzwert, der bei einem Rohrbruch sofort warnt, wenn plötzlich viel Wasser verloren geht.

Gerade Eigenheimbesitzende schätzen diesen Sicherheitsaspekt: Sie wollen wissen, dass auch in ihrer Abwesenheit nichts passiert. Das System lässt sich zudem in Smart-Home-Plattformen wie Home Assistant und IO Broker integrieren.

Welche einfachen Tipps helfen sofort beim Wasser sparen?

Es braucht nicht immer Technik. Viele Massnahmen lassen sich heute schon umsetzen – manche kannten schon unsere Grosseltern, die Gemüse nie unter fliessendem Wasser, sondern in einer Schüssel wuschen und das Wasser danach zum Blumengiessen verwendeten.

Spannend ist auch der Blick auf Kreislauflösungen: In Neubauten – etwa in Portugal – wird Trinkwasser nicht mehr fürs WC oder den Garten verschwendet, sondern Grauwasser und Zisternenwasser wiederverwendet. Im asiatischen Raum wäscht man die Hände über dem Spülkasten, das Wasser spült danach die Toilette.

Warum ist Leitungswasser die beste Wahl zum Trinken?

Beim Trinken solltest du gerade nicht sparen: 1–2 Liter täglich sind nötig – und zwar über den Tag verteilt, denn der Körper will immer wieder nachgetrunken haben. Morgens zwei Liter auf einmal erfüllen kein Tagessoll.

Leitungswasser ist dabei das am besten analysierte Wasser mit den wenigsten Schadstoffen, weil es so streng überwacht wird. Und es ist kostenlos – auch unterwegs findet sich fast überall ein Trinkwasserhahn.

Der dritte Punkt ist Mikroplastik: Das Umweltbundesamt wies in 17 von 20 Softdrinkflaschen eine hohe Konzentration nach – auch in Glasflaschen, nur etwas weniger. Im Leitungswasser ist am wenigsten Mikroplastik enthalten. Limos, Säfte und Smoothies sind übrigens kein Wasserersatz – sie zählen eher wie kleine Desserts.

Der 100+ Expertentipp

Auf Nicolas Standardfrage nach der einen 100+ Massnahme antwortet Katrin Kreidel:

„Es geht in erster Linie noch gar nicht ums Sparen, sondern einfach, dass man weiss, dass man Wasser verwendet und dass es nicht normal ist, dass es aus dem Hahn kommt, sondern dass wir in einer sehr privilegierten Situation sind – damit es eben auch für zukünftige Generationen so bleibt.“

Nicolas Selbsttest

Die liebe Katrin hat so recht: Meine Mission ist, Langlebigkeit in allen Facetten zu beleuchten – und das heisst eben nicht nur mein Körper, sondern auch die Gesundheit unseres Planeten. Denn meine eigene Langlebigkeit kann nur so gut sein, wie die Langlebigkeit der Natur gesichert ist.

Mir wurde das in Portugal auf meinem Jakobsweg wieder bewusst – ein Land, das dramatisch von Dürre betroffen ist, wo Neubauten längst Zisternen und Kreislaufdenken umsetzen und alte römische Bewässerungskanäle noch laufen. Auch in Düsseldorf am Rhein gibt mir ein Niedrigstand ein komisches Gefühl. Wir fühlen uns in Deutschland oft noch weit weg davon – aber es wäre an der Zeit, neu hinzuschauen.

Mein Lieblingsgetränk bleibt das Leitungswasser: am besten analysiert, am wenigsten Mikroplastik, kein Zucker, kein Schleppen schwerer Kästen. Also nochmal ein Prosit auf uns und auf die Natur – denn warum sonst sollten wir 100 und mehr Jahre werden wollen?

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Lass das Wasser nicht unbedacht laufen: Hahn aus beim Zähneputzen und Rasieren, kürzer duschen, Gemüse in der Schüssel statt unter fliessendem Wasser waschen – und das Wasser danach zum Blumengiessen nutzen.

bündeln & koppeln

Rüste auf einen wassersparenden Duschkopf um und nutze konsequent den Öko-Waschgang bei Wasch- und Spülmaschine – gelegentliche 60-Grad-Wäsche hält die Hygiene trotzdem sicher.

next Level

Mach deinen Verbrauch sichtbar: Setze einen Adapter auf den Wasserzähler, tracke in Echtzeit per App und spare im Schnitt über 23 % – inklusive Warnung bei Leckagen und Rohrbruch.

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Häufige Fragen

Wie viel Wasser verbraucht ein Mensch pro Tag in Deutschland?

Jeder verbraucht direkt rund 120 Liter Wasser pro Tag – also alles, was bewusst fliessen gelassen wird. Der indirekte Verbrauch für Kleidung und Lebensmittel kommt noch hinzu. Die meisten unterschätzen ihren direkten Verbrauch stark und tippen auf nur etwa 50 Liter. Genau dieses fehlende Bewusstsein ist der grösste Hebel beim Sparen.

Wie viel Wasser und Geld kann ich mit einem Wasseradapter sparen?

Studien zeigen, dass Menschen allein durch das Sichtbarmachen ihres Verbrauchs im Schnitt über 23 % pro Person sparen. Weil mit Wasser auch Warmwasser gespart wird, kommt man auf rund 200 Euro pro Haushalt im Jahr. Bei einem Adapterpreis von 149 Euro amortisiert sich die Anschaffung in weniger als einem Jahr. Zusätzlich lassen sich Leckagen und Rohrbrüche früh erkennen.

Ist Leitungswasser oder Flaschenwasser besser?

Leitungswasser ist in Deutschland das am besten analysierte Wasser mit den wenigsten Schadstoffen, weil es streng überwacht wird. Auch beim Mikroplastik schneidet es am besten ab: Das Umweltbundesamt wies in 17 von 20 Softdrinkflaschen hohe Konzentrationen nach – auch in Glasflaschen. Leitungswasser ist zudem kostenlos und fast überall verfügbar. Limos, Säfte und Smoothies sind kein Wasserersatz.

Wie viel Wasser sollte ich täglich trinken?

Empfohlen sind 1 bis 2 Liter pro Tag. Wichtig: Du kannst das Tagessoll nicht morgens auf einmal erfüllen, denn der Körper will über den Tag verteilt immer wieder nachgetrunken haben. Leitungswasser ist dafür ideal, weil es keine Kalorien, keinen Zucker und am wenigsten Mikroplastik enthält. Hier solltest du keinesfalls sparen.

Welche einfachen Tipps helfen sofort beim Wassersparen?

Stelle den Hahn beim Zähneputzen und Rasieren ab, dusche kürzer und nutze einen wassersparenden Duschkopf. Wasche Gemüse in einer Schüssel statt unter fliessendem Wasser und giesse damit später die Pflanzen. Nutze den Öko-Waschgang bei Wasch- und Spülmaschine. Im Garten lohnt es sich, morgens früh oder abends spät zu giessen statt den ganzen Tag.

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