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Haare bis 100+: Warum die Kopfhaut über schönes Haar entscheidet

Folge #20 · mit Björn

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Das Wichtigste in Kürze

Haare sind ein riesiger Teil unseres Selbstbildes – sie machen attraktiv, signalisieren Leistungsbereitschaft und Vitalität. In dieser Folge spricht Nicola mit ihrem langjährigen Haarexperten Björn darüber, wie wir möglichst lange schönes, gesundes Haar behalten. Die grösste Erkenntnis: Es kommt fast immer auf die Kopfhaut an – die wir alle sträflich vernachlässigen. Du erfährst, was Haarausfall begünstigt, wie du richtig wäschst und pflegst und welche eine Massnahme den grössten Unterschied macht.

Warum ist die Kopfhaut so wichtig für schöne Haare?

Die Kopfhaut wird von den meisten Menschen komplett vernachlässigt – dabei altert sie sechsmal schneller als die restliche Haut. Björn bringt es auf den Punkt: «Aus einer gesunden Kopfhaut entspringt ein gesundes Haar.»

Das, was wir vom Haar sehen, ist totes Hornmaterial. Lebendig ist nur das Follikel unter der Kopfhaut, das für das Nachwachsen sorgt. Wird die Kopfhaut nicht gepflegt oder ihr Milieu gestört, setzen sich die Haarfollikel zu, werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und geben irgendwann einfach auf.

Was unterscheidet männliches von weiblichem Haar?

Der grösste Unterschied liegt im Haarzyklus, nicht in der Struktur. Beim Mann wächst das Haar rund sieben Jahre, hat dann eine Ruhephase und fällt aus – und das wiederholt sich oft nur sieben- bis zehnmal.

Bei Frauen ist jeder Zyklus teils länger und kann sich zehn-, zwölf- bis fünfzehnmal wiederholen. Deshalb haben Frauen natürlicherweise länger etwas von ihrem Haar – und es fällt ihm leichter, lang zu wachsen. Medikamente, Krankheiten, Schwangerschaften und alles Hormonelle können den Zyklus aber durcheinanderbringen.

Wie entstehen graue Haare wirklich?

Graue Haare sind streng genommen nicht grau, sondern unpigmentiert. Die Haarwurzel stellt die Pigmentierung ein, im Haar bleiben kleine Luftbläschen zurück, das Haar wird gläsern.

Durch die Lichtbrechung erscheint es uns dann weiss – ähnlich wie bei Schnee oder Milch, die ja eigentlich auch nur Wasser mit Pigmenten ist. Wann das passiert, ist stark genetisch vorgelegt: Manche ergrauen schon Anfang 20, andere haben mit 80 noch kaum graues Haar.

Welcher Haarschnitt passt zu feinem oder vollem Haar?

Björns Grundregel: Bei feinem Haar wirken geometrischere Schnitte mit stumpfen Linien Wunder, weil sie augenscheinlich mehr Fülle vorspielen. Der häufige Reflex «feine Haare = kurz tragen» stimmt nur, wenn es starke Formen in der Geometrie sind – diffus geschnitten kann kurzes feines Haar schnell licht aussehen.

Bei vollem, dickem Haar ist es umgekehrt: Stufungen, Graduationen und Fransenschnitte lassen das Haar softer wirken, statt es zu wuchtig erscheinen zu lassen. Klassische Schönheitsideale spielen für Björn dabei kaum eine Rolle – er fragt vor allem: Was passt zum Charakter und was bist du bereit, im Alltag ins Styling zu investieren?

Wie geht man mit grauen Haaren und Haarausfall am besten um?

Statt graues Haar komplett wegzufärben (was alle zwei bis drei Wochen nachgemacht werden muss und schnell wie eine «Kappe» oder «verrückter Professor» wirkt), setzt Björn auf Integrieren statt Wegmachen. Das Grau wird nuanciert, in Szene gesetzt – das mitwachsende Ergebnis sieht oft aus wie eine Naturhaarfarbe («nude color»).

Bei Haarausfall gilt für Björn: in die Konfrontation gehen. Eine ehrliche Kurzhaar-Variante wirkt selbstbewusster als von links nach rechts gekämmte Strähnen, die niemandem etwas vorgaukeln. Bei lichter werdendem Haar helfen soft gesetzte Highlights, weil der Unterschied von hell zu dunkel mehr Fülle vortäuscht – dunkler färben wäre hier der Worst Case.

Wie wäscht und pflegt man Haare und Kopfhaut richtig?

Björn ist grosser Verfechter davon, nur einmal pro Woche zu waschen, wenn man es hinbekommt – der Säureschutzmantel braucht mindestens 24 Stunden, um sich zu erneuern. Wer öfter wäscht (etwa nach dem Sport), sollte unbedingt mit Seren oder balsamartigen Produkten für die Kopfhaut nachpflegen und rückfetten.

Falsche Pflege kann Haarausfall sogar begünstigen: Silikone und Erdölprodukte setzen die Haarfollikel zu, Weichmacher aus Plastik können den Hormonhaushalt stören, zu straffe Zöpfe und zu viel Haarlack lassen die Kopfhaut nicht atmen. Wer pflegeintensive Glanzprodukte nutzt, sollte regelmässig eine Tiefenreinigung von Kopfhaut bis Spitze machen.

Was hilft den Haaren von innen?

Eine ausgewogene Ernährung sieht man dem Haar direkt an. Björn nennt Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Proteine sowie Bitter- und Grünstoffe als wichtige Bausteine. Sein persönlicher Gamechanger ist Gerstengras: Es aktiviert die Haarfollikel, entgiftet die Leber und baut auf.

Auch Kollagen wird gern eingesetzt. Björns Grundsatz bleibt aber: «Wenn der Körper rundum alles bekommt, dann wird es auch beim Haar funktionieren.» Ergänzt wird das durch Stimulation der Kopfhaut – Wechselbäder, kalte Dusche, Massagebürste, 100 Bürstenstriche – wodurch der Talg von der Kopfhaut ins Haar verteilt wird.

Wichtig: Die Stimulation der Kopfhaut mit Wechselbädern, kalter Dusche oder Massagebürste eignet sich nur für eine normale, gesunde Kopfhaut. Bei einer bereits gereizten oder erkrankten Kopfhaut ist das nicht zuträglich – hier solltest du dich dermatologisch beraten lassen. Plötzlicher oder starker Haarausfall kann hormonelle oder gesundheitliche Ursachen haben und gehört ärztlich abgeklärt.

Der 100+ Expertentipp

Auf Nicolas Schlussfrage, welche eine Massnahme er mitgeben würde, antwortet Björn:

«Aus einer gesunden Kopfhaut entspringt ein gesundes Haar. Dann immer erst auf die Kopfhaut achten. Und ob die dann mal mehr oder weniger geschnitten werden, kommt danach. Aber ich kann's nur sagen, das kommt von innen.»

Nicolas Selbsttest

Ich muss mich ehrlich outen: Meine Kopfhaut habe ich bisher überhaupt nicht beachtet – und genau das ist offenbar der Punkt. Ab jetzt werde ich definitiv besser auf meine Kopfhaut achten und mich ihr auch mal explizit widmen.

Ein schönes Gefühl gibt mir noch eine Erinnerung: Das Kopfhaut-Massieren und Bürsten habe ich bei meiner Mutter sehr lange gemacht. Es war die einzige Annehmlichkeit, die sie bis zum Schluss ertragen konnte. Sie hatte bis zu ihrem Sterben lange Haare, unten noch braun, nur oben grau – und je mehr man gebürstet hat, umso länger hat es gehalten, weil sich der Talg so wirklich verteilt. Die Kopfhaut hat sie immer direkt gespürt.

Vom Wissen ins Machen: deine 3 Stufen

Quick Win

Beim nächsten Waschen die Haare nicht nass ins Bett mitnehmen, sondern an Luft, Sonne oder mit sanftem Föhn (plus Hitzeschutz) trocknen – und so das muffige Mikroklima auf der Kopfhaut vermeiden.

bündeln & koppeln

Kopfhautroutine etablieren: Waschintervall in Richtung einmal pro Woche dehnen, Conditioner konsequent nutzen und die Kopfhaut regelmässig mit Massagebürste oder 100 Bürstenstrichen stimulieren, damit sich der Talg verteilt.

next Level

Kopfhaut von innen und aussen stärken: spezielle Kopfhautseren einsetzen, mit Wechselbädern bzw. kalter Dusche stimulieren und die Ernährung um Omega-3/6, Proteine und Grünstoffe wie Gerstengras ergänzen.

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Häufige Fragen

Wie oft sollte man die Haare waschen?

Ideal ist einmal pro Woche, weil der Säureschutzmantel der Kopfhaut mindestens 24 Stunden braucht, um sich zu erneuern. Wer öfter wäscht – etwa nach dem Sport – sollte die Kopfhaut mit Seren oder balsamartigen Produkten rückfetten. Wäscht man zu häufig ohne Nachpflege, wird das Haar spröde und die Kopfhaut gerät aus der Balance. Man kann die Kopfhaut auch trainieren, länger ohne Wäsche durchzuhalten.

Kann falsche Pflege Haarausfall verursachen?

Ja. Silikone und Erdölprodukte können die Haarfollikel zusetzen, sodass sie nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und aufgeben. Weichmacher aus Plastik stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt zu stören, und zu straffe Zöpfe oder zu viel Haarlack lassen die Kopfhaut nicht atmen. Wer glanzgebende Produkte mit solchen Inhaltsstoffen nutzt, sollte regelmässig eine Tiefenreinigung von Kopfhaut bis Spitze machen.

Warum werden Haare grau?

Graue Haare sind eigentlich nicht grau, sondern unpigmentiert. Die Haarwurzel stellt die Pigmentierung ein, im Haar bleiben kleine Luftbläschen zurück und es wird gläsern. Durch die Lichtbrechung erscheint es uns dann weiss – ähnlich wie bei Schnee oder Milch. Wann das passiert, ist stark genetisch bedingt: Manche ergrauen schon Anfang 20, andere kaum bis ins hohe Alter.

Was hilft den Haaren von innen?

Eine ausgewogene Ernährung sieht man dem Haar direkt an. Wichtig sind Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Proteine sowie Bitter- und Grünstoffe. Ein besonderer Tipp ist Gerstengras, das die Haarfollikel aktiviert und die Leber entgiftet. Auch Kollagen wird gern genutzt – grundsätzlich gilt: Bekommt der Körper rundum alles, profitiert auch das Haar.

Was tun bei lichter werdendem oder grauem Haar?

Statt graues Haar komplett wegzufärben (was alle zwei bis drei Wochen nachgemacht werden muss), lohnt es sich, das Grau zu integrieren und zu nuancieren – das wirkt selbstbewusst und natürlich. Bei lichter werdendem Haar täuschen soft gesetzte Highlights durch den Hell-Dunkel-Unterschied mehr Fülle vor; dunkler färben wäre kontraproduktiv. Bei Männern wirkt eine ehrliche Kurzhaar-Variante oft besser als kaschierende Strähnen.

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