Trauma heilen mit Ayahuasca: Wie Seelenarbeit dein Leben freier und gesünder macht
Folge #2 · mit Susanne Bacher
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Trauma muss kein dramatisches Ereignis sein – schon subtile Kindheitserfahrungen schränken Wahrnehmung und Energiefluss ein.
- Traumata wirken sich zuerst körperlich aus: Verspannungen, flache Atmung, Erstickungsgefühle oder unangemessen starke emotionale Reaktionen.
- Die meisten Menschen atmen nur bis zur Brust und schöpfen nur rund 40 % ihrer Atmung aus – der Körper ist dadurch chronisch unterversorgt mit Sauerstoff.
- Substanzen wie Ayahuasca oder Psilocybin wirken wie ein Katalysator: Sie dämpfen das Angstzentrum und den negativen Gedankenstrom, sodass tiefere Erkenntnisse möglich werden.
- Entscheidend sind Set und Setting sowie eine professionelle Begleitung – nicht das Substanz-Erlebnis selbst heilt, sondern die anschliessende Integration im Alltag.
- Auch legale Wege wie holotropes Atmen können ähnliche Zustände erzeugen, weil mehr Sauerstoff mehr Energie und Bewegung in Blockaden bringt.
Was, wenn ein altes, oft unbemerktes Trauma uns davon abhält, das Leben zu führen, das wir uns von der Seele her wünschen? Die psychotherapeutische Heilpraktikerin Susanne Bacher erklärt geerdet und faktisch, wie sich Traumata körperlich zeigen, welche Rolle die Substanz Ayahuasca dabei spielen kann – und warum richtiges Atmen ein erster, kraftvoller Schritt ist.
Was ist eigentlich ein Trauma – und wie merke ich, dass ich eines trage?
Ein Trauma schränkt immer unsere Wahrnehmung ein. Ist diese Einschränkung gering, sind wir uns des Traumas oft gar nicht bewusst. Deutlicher wird es, wenn der Körper Alarm schlägt – nächtliche Albträume, ein Erstickungsgefühl, oder unangemessen starke emotionale Reaktionen in bestimmten Situationen.
Susanne arbeitet mit einem weiten Trauma-Begriff aus der amerikanischen Traumatherapie: alles, was deine Sinne einschränkt und dich weniger lebendig sein lässt, als du sein könntest. Dazu zählen nicht nur Katastrophen oder Unfälle, sondern auch das sogenannte Entwicklungstrauma aus frühester Kindheit – etwa Stress während der Geburt, der später in engen Räumen oder Menschenmengen wieder ausgelöst wird.
Warum wirken sich Traumata zuerst körperlich aus?
Traumata schränken den Energiefluss ein. Susanne beschreibt es einfach: Denk an einen Menschen, den du nicht magst – deine Atmung, deine Haltung und deine Körperspannung verändern sich sofort. Denk an jemanden, den du liebst, und du wirst weicher, offener, ruhiger.
Viele merken das irgendwann als Verspannung und gehen zur Massage. Doch die löst nur das Symptom. Der eigentliche Auslöser bleibt: dass wir den Körper zusammenziehen und uns weniger Energie zuführen, etwa durch zu flaches Atmen. Sauerstoff ist die erste Energie – ohne ihn sind wir am schnellsten tot.
Bei einem Schock oder Trauma kann der Körper regelrecht einfrieren und die Mitochondrien – die Energiereserven der Zellen – aufbrauchen. Diese sorgen dafür, dass wir vital sind und aktiv leben wollen, statt nur auf die Umstände zu reagieren.
Können schon kleine Kindheitserfahrungen ein Trauma sein?
Ja. Ein Trauma muss nicht substanziell oder gewaltvoll sein. Auch in einem nicht gewaltvollen Haushalt kann subtile Gewalt wirken. Ein Säugling hat noch keinen Verstand, aber eine Körperintelligenz – und er spürt, was Aua macht und wo er sich entspannen kann.
Bekommt ein Kind nicht die seelische und körperliche Nährung, die es braucht, stellt sich das Nervenkostüm im Spüren immer weiter herunter. Wir entwickeln Abwehr- und Vermeidungshaltungen: Statt aufzunehmen, machen wir innerlich zu – und wundern uns später, dass uns niemand etwas gibt, ohne zu merken, dass wir selbst nicht nehmen wollen.
Wie kann Ayahuasca bei der Traumaheilung helfen?
Susanne kam über eine eigene Substanzerfahrung mit Psilocybin zu diesem Weg. In dieser Erfahrung nahm sie sich plötzlich wahr wie einen Lego-Roboter, der nur noch funktioniert – ein Aufwachschock, der ihr zeigte, wie unglücklich sie unter der freundlichen Fassade war.
Substanzen wie Ayahuasca oder Pilze wirken wie ein Katalysator. Susanne beschreibt sie als geschenkte Energie: Sie dämpfen das Angstzentrum und das negative Default-Mode-Network – also die Geschichten, die wir uns ständig über uns selbst erzählen. Dadurch entstehen oft ganz nüchterne, klare Erkenntnisse über sich selbst und die Welt.
Wichtig: Das hat nichts mit Drogen nehmen zu tun. Während Alkohol das Bewusstsein einschränkt, sollen diese Substanzen es erweitern. Entscheidend sind die richtige Einstellung sowie Set und Setting – ein vertrauensvoller Rahmen, in dem man gehalten ist.
Reicht eine einzige Sitzung – oder ist Heilung ein längerer Weg?
Eine Sitzung kann in einem Moment helfen, ist aber eine Momentaufnahme. Susanne nutzt ein Bild: Eine alte Konditionierung ist wie eine Autobahn. Eine Substanzerfahrung legt einmal einen neuen Pfad frei – doch beim nächsten Mal fährst du wieder an der alten Bahn vorbei. Es braucht Zeit, aus dem Pfad einen Weg zu machen.
Die Erleuchtung zeigt sich nicht im Rausch, sondern im Alltag. Der Zustand muss nachhaltig aus einem selbst heraus erreicht werden – ohne Hilfsmittel von aussen. Deshalb steigt Susanne auch in eine Heiler-Ausbildung nach Barbara Brennan ein, die zeigt, wie sich Hellsichtigkeit und Sinnesschärfe ganz ohne Medizin entwickeln lassen, indem man Blockierungen Stück für Stück auflöst.
Ein legaler Weg dafür ist das holotrope Atmen: Führt man dem Körper durch schnelles Atmen mehr Energie zu, können Blockaden in den Energieleitbahnen gelöst werden und verdrängte Inhalte zum Vorschein kommen.
Was verändert sich, wenn ich diesen Weg gehe?
Was geht, sind Blockierungen und körperliche Beschwerden – der Körper kann viel mehr regenerieren, als wir glauben. Du wirst freier und lässt dich weniger davon einschränken, was andere von dir denken. Gleichzeitig wirst du liebevoller, weil du mehr im Herzen und mit deinen Wünschen verbunden bist.
Susanne unterscheidet Psyche und Seele: Die Seele ist mit jeder Erfahrung einverstanden und will daran wachsen – die Psyche schützt mit Mechanismen, die oft im Alter von null bis wenigen Jahren entstanden sind und unserem heutigen Stand nicht mehr angemessen sind. Ihr Wunsch: nicht lebensmüde, sondern lebenssatt sterben.
Wichtig: Der Umgang mit psychoaktiven Substanzen wie Ayahuasca oder Psilocybin ist in Deutschland nicht legal und gehört keinesfalls an ein „Hipster-Wochenende" bei einem dubiosen Kurs. Solche Erfahrungen müssen immer professionell therapeutisch begleitet werden, in einem vertrauensvollen Rahmen mit klarem Set und Setting. Auch tiefe Trauma-Arbeit braucht eine Einbettung in Coaching oder Therapie, weil Phasen entstehen können, in denen alte Verletzungen wieder spürbar werden. Wende dich bei psychischer Belastung an qualifizierte Fachpersonen.
Der 100+ Expertentipp
Auf die Frage, was am Ende dieses Weges steht und was sich verändert, fasst Susanne zusammen:
„Du wirst auf jeden Fall freier, es wird dir nicht im negativen Sinne gleichgültiger, wie die anderen reagieren, aber du schränkst dein Leben nicht mehr ein, akzeptiert zu werden – und gleichzeitig, dadurch dass du mehr im Herz bist, verbunden mit dir, deinen Herzenswünschen, bist du aber liebevoller."
Nicolas Selbsttest
Was ich aus dem Gespräch mit Susanne mitnehme, ist vor allem, wie wichtig eine bewusste Atmung ist. Ich werde mich da selbst referenzieren: Wie ist es eigentlich mit meinem Atmen bestellt? Schon allein die Achtsamkeit, die man sich dabei selbst gibt, kann viel verändern – und das ist etwas, das man auch alleine, ausserhalb einer therapeutischen Begleitung, ausprobieren kann.
Ich habe in meinem Leben ausser einem Joint und Alkohol noch nie Drogen genommen und bin gar nicht so der Typ dafür. Trotzdem finde ich es spannend, wie traditionelle Völker in Südamerika mit Ayahuasca, dem Saft einer Liane, das Innerste der Seele freilegen, damit es geheilt werden kann. Für mich geht es dabei nicht um Esoterik, sondern um eine ganzheitliche Betrachtung von Körper, Seele und Geist.
Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen
Beobachte heute deine Atmung: Atmest du flach in die Brust oder tief in den Bauch? Nimm dir mehrmals am Tag bewusst ein paar tiefe Atemzüge – mehr Sauerstoff bedeutet mehr Energie.
Verbinde die Atemarbeit mit bewusster Selbstwahrnehmung: Bemerke in Situationen, in denen du dich verspannst oder unangemessen stark reagierst, dass dort vielleicht ein altes Muster wirkt – und sprich es bei Bedarf in einem Coaching oder einer Therapie an.
Wenn du tiefer gehen willst, suche dir einen seriösen, professionell begleiteten Rahmen – etwa holotropes Atmen als legalen Weg – statt allein zu experimentieren, und sorge immer für eine therapeutische Einbettung.
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Häufige Fragen
Muss ein Trauma immer ein dramatisches Ereignis sein?
Nein. Neben Katastrophen, Unfällen oder Beziehungstraumata gibt es auch das Entwicklungstrauma aus früher Kindheit. Schon subtile Erfahrungen – etwa Stress während der Geburt oder fehlende seelische Nährung als Säugling – können sich auswirken. Sie schränken Wahrnehmung und Energiefluss ein, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Wie zeigt sich ein Trauma im Körper?
Traumata wirken sich zuerst körperlich aus: durch Verspannungen, flache Atmung, Erstickungsgefühle, Albträume oder unangemessen starke emotionale Reaktionen. Der Körper zieht sich zusammen und führt sich weniger Energie zu. Eine Massage löst nur das Symptom, nicht aber den eigentlichen Auslöser.
Wie wirkt Ayahuasca bei der Traumaheilung?
Ayahuasca und ähnliche Substanzen wirken wie ein Katalysator. Sie dämpfen das Angstzentrum und den negativen Gedankenstrom, sodass nüchterne, klare Erkenntnisse über sich selbst möglich werden. Entscheidend sind Set und Setting sowie eine professionelle Begleitung. Nicht der Rausch heilt, sondern die anschliessende Integration im Alltag.
Gibt es legale Alternativen zu Ayahuasca?
Ja. Das holotrope Atmen ist ein legaler Weg, ähnliche Zustände zu erreichen, weil mehr Sauerstoff dem Körper mehr Energie zuführt und Blockaden lösen kann. Auch Susannes Heiler-Ausbildung setzt darauf, Blockierungen ganz ohne Substanzen Stück für Stück aufzulösen.
Reicht eine einzige Sitzung, um ein Trauma zu lösen?
Nein. Eine Sitzung kann in einem Moment helfen, ist aber nur eine Momentaufnahme. Heilung ist ein längerer Weg: Eine alte Konditionierung gleicht einer Autobahn, eine Erfahrung legt nur einen neuen Pfad frei. Es braucht Zeit und professionelle Begleitung, um daraus einen nachhaltigen Weg zu machen.
Und so wird mein Weg auch zu deinem Weg:

