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Longevity-Tech vom Health Tech Summit: Was KI, Wearables und Tracking wirklich für deine Gesundheit bringen

Folge #29

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Das Wichtigste in Kürze

Nicola war drei Tage auf dem Health Tech Summit in Basel – einem Kongress, auf dem klassische Schulmedizin, Pharma, Start-ups und künstliche Intelligenz aufeinandertrafen. Sie nimmt dir die Quintessenz mit: eine grosse Hoffnung für die Zukunft der Gesundheit, aber auch eine nachdenkliche Frage nach Gerechtigkeit und Mass. Vor allem aber die Erkenntnis, dass keine Technologie die Basics ersetzt – Bewegung, Ernährung und Regeneration.

Welche Hoffnung bringt die neue Gesundheitstechnologie für unsere Langlebigkeit

Nicolas wichtigste Erkenntnis vom Kongress ist eine riesige Perspektive für die Zukunft: In den nächsten Jahren werden wir gewaltige Fortschritte in Diagnose, Therapie und Pflege erleben. Es wird uns also schneller wieder besser gehen.

Ein Vortragender hatte es im Vorjahr so formuliert: Der beste Rat sei, einfach noch zehn Jahre durchzuhalten. Etwa so lange dürfte es dauern, bis für die grossen tödlichen Krankheiten – Krebs, Herz-Kreislauf – ganz neue Methoden verfügbar sind, die Leben retten oder so früh diagnostizieren, dass man gesund wieder rauskommt.

Die Voraussetzung dafür: Wir alle müssen Zugang zu diesen Entwicklungen haben. Dann werden wir länger und hoffentlich gesünder länger leben.

Ersetzt KI die Basics einer gesunden Lebensweise

Hier kommt der kleine Spoiler: Kein neuer Biomarker und keine KI ersetzt einen schlechten Lebensstil. Die Basics – Bewegung, Regeneration, Ernährung – müssen gegeben sein.

Wie es bei Pillen schon heute gilt: Es gibt keine Pille gegen schlechte Ernährung. Schlechte Ernährung änderst du nur, indem du dich besser ernährst. Da hilft keine Pille, keine KI und keine neue Technologie.

Wer gehofft hatte, ein bisschen schludern zu können und in ein paar Jahren die Wunderpille zu bekommen, wird enttäuscht: Eine solche Pille gibt es nicht – zumindest war auf dem Kongress keine zu sehen.

Welche gesellschaftlichen Fragen wirft das viele Tracking auf

Wir vermessen uns alle mit Wearables – Uhren, Ringen, Ketten, sogar in der Brille. Das ist erst mal gut, denn KI kann nur so schlau sein wie die Daten, mit denen wir sie füttern. Doch dann stellt sich die Frage: Was mache ich mit all den Ergebnissen, die ich sekündlich abrufen kann?

Als Laie weiss man oft nicht: Ist das jetzt schlimm oder gibt sich das wieder? Ein Experte kann damit umgehen, wir nicht unbedingt. Und es geht eine Dimension weiter: Haben Menschen mit grösserem Geldbeutel mehr Möglichkeiten? Das Einsammeln der Daten kostet Geld, die Analysen kosten viel Geld.

Und weitergedacht droht Diskriminierung: Wird irgendwann gesagt, du bist selbst schuld an deiner Krankheit, schau auf deine Daten? Nicolas Hoffnung ist klar: dass die ganze Gesellschaft von den Fortschritten profitiert – nicht nur eine kleine, gut betuchte oder besonders aktive Minderheit.

Was haben TCM und KI miteinander zu tun

Nicola erinnert an eine Kardiologin, die sich der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verschrieben hat und beide Welten vereint. Diese kann aus Gesicht, Puls, Zungenfarbe, Speichel oder den Augen Rückschlüsse ziehen, welches Organ gerade nicht in Ordnung ist – ein Wissen, das es seit Jahrtausenden gibt.

Lange wurde das von der Schulmedizin belächelt. Doch in den letzten Jahren ist viel zusammengewachsen. Nicolas Gedanke: Tracking und KI sind im Grunde nichts anderes als die Digitalisierung genau dieses Wissens – Rückschlüsse ziehen, was es bedeutet, wenn sich ein Biomarker so oder so entwickelt.

Was erfahrene Menschen bisher mit Augen und Erfahrung sehen konnten, lassen wir uns jetzt von unseren Geräten errechnen.

Welche neuen Geräte und Werte werden im Longevity-Bereich gerade wichtig

Auf der Messe – dem Health Tech Summit – gab es viele konkrete Lösungen. Ein Beispiel ist VO2max: ein Wert, der den Sauerstoff misst, der unseren Körper versorgt. Je höher, desto fitter – er lässt Rückschlüsse auf Herz-Kreislauf-Themen und Arteriosklerose zu. Bislang interessierte das nur Spitzensportler, jetzt gibt es offenbar kleine Geräte, die das messen.

Nicolas Vision: dass wir eines Tages morgens im Badezimmerspiegel einen Scan haben, der direkt sagt, welches Vitamin, welche Bewegung oder welcher Powernap heute gut wäre. Die offene Frage bleibt: Wer legt fest, wie und was beraten wird?

Wie kann Technologie bei Ärztemangel und Pflege helfen

Schon heute gibt es Robotik-Operationen aus der Ferne – der beste Facharzt sitzt in Sydney und operiert dich hier über einen Roboter. Das ist High-end, aber es zeigt, wie sich Versorgung von der Anwesenheit vor Ort löst.

Bei der Pflege beeindruckten Nicola Exoskelette in Gurtform, die wie ein E-Bike Kraft beim Bergauflaufen geben – gegen Muskelschwäche im Alter oder in der Physio. Gezeigt wurden sie von chinesischen Entwicklern. Dazu soziale Roboter, die gegen Einsamkeit helfen und Nähe geben, sowie Erstdiagnose-Geräte – ähnlich dem Augentest in der Drogerie.

Für Dörfer im Bayerischen Wald, wo Hausärzte zum Manko werden, könnte so eine Grundversorgung neben Paketbox und Lebensmittelautomat stehen. Besser als nichts – findet Nicola und plädiert für Offenheit bei diesen Entwicklungen.

Wichtig: Tracking-Werte und Selbstmessungen sind oft nur Momentaufnahmen und ersetzen keine ärztliche Diagnose. Lass auffällige oder schwankende Werte von einer Fachperson interpretieren, statt dich dauernd selbst zu verunsichern. Und achte darauf, dass das Vermessen nicht obsessiv wird und wertvolle Lebenszeit verschluckt – manchmal ist mehr weniger.

Nicolas Selbsttest

Die Neandertalerin in mir hatte einen Riesenspass an diesen drei Tagen. Erstaunlich, dass so ein Kongress voller Mediziner und Wissenschaftler genauso abläuft wie bei anderen Themen: Alle sitzen zehn Stunden am Tag. Ich habe versucht zu stehen und wurde dann sehr charmant im Schwizerdütsch gebeten, mich doch bitte zu setzen. In den Pausen bin ich gerne den Block gegangen – viel Rumgehen und frische Luft bewähren sich bei mir an solchen anstrengenden Ausnahmetagen.

Meine beste Regeneration war aber Longevity aus dem Leben: Ich habe etwas entferntere Verwandte bei Basel besucht, ein entzückendes Paar, beide über 90, die noch zu Hause wohnen, alles selbst machen, Garten versorgen, backen und kochen – er war Bäcker und darf bis heute Auto fahren. Sie klagen nicht, sie jammern nicht, sie tragen ihre neue Hüfte und ihr neues Knie mit einer schweizerischen Gelassenheit. Geselligkeit statt einsam im Hotelzimmer – das war für mich die beste Regeneration nach so einem vollgepackten Tag.

Was ich mitnehme: Dieses In-sich-Reinhören bleibt ein Thema, das wir alle täglich üben sollten. Ich habe ausser den Schritten auf dem Smartphone keine Tracking-Tools – denn wenn ich morgens aufstehe, weiss ich auch so, wie es mir geht und ob ich gut geschlafen habe. Nur vermessen reicht nicht. Und an schwierigen Tagen darf man auch nachsichtig mit sich sein: Manchmal sind Dinge einfach gut für die Seele und den Geist.

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Übe das Reinhören in deinen Körper: Spüre morgens bewusst, wie du geschlafen hast und wie es dir geht – und richte den Tag danach aus, ganz ohne App. Für die Schritte reicht das Smartphone.

bündeln & koppeln

Halte an schwierigen Tagen die Kette im Blick: Schlechter Schlaf schwächt den Willen zur gesunden Ernährung. Wenn du das weisst, kannst du gegensteuern – und dir bei Bedarf auch mal bewusst etwas gönnen, das gut für die Seele ist.

next Level

Wenn du tiefer ins Tracking gehst, lass deine Werte (z. B. einen Vollbluttest oder VO2max) von einer Fachperson interpretieren – und bleib gelassen wie an der Börse, statt dich von jeder Schwankung aus der Ruhe bringen zu lassen.

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Häufige Fragen

Kann KI eine schlechte Ernährung ausgleichen?

Nein. So wie es keine Pille gegen schlechte Ernährung gibt, gibt es auch keine KI oder Technologie, die sie ersetzt. Schlechte Ernährung änderst du nur, indem du dich besser ernährst. Kein neuer Biomarker und kein Gerät macht deinen Lebensstil automatisch besser – die Basics Bewegung, Regeneration und Ernährung bleiben unverzichtbar.

Was ist VO2max und warum wird der Wert immer beliebter?

VO2max misst den Sauerstoff, der über die Lieferkette deinen ganzen Körper versorgt. Je höher der Wert, desto fitter bist du – er lässt Rückschlüsse auf Herz-Kreislauf-Gesundheit und Themen wie Arteriosklerose zu. Lange interessierte er nur Spitzensportler, jetzt ist er im Longevity-Bereich in Mode. Die Messung war bisher aufwändig und teuer, doch es gibt inzwischen kleine Geräte dafür.

Sind Gesundheits-Wearables und Tracking sinnvoll?

Sie liefern viele Daten, was grundsätzlich gut ist, denn KI wird mit mehr Daten besser. Aber die Werte sind oft nur Momentaufnahmen, die ein Laie schwer einordnen kann. Ohne Experten-Interpretation können sie eher verunsichern. Wichtig ist, nicht obsessiv zu werden – manchmal ist mehr weniger, und das Reinhören in den eigenen Körper bleibt entscheidend.

Wie kann Technologie gegen Ärzte- und Pflegemangel helfen?

Schon heute gibt es Operationen per Robotik aus der Ferne, sodass der beste Facharzt nicht vor Ort sein muss. In der Pflege helfen Exoskelette in Gurtform beim Laufen, soziale Roboter gegen Einsamkeit und KI-gestützte Erstdiagnosen, etwa beim Augentest in der Drogerie. So könnte auch in abgelegenen Dörfern eine Grundversorgung entstehen, wo sonst nichts mehr ist.

Warum ist Prävention so wichtig – und wird sie genug gefördert?

Nur 3–4 Prozent des gesamten Gesundheitsbudgets fliessen in Vorsorge und Prävention, der grosse Rest ins Heilen, wenn man schon krank ist. Das ist absurd, denn vieles lässt sich vorbeugen: durch Bewegung und Muskelaufbau, damit man im Alter mobil bleibt und sich etwa selbst hinsetzen und aufstehen kann. Prävention sollte deshalb in der Gesellschaft viel stärker verankert werden.

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