Ernährungstrends 2025: Was wir essen werden – und wie kleine Schritte den Unterschied machen
Folge #4 · mit Dr. Gunda Backes
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Das Wichtigste in Kürze
- Der größte Trend 2025 ist flexitarisch: bewusst weniger, dafür hochwertiges Fleisch – gut für Gesundheit und Umwelt zugleich.
- Verhaltensänderung gelingt nur in kleinen Schritten – nicht von heute auf morgen das ganze Essverhalten umstellen.
- Personalisierte Ernährung rückt auf Platz zwei: maßgeschneiderte Produkte und Apps statt Gießkannenprinzip.
- Frauengesundheit wird sichtbar – Themen wie Zyklus und Menopause sind kaum noch ein Tabu, etwa zyklusbasierte Ernährung.
- Der Trend zu alkoholfreien Getränken wächst – gerade für Frauen eine wichtige Entwicklung, mit immer besseren Alternativen.
- Viele Menschen haben Koch- und Ernährungskompetenz verloren – Gegentrend „Terrapy“: Rückkehr zum Selbermachen und zur Qualität.
Was landet 2025 in unseren Supermarktregalen, Kantinen und Restaurants? Ein Trendreport mit 199 Expertinnen und Experten hat die zehn wichtigsten Ernährungstrends zusammengetragen. Die Ökotrophologin und Wissenschaftsjournalistin Dr. Gunda Backes ordnet sie ein – mit einem besonderen Blick auf Frauengesundheit und auf die Frage, wie Veränderung im Alltag wirklich gelingt.
Was sind die zehn Ernährungstrends 2025
Der Trendreport bündelt die Entwicklungen, die uns in den nächsten Jahren erwarten – im Lebensmittelhandel, in der Gastronomie und in den Kantinen:
- Pflanzenbetont und flexi-vegetarisch
- Personalisierte Ernährung
- Umweltbewusst und nachhaltig
- Funktionelle Ernährung
- Darmgesundheit
- Glucose- bzw. blutzuckerfreundliche Ernährung
- Alkoholfreie Getränke
- Terrapy – Gesundheit von Mensch und Planet zusammendenken
- Snacking – kleine Happen zwischendurch
- Mehr Achtsamkeit und Bildung rund um Ernährung
Warum sind wir trotz besseren Wissens so übergewichtig wie nie
Hier prallen Theorie und Praxis aufeinander. Ein Großteil der Bevölkerung ist übergewichtig oder sogar adipös – gleichzeitig müssen wir unser Klima schonen.
Der Trend will beide Faktoren verbinden: Wer sich pflanzenbasierter ernährt, weniger Fleisch und tierische Lebensmittel isst, tut der eigenen Gesundheit etwas Gutes und kann eher sein Körpergewicht regulieren. Die Hoffnung ist, dass sich die Ernährung in diese Richtung entwickelt.
Wie gelingt eine Ernährungsumstellung wirklich
Verhaltensänderungen kommen nie über Nacht. Wer sich Anfang Januar vornimmt, „volle Kanne durchzuziehen“, hält das meist nur ein paar Wochen durch und fällt dann in alte Muster zurück.
Die Lösung liegt in kleinen Schritten: Nimm dir nicht zu viel vor. Statt von einem Tag auf den anderen Fleisch komplett zu streichen, reicht es, einfach jeden Tag etwas Obst und Gemüse zu essen – und das Fleisch zum Beispiel von täglich auf dreimal die Woche zu reduzieren.
Hilfreich ist auch, die Familie mitzunehmen: gemeinsam einen Speiseplan machen, Kinder einspannen und einkaufen lassen – so trägt nicht eine Person allein den schwarzen Peter. Und manchmal hilft es, einfach mal eine pflanzliche Alternative zu servieren, ohne groß darüber zu reden.
Was bedeuten die Trends speziell für die Frauengesundheit
Neben Langlebigkeit ist Frauengesundheit einer der großen Punkte, die gerade massiv aufpoppen – etwa zyklusbasierte Ernährung, auch im Leistungssport, sowie das Thema Menopause und bioidentische Hormone.
Die personalisierte Ernährung (Trend Nr. 2) zielt auf maßgeschneiderte Produkte und Apps, mit denen sich die Gesundheit tracken lässt. Statt Gießkannenprinzip geht es darum, Ernährung individuell an Genetik, Bedürfnisse, Vorlieben und Alltag anzupassen.
Denkbar sind künftig sogar Lebensmittel für besondere Lebensphasen – etwa ein proteinreicher Joghurt für Frauen in der Menopause, angereichert mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Probiotika. Denn in dieser Phase werden gezieltes Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung empfohlen, um Muskeln zu erhalten und Osteoporose vorzubeugen.
Warum ist der Trend zu alkoholfreien Getränken so wichtig
Gesellschaftlich ist Alkohol oft Gang und Gäbe – beim Anstoßen mit Sekt, dann Wein, dann Spirituosen. Wer keinen Alkohol möchte, muss sich fast rechtfertigen („Bist du schwanger?“, „Musst du fahren?“).
Schon ein nicht besonders hoher Alkoholkonsum tut der Gesundheit nicht gut – und Frauen vertragen in der Regel weniger. Umso wichtiger ist es, dass es inzwischen tolle alkoholfreie Alternativen gibt, die im Blindtest kaum etwas vermissen lassen und das Feierabend-Ritual erhalten.
Warum erleben Selbermachen und Kochkompetenz ein Comeback
Bei vielen Menschen ist die Koch- und Ernährungskompetenz verloren gegangen – manche wissen nicht, wie man Reis kocht, oder kennen Gemüse wie Aubergine oder Pastinake nicht. Das führt schnell zu reinen Fertigprodukten.
Als Gegenbewegung steht der Trend „Terrapy“ für die Rückkehr zum Selbermachen: Brot backen, Sauerteig selbst ansetzen, fermentieren – ein Wunsch nach hoher Qualität und danach, wieder etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Dazu gehört auch, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und wieder zu lernen, Reste zu verwerten.
Der 100+ Expertentipp
Auf die Frage, wie eine Umstellung tatsächlich gelingt, betont Dr. Gunda Backes vor allem das richtige Maß:
„Ich glaube, die Lösung liegt darin, dass man sich nicht zu viel vornimmt … man isst eben zum Beispiel am Anfang erst mal nur dreimal die Woche Fleisch. Das wäre schon mal ein guter Start.“

Nicolas Selbsttest
Ich esse für mein Leben gerne. Was sich ändert, ist der Blick auf das Essen, auf die einzelnen Zutaten und was sie unserem Körper schenken. Trends finde ich spannend, aber nicht jeder ist meiner. Da halte ich es wie die Asiaten: in Maßen ist alles zu geniessen.
Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen
Iss ab heute jeden Tag etwas mehr Obst und Gemüse – ein kleiner, machbarer Schritt statt großer Radikalkur.
Reduziere Fleisch flexitarisch (z. B. von täglich auf dreimal die Woche, dafür gute Qualität), nimm die Familie über einen gemeinsamen Speiseplan mit und vermeide Lebensmittelabfälle.
Bau Kochkompetenz und Selbermachen aus – Brot backen, fermentieren – und richte deine Ernährung gezielter auf deine Lebensphase aus, etwa proteinreich in der Menopause.
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Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Ernährungstrends 2025?
Der Trendreport mit 199 Expertinnen und Experten nennt zehn Trends: pflanzenbetont/flexi-vegetarisch, personalisierte Ernährung, umweltbewusst/nachhaltig, funktionelle Ernährung, Darmgesundheit, glucose- bzw. blutzuckerfreundliche Ernährung, alkoholfreie Getränke, Terrapy, Snacking und mehr Achtsamkeit. Der größte Trend ist die flexitarische, pflanzenbetonte Ernährung.
Was bedeutet flexitarische Ernährung?
Flexitarisch heißt, bewusst weniger Fleisch und tierische Produkte zu essen, diese aber in guter Qualität. Man verzichtet nicht komplett, reduziert aber spürbar. Das tut der eigenen Gesundheit gut und schont gleichzeitig die Umwelt – und gilt als realistischer Weg in die Zukunft, weil die wenigsten Menschen ganz auf Fleisch verzichten möchten.
Wie schaffe ich eine dauerhafte Ernährungsumstellung?
In kleinen Schritten. Radikale Vorsätze halten meist nur wenige Wochen. Besser ist, jeden Tag etwas mehr Obst und Gemüse zu essen und Fleisch zum Beispiel von täglich auf dreimal die Woche zu reduzieren. Es hilft, die Familie über einen gemeinsamen Speiseplan einzubeziehen und manchmal einfach pflanzliche Alternativen zu servieren, ohne groß darüber zu reden.
Was ist personalisierte Ernährung?
Personalisierte Ernährung bedeutet maßgeschneiderte Produkte und Apps, mit denen sich die Gesundheit tracken lässt. Statt nach dem Gießkannenprinzip werden Empfehlungen individuell an Genetik, Bedürfnisse, Vorlieben und den Alltag angepasst. Die Forschung entwickelt sich stark in diese Richtung, gerade auch im Bereich Frauengesundheit.
Wird es Lebensmittel speziell für die Menopause geben?
Sehr wahrscheinlich. Schon heute zeigen High-Protein-Produkte, wie schnell Trends aufgegriffen werden. Denkbar ist ein proteinreicher Joghurt für Frauen in der Menopause, angereichert mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Probiotika – passend zur Empfehlung von Krafttraining und proteinreicher Ernährung, um Muskeln zu erhalten und Osteoporose vorzubeugen.
Und so wird mein Weg auch zu deinem Weg:
