Das Glas Wein? Ich trinke es noch — nur noch wenn ich wirklich will.










Der Körper macht es mir inzwischen nicht mehr leicht, über Alkohol hinwegzusehen. Nicht erst am nächsten Morgen, sondern schon beim Trinken selbst.
Bei mir ist es vor allem Wein: Ich merke es sofort. Was mich aber wirklich aufgeweckt hat, war das Gespräch mit der Krebsforscherin — dass Alkohol Krebs mindestens so stark fördert wie Rauchen, das war mir so nicht bewusst.
Und dann ist da noch der Sofort-Effekt, der mich ehrlich gesagt noch mehr motiviert: Das Hüftgold schmilzt. Weil Unmengen von Fruchtzucker in jedem Glas Wein genauso enthalten ist wie beim Saft — und wenn der wegfällt, merke ich es prompt.
Für meine Neandertalerin ist das übrigens das schlagendste Argument: kein abstrakter Zukunftsgewinn, sondern etwas, das sie heute schon spürt. Meine Regel zu Hause, wenn kein Besuch da ist, lautet jetzt: kein Alkohol.
Nicht weil ich verzichte, sondern weil ich inzwischen Alternativen gefunden habe, die mir wirklich schmecken. Alkoholfreies Bier — ich war eigentlich keine Biertrinkerin, aber das Alkoholfreie funktioniert.
Und der Markt wächst: alkoholfreier Gin, Bier, Mischgetränke, die geschmacklich tatsächlich etwas hergeben, ohne dass mir süsse Limonaden vor die Nase gestellt werden, die ich sowieso nicht mag. Ein schönes Glas Wein zum Essen, wenn ich wirklich Lust darauf habe?
Das geniesse ich nach wie vor. Aber bewusst — nicht einfach so aus Gewohnheit.
Neandertalerin wollte
Das Glas Wein am Abend ist mein Signal: Feierabend, Entspannung, Belohnung. Das habe ich mir verdient — heute, jetzt, sofort.
Mein 80jähriges Ich wollte
Mein 80-jähriges Ich profitiert davon, dass ich den Autopiloten abgestellt habe. Nicht durch Verzicht, sondern weil ich meinen Abend bewusst gestalte.
So hab ich’s gelöst
Die Neandertalerin bekommt ihren anderen Geschmack zum Feierabend — nur ohne Alkohol. Und den Sofort-Effekt an der Hüfte versteht sie genauso gut wie das 80-jährige Ich.
Schau heute Abend einmal, ob du zum Glas greifst, weil du es wirklich willst — oder einfach weil es so läuft.