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Darm pflegen

Echtes Brot mit Sauerteig: Warum es deinen Darm nährt und sich der höhere Preis lohnt

Folge #2 · mit Michael

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Das Wichtigste in Kürze

Du bist, was du isst – und das gilt ganz besonders fürs Brot, das viele von uns täglich essen. Der Düsseldorfer Bäcker Michael backt nur handwerklich mit Mehl, Wasser, Salz und Sauerteig. Im Gespräch erklärt er, was echtes Brot ausmacht, warum es deine Darmflora nährt, weshalb es seinen Preis hat – und wie du es richtig lagerst, statt es wegzuwerfen.

Sauerteig oder Hefe – wo liegt der Unterschied?

Ein Sauerteig ist ein echtes Lebewesen. Er benimmt sich je nach Umgebung unterschiedlich, man muss auf ihn achten und freundet sich regelrecht mit ihm an – viele Sauerteige tragen sogar einen Namen. Hefe dagegen gibt alles vorweg vor: Sie ist immer gleich und damit ein Mittel zur Kontrolle, sozusagen die Fast-Food-Version.

Michael verteufelt Hefe nicht – wenn es zu Hause mal eilig ist, gibt auch er etwas Krümelhefe dazu. Beim Sauerteig reguliert sich die Menge übrigens von selbst: Gibt man zu viel rein, schmeckt das Brot zu sauer. Der Geschmack gibt dir also schon vor, was gut für dich ist.

Was macht echtes, handwerkliches Brot so gesund?

Echtes Brot bedeutet entweder viel Transparenz oder viel Vertrauen, denn man sieht beim Einkauf nicht, wie es hergestellt wurde. Auch ein Handwerker kann Vormischungen verwenden – es kommt also auf den einzelnen Bäcker an.

Beim Backen wird das Brot auf rund 100 Grad erhitzt, viele Kulturen überleben das nicht. Entscheidend sind aber die Ausscheidungen der Bakterien aus der Fermentierung. Stoffe wie fermentierbarer Zucker, die für uns schwer verträglich sind, werden im Sauerteigprozess zu hohen Prozentzahlen abgebaut und stehen dem Körper ganz anders als Energielieferant zur Verfügung.

Das nährt nicht nur den Appetit, sondern auch die Darmflora. Damit unterstützt echtes Brot indirekt das Immunsystem und die Versorgung des ganzen Körpers mit Nährstoffen.

Warum macht echtes Brot länger satt?

Das liegt vor allem am Gewicht. Nimmt man ein Brot von Michael in die Hand, ist es deutlich schwerer als ein gleich grosses Industriebrot mit viel Luft drin. Luft ist für den Bäcker noch günstiger als Wasser – und für den Kunden zählt im Laden oft die optische Grösse, weshalb eigentlich immer der Kilopreis ausgewiesen sein sollte.

Sauerteig hat keine starke Triebkraft; mit reiner Sauerteigführung lässt sich nicht beliebig viel Volumen herausholen. Mehr Luft schafft man nur durch zusätzliches Gluten, Hefe oder andere Lockerungsmethoden. Das ist nicht automatisch schlecht – aber wo mehr Nährstoffe, Vollkorn und Ballaststoffe drin sind, bleibt das Brot kleiner und macht lange satt, weil dein Körper viel damit zu tun hat.

Warum ist Vollkorn nicht gleich Vollkorn?

Im Vollkornmehl muss nicht zwingend der Keimling des Getreides enthalten sein. Mühlen dürfen ihn abschneiden, damit das Mehl länger lagerbar ist – denn im Keimling stecken die wertvollen Eiweisse und vor allem die wertvollen Fette, die mit der Zeit ranzig werden können.

Genau dort sitzt aber die Nährstoffdichte. Schmecken kann man den Unterschied kaum – aber der Preis zeigt ihn: Michaels Mehl ist teuer, weil die Mühlen den Keim gern separat als Tierfutter verkaufen. Ein gutes Zeichen ist, wenn ein Bäcker selbst müllert, also sein Getreide selbst mahlt – dann nutzt er den Keimling in der Regel.

Was bringt der Holzbackofen wirklich?

Es ist eine Mischung aus Romantik und echtem Nutzen. Im Holzbackofen wird mit indirekter Hitze gebacken: Das Feuer wird herausgeholt, die dicken, aufgeladenen Schamottsteine geben die Energie ganz langsam ins Gebäck ab. Diese langsame Hitzeeinwirkung ist der entscheidende Faktor, dazu kommt ein leicht rauchiges Aroma und eine dunkle, geschmacksgebende Kruste.

Michaels Öfen sind an allen Seiten mit Schamott ausgestattet. Diese Naturmaterialien nehmen das Wasser auf und geben es im Backprozess wieder ab, wenn das Brot es braucht – ähnlich wie ein Römertopf. So verliert das Brot weniger Feuchtigkeit. Man kann Brot aber auch in der Pfanne backen, betont Michael – das schliesst andere Methoden nicht aus.

Wie lagere ich Brot richtig und rette altes Brot?

Ganz wichtig: Brot darf und soll alt werden. Wird ein Brot nie alt und schimmelt es nicht, sind oft genau die Stoffe drin, die das verhindern – und die nicht unbedingt verträglich sind.

Altes Brot lässt sich gut einfrieren oder toasten. Michaels Tipps zum Verwerten:

Warum nimmt die Gluten-Unverträglichkeit zu?

Zum einen sicher eine Modeerscheinung, sagt Michael. Zum anderen liegt es daran, dass Gluten als „clean label"-Zusatzstoff einem Teig zugefügt werden darf, ohne dass es klar deklariert werden muss – es ist ja eine natürliche Zutat im Korn. Damit gewinnt man mehr Volumen, erhöht aber den Glutenanteil weit über das natürliche Mass hinaus.

Solche Zusätze haben Auswirkungen – und es dürfte bei Laktose und anderen Unverträglichkeiten ähnlich sein. Ein guter Hinweis ist deshalb: Je länger die Zutatenliste eines Brotes, desto vorsichtiger sollte man sein.

Der 100+ Expertentipp

Auf die Frage, was beim echten Brot bleibt, kommt oder geht, antwortet Michael mit einem klaren Appell:

„Handwerk wird auf jeden Fall bleiben. Allein schon aufgrund des Appells, bitte mal zu Hause zu backen. Nichts macht mehr Freude, nichts belohnt mehr. Und das erklärt dann auch diese Wertschätzung – wer zu Hause selber sein Brot backt, würde auch in Zukunft nicht immer zu viel Brot einkaufen."

Nicolas Selbsttest

Ich backe mein Brot nicht selbst, weil ich viel lieber bei Michael vorbeiradle und mir wieder etwas Schönes aussuche. Mir geht es vor allem darum, dass ich lieber einen Euro mehr ausgebe und dafür nach einer Scheibe Brot schon richtig gesättigt bin. Das zeigt doch, wie gehaltvoll Brot sein sollte und auch kann.

Für mich bestätigt das den alten Satz von Hippokrates: Nahrung sollte die Medizin für unseren Körper sein. Mit echtem Brot und anderen guten Zutaten können wir alles zuführen, was der Körper braucht – und führen damit die ganzen teuren Nahrungsergänzungs-Exzesse fast ad absurdum. Es wäre so einfach, einen Schritt zurückzugehen und wieder echte Nahrung zu uns zu nehmen.

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Achte beim nächsten Einkauf auf die Zutatenliste: Je länger sie ist, desto eher lass das Brot stehen. Echtes Brot braucht nur Mehl, Wasser, Salz und Sauerteig.

bündeln & koppeln

Kaufe gezielt die Menge ein, die du wirklich verbrauchst, und nutze altes Brot bewusst weiter – einfrieren, toasten, in der Pfanne nachwärmen oder als geriebenen „arme-Leute-Parmesan". So relativiert sich auch der höhere Preis.

next Level

Setz dich mit dem Thema Fermentierung auseinander oder back dein Brot mit eigenem Sauerteig selbst – nichts schafft mehr Wertschätzung für echtes, gehaltvolles Brot.

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Häufige Fragen

Woraus besteht echtes, handwerkliches Brot?

Echtes Brot braucht im Grunde nur vier Zutaten: Mehl, Wasser, Salz und eine Sauerteigkultur. Industrielles Brot darf dagegen aus einer Vielzahl erlaubter Zusatzstoffe bestehen. Eine kurze Zutatenliste ist deshalb ein gutes Zeichen – je länger sie ist, desto vorsichtiger solltest du sein.

Warum macht Sauerteigbrot länger satt als Toastbrot?

Sauerteigbrot ist schwerer, enthält weniger Luft und oft mehr Vollkorn und Ballaststoffe. Industriebrot ist häufig mit Luft, Gluten oder Hefe auf Volumen getrimmt. Wo mehr Nährstoffe drin sind, bleibt das Brot kleiner und macht lange satt, weil der Körper viel damit zu tun hat.

Ist Vollkorn immer gleich nährstoffreich?

Nein. Mühlen dürfen den Keimling abschneiden, damit das Mehl länger haltbar bleibt, weil die wertvollen Fette darin ranzig werden können. Genau im Keimling steckt aber die Nährstoffdichte. Ein gutes Zeichen ist, wenn ein Bäcker selbst mahlt – dann nutzt er den Keimling meist mit.

Wie lagere ich Brot am besten und vermeide Schimmel?

Echtes Brot darf und soll alt werden. Du kannst es einfrieren oder toasten. Schimmelt ein Brot nie und wird nie alt, stecken oft Zusatzstoffe drin, die das verhindern. Am wichtigsten ist, gleich die richtige Menge einzukaufen, statt zu viel zu lagern.

Warum nimmt die Gluten-Unverträglichkeit zu?

Zum einen ist es teils eine Modeerscheinung. Zum anderen darf Gluten als „clean label"-Zusatz einem Teig beigemischt werden, ohne klar deklariert zu werden, weil es eine natürliche Zutat ist. Das erhöht den Glutenanteil weit über das natürliche Mass hinaus – was Auswirkungen haben kann.

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